Artemisien bezaubern durch Duft und Laubfärbung – Alte Heilpflanzen als Gartenkräuter nutzen

Bonn (dapd). Durch Optik und Duft bestechen die Kräuter der Pflanzengattung Artemisia. Zahlreiche Heil- und Gewürzpflanzengehören ihr an. Die meisten duften sehr intensiv und lohnen sich für einen Anbau im Garten. Die wohl bekannteste Artemisia-Art ist derBeifuß „Artemisia vulgaris“, wie der aid-Infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz in Bonn mitteilt. Das Heilkrautwurde schon in der Antike unter anderem bei Frauenleiden eingesetzt.Es ist mehrjährig und wird auch zum Würzen fetter Speisen verwendet.Die Blätter dieses Wildkrauts, das häufig an Wegrändern und Böschungen anzutreffen ist, verströmen einen leichtherb-aromatischen Duft.

Noch sehr viel intensiver mit einer leichten Anisnote riecht derfranzösische Estragon „Artemisia dracunculus var. Sativa“. Dagegenist der Duft der Eberraute „Artemisia abrotanum“ eher erfrischendzitronig. Eberrauten wachsen als Sträucher und benötigen im Gartenentsprechend viel Platz, wie die Pflanzenexperten des aid erläutern.Einige ihrer Sorten erinnern im Duft sogar etwas an Coca-Cola. Eineweitere duftende Art ist der Wermut „Artemisia absinthium“ mitseinem charakteristischen, süß-aromatischen Geruch. Wermut ist einealtbekannte Heilpflanze, die wegen ihres hohen Thujon-Gehalts jedochmit Vorsicht zu genießen ist. Bekannt geworden ist Wermut vor allemals Bestandteil von Absinth. Wermut gibt es in vielen verschiedenenWuchsformen und Aromarichtungen: Der Zwerg-Wermut „Artemisiaschmidtiana Nana“ bildet mit seinen silbrig glänzenden Blätternganze Teppiche im Garten, der Provence-Wermut „Artemisia gallicaNice“ überzeugt hingegen durch sein warmes, fast fruchtiges Aroma.

Die meisten Vertreter der Artemisia-Gattung wirken vor allemdurch ihr Laub, nur wenige durch die Blüten, wie „Artemisialactiflora“. Sie sind im Garten außerdem nützlich, weil sie Insektenabwehren. Neben zahlreichen Bitterstoffen enthalten die meistenverschiedene ätherische Öle in den Blättern, die für diecharakteristischen Aromen verantwortlich sind. Um es für eine Weilezu bewahren, können die Blätter getrocknet in Duftsäckchen oder-potpourris verwendet werden. Viele Artemisia-Kräuter haben einelange Tradition als Heilpflanze. Sogar das Alte Testament nimmt anmehreren Stellen Bezug auf ihre Bitterkeit.

Zu der großen Artemisia-Gattung zählen etwa 250 bis 500 Arten,die hauptsächlich in den gemäßigten Zonen vorkommen. Sie haben fastalle ihre Heimat auf der Nordhalbkugel in Nordamerika und Eurasien.Nur wenige Arten findet man in Südamerika und Afrika.

dapd/thi/esc