Holzhaus

Blockbohlenhäuser – Aufbau und Funktion

In einem Blockbohlenhaus leben? Den meisten Menschen kommt beim Gedanken an ein solches Holzhaus unmittelbar die eingeschneite Blockhütte irgendwo in der kanadischen Wildnis in den Sinn. Viele angehende Hausbesitzer, die sich jedoch intensiver mit dieser Thematik befassen, sind überrascht, wie viele positive Aspekte ein Blockbohlenhaus überhaupt bietet. Dabei wäre die Bezeichnung Wohnbohlenhaus ohnehin treffender.

Die Holzbauweise bei Gebäuden im Wandel der Zeit

Holzhäuser und explizit Holzblockhäuser gehören zu den ältesten Gebäudekonstruktionen, welche die Menschheit kennt. Im Mittelalter standen hölzerne Gebäude jedoch auch für eine massive Brandgefahr, die durch den nächsten konsequenten Schritt zum Steinhaus, dem Fachwerkhaus, auch nicht gelöst werden konnten. Damit ist insbesondere hierzulande das Wissen über Holzhäuser weitgehend verloren gegangen.
In Skandinavien mit seinen besonderen klimatischen Anforderungen hat sich das Blockbohlenhaus dagegen kontinuierlich weiterentwickelt und stellt unter extremen Wettersituationen seine Vorteile unter Beweis.

Das Design von Holzbohlenhäusern

Wie bei der Formgebung einer Karosserie oder eben eines Steinhauses hat sich auch beim Holzbohlenhaus das Design verändert. Dazu kommen noch die Einflüsse aus Nordamerika, wo das das Holzhaus ebenfalls eine Selbstverständlichkeit ist. Die Wirklichkeit hat also nichts mit der bei uns weitverbreiteten Vorstellung zu tun, ein Blockbohlenhaus müssen braun und rustikal sein. Selbst die geradlinige, auf ein Minimum beschränkte Sachlichkeit hat beim Blockbohlengebäude Einzug erhalten und wird in modernen Blockhaus-Villen umgesetzt. Atemberaubende und über Stockwerke reichende großflächige Verglasungen sind ebenso realisierbar wie große Galerien und zeitgemäße Innenarchitektur. Gleichzeitig bestechen Holzhäuser immer durch höchsten Wohnkomfort.

Aufbau und Konstruktion

HolzhausDabei bietet das Blockhaus schon beim Aufbau erhebliche Erleichterungen. Das Fundament muss deutlich geringere Lasten ableiten, was sich ebenso finanziell niederschlägt. Auf das Fundament folgt ein Sockel, der mithilfe einer Hydroisolation vom eigentlichen Holzhaus entkoppelt wird. Im weiteren Bodenaufbau ist auch eine moderne Wärmedämmung integriert. Beim Bodenbelag besteht weitgehend Gestaltungsfreiheit. Ebenso kann der Grundriss an die individuellen Wünsche des Auftraggebers angepasst werden. Bei den Blockbohlenprofilen, die als Fassade das typische Aussehen verleihen, bestehen zahlreiche Auswahlmöglichkeiten:

  • massive Bohlen aus verschiedenen Hölzern
  • geleimte Bohlen (Holzverbundwerkstoffe)
  • Rundbohlen
  • eckige Bohlen oder Kanthölzer

Zunächst wird zwischen ein- und mehrschaligen Fassadenaufbauten unterschieden. Die Bohlen werden bei der einschaligen Wand der Länge nach konkav gefräst, sodass sie übereinandergestapelt regelrecht ineinandergreifen. Dazwischen werden Dichtbänder eingesetzt. Erst ging der Trend hin zu künstlich hergestellten Dichtungen, nun besinnt man sich jedoch wieder der hervorragenden Dämmeigenschaften natürlicher Materialien wie Zellulose, Filz oder Glaswolle. Bei mehrschaligen Wänden kommt die mineralische Dämmung zwischen zwei Bohlenwände. An den Ecken werden die Bohlen nach althergebrachten Techniken verkämmt, jedoch deutlich feiner als früher. Dazu zählt beispielsweise die Chalet-Verkämmung. Der weitere Aufbau wie Dachstuhl, Zwischendecken, Installation der Haustechnik und Innenausbau erfolgt dann nach den aktuell anerkannten Regeln der Bautechnik.

Der Zusammenbau vom Wohnblockhaus

Einerseits ist der Aufbau damit relativ einfach, vor allem aber effizient und außergewöhnlich stabil. Die einzelnen Bauteile sind leicht und schnell herzustellen. Zur Verwendung kommen vornehmlich langsam wachsende skandinavische Holzarten, die sich kaum verziehen und extrem langlebig sind. Bedingt durch die Vorfertigung der einzelnen Komponenten sind Bausätze für Blockbohlenhäuser ebenfalls weit verbreitet. Mithilfe von Anleitungen und erfahrenen Baumeistern können engagierte Bauherrn den Aufbau weitgehend in Eigenregie durchführen.

Ökologisch wertvoll wie kaum eine andere Bautechnik

musterhaus Holzhaus polarlifehaus Unterdessen sind es die hervorragenden Eigenschaften, wodurch die Blockbohlenbautechnik zunehmens an Aufmerksamkeit gewinnt. Holz ist ein erstklassiger Wärme- und Feuchtigkeitsspeicher. Damit hat es starken Einfluss auf die Regulierung zugunsten eines stets angenehmen Raumklimas. Die Luftfeuchtigkeit ist konstant auf einem optimalen Niveau. Im Winter ist es bei geringem Heizaufwand mollig warm, im Winter wirkt die Holzkonstruktion kühlend.

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass ein Holzbohlenhaus die engen Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) besser als andere anderen Bauformen erfüllt. KfW-Häuser wie das KfW-70-Haus oder das Passivenergiehaus lassen sich einfacher und kostengünstiger umsetzen. Schon während des Baus entfällt die lange Trocknungs- und Heizphase, die Beton und Estrich zuteilwerden muss. Mit dem Wohnen im Blockbohlenhaus erleben die Bewohner dann deutlich geringere Wartungs-, Heiz- und Betriebskosten gegenüber herkömmlichen Bautechniken.

Die enormen Vorzüge sprechen für sich, nicht Verkaufsargumente

Die meisten Interessenten und angehenden Bauherrschaften sind meist ersichtlich überrascht, wie viele Vorzüge ein solches Wohnbohlenhaus bietet. Mit der Vorstellung einer herkömmlichen Blockbohlenhütte hat es nichts zu tun. Abgerundet werden die Vorteile durch ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Betrachtet man noch die zahllosen Gestaltungsmöglichkeiten von rustikal zu modern und von naturfarben bis zu bunt, setzen sich viele zunächst skeptische Interessenten nun mit dem Blockbohlenhaus ernsthaft und intensiv auseinander.

Bilder: Polar Life Haus