Auslaufmodell Glühbirne

Auslaufmodell Glühbirne

Frankfurt/Main (ddp). Der schrittweise Ausstieg aus dem Glühlampen-Zeitalter hat begonnen. Seit Anfang September dürfen alle matten Glühlampen sowie jegliche Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Im Dunkeln braucht deshalb niemand zu sitzen: Es gibt Ersatz für alle Einsatzbereiche. Verbraucher müssen sich allerdings etwas mehr Gedanken darüber machen, welche Lichtquelle für sie die richtige ist.

«Die Glühlampe wurde zum Auslaufmodell, weil sie zu viel Energie verbraucht», erklärt der Einrichtungs- und Energie-Experte Thomas Spillmann von der Beleuchtungs-Brancheninitiative «licht.de» in Frankfurt. Nur fünf Prozent des eingesetzten Stroms werden zu Licht, aus dem Rest entsteht Wärme. Die Umstellung auf effiziente Leuchtmittel soll in Deutschland jährlich 7,5 Milliarden Kilowattstunden und umgerechnet 4,5 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) einsparen. Bereits ausgelieferte Produkte, so Spillmann, sind allerdings nicht von der EU-Verordnung betroffen, die den Ausstieg regelt: Der Handel darf gelagerte Lampen weiter verkaufen. Auch die Verbraucher können ihre Vorräte aufbrauchen.

Der Ausstieg in Stufen dauert bis 1. September 2012, für einige Halogenlampen sogar bis 2016. «Es macht aber schon heute Sinn, sich mit dem Thema zu beschäftigen», empfiehlt Spillmann. Denn zukünftig müsse sich jeder beim Nachkauf bewusster für eine Lampe entscheiden als bisher. Statt der Glühlampen stehen drei Produktgruppen zur Auswahl: effiziente klare Halogenlampen, Energiesparlampen und LED-Lampen. Halogenlampen sparen bis zu 30 Prozent Strom, Energiesparlampen und LEDs sogar bis zu 80 Prozent.

Als besonders wichtiges Entscheidungskriterium nennt der Fachmann die Lichtfarbe: Halogenlampen bieten dasselbe Licht wie die herkömmlichen Glühlampen. Energiesparlampen haben aufgrund ihrer Funktionsweise unterschiedliche Lichtfarben. Es gibt sie in Warmweiß – das entspricht dem Licht der Glühlampe – und in Neutral- oder Tageslichtweiß. Die Lichtfarbe wird auf der Verpackung angegeben. Dort steht auch ein Hinweis, für welche Leistungsstufe einer Glühbirne die jeweilige Lampe als Ersatz geeignet ist.

Doch welche Lampe ist die richtige für welchen Zweck? «Wohnlicher wirkt warmweißes Licht», sagt Spillmann. Neutral- und tageslichtweißes Licht sei eher sachlich, es kommt also für Arbeitszimmer, Hausflur oder Keller infrage. Dabei sollte in einem Raum möglichst eine Lichtfarbe vorherrschen. Bei den Energiesparlampen gibt es außerdem Spezialprodukte: zum Dimmen, für kalte Temperaturen, mit integriertem Bewegungsmelder oder besonders schaltfeste Typen für Treppenhäuser.

Als dritte Möglichkeit sind Schraubsockel-Lampen mit LEDs auf dem Markt. Ihr Kolben hat die klassische Birnenform, darin sind mehrere der Halbleiter-Dioden untergebracht. Auch LED-Lampen sind mit warmweißer Lichtfarbe erhältlich. Typen, deren Helligkeit der 40-Watt-Glühlampe entspricht, eignen sich für die Allgemeinbeleuchtung.

Freilich kommt ein nach modernen Maßstäben eingerichtetes Wohnzimmer mit einer einzigen Lichtquelle nicht aus. Für ein mittelgroßes Wohnzimmer empfiehlt «licht.de»-Experte Spillmann mindestens drei, besser noch fünf Leuchten: «Sie erhellen gemeinsam den Raum und übernehmen dabei drei Funktionen: Allgemeinbeleuchtung ermöglicht die Orientierung, Platzbeleuchtung unterstützt Sehaufgaben wie Lesen und gestaltendes Licht peppt die Raumatmosphäre auf.»

Richtige Beleuchtung ist nach Spillmanns Angaben dabei nicht allein eine Frage des individuellen Geschmacks, sondern hängt davon ab, wie viel Licht zu welchem Zweck an welchem Platz gebraucht wird: «Schließlich wird das Wohnzimmer vielfältig genutzt: zum Fernsehen, Lesen, Spielen oder Ausruhen.» Die beste Übersicht verschafft laut Spillmann das Licht von Deckenleuchten sowie von Leuchten und Strahlern an Seil- und Stangensystemen oder Stromschienen.

Alle Leuchten sollten so ausgerichtet sein, dass sie nicht blenden. Außerdem sollte ihr Licht keine störenden Reflexe auf dem Fernsehbildschirm erzeugen. Zu große Helligkeitsunterschiede strengten die Augen übermäßig an, erklärt der Fachmann und empfiehlt, mehrere Leuchten einzuschalten. Ausgewogene und wohldosierte Beleuchtung sei auch fürs Lesen unerlässlich. Dafür wird das Raumlicht mit dem Licht von Tisch- oder Stehleuchten kombiniert.

«Jedoch hat Licht nicht nur funktionalen Charakter, sondern es sorgt auch für wohnliche Atmosphäre», gibt Spillmann zu bedenken. Akzentbeleuchtung für Skulpturen, Bilder oder Vitrinen könne einen Raum spielerisch auflockern. Gemütlich wird es mit gedimmtem Licht. Ausgesprochen komfortabel sind nach Spillmanns Worten moderne Lichtsteuersysteme. Sie fassen alle Leuchten zusammen, so dass diese nicht einzeln geschaltet werden müssen. Je nach Sehaufgabe oder Stimmung können dann unterschiedliche Lichtszenen über einen zentralen Tastschalter oder per Fernbedienung abgerufen werden. Eine solche Installation sollte jedoch nicht eigenhändig, sondern stets durch einen Fachbetrieb erfolgen.

(ddp)