Blütenträume auf wenig Platz

Blütenträume auf wenig Platz

Kerpen/Veitshöchheim (ddp). Ton in Ton oder kunterbunt – bei der Bepflanzung von Balkonkästen haben Blumenfreunde die Qual der Wahl. Um lange Freude an der bunten Pracht zu haben, sollten sie beim Zusammenstellen aber nicht nur auf die eigenen Vorlieben, sondern auch auf die Bedürfnisse der Pflanzen achten.

Die einfachste Möglichkeit zur Bepflanzung eines Balkons ist es, nur eine einzige Balkonblumensorte zu verwenden. Typisch hierfür sind zum Beispiel ausladende Balkone mit üppigen roten Cascade-Geranien. Nach Auskunft der Experten der Bayerischen Gartenakademie wirken solche Balkone ruhig, schlicht und sachlich, aber auch ein bisschen spannungslos und langweilig. «Die Bepflanzung mit nur einer einzigen Sorte empfiehlt sich in erster Linie für sehr kleine Balkone oder für Balkone mit unruhigem Hintergrund. Größere Balkone und Terrassen laden ein zum Experimentieren mit verschiedenen Sorten und Farben», sagt Gottfried Röll, Gartenbautechniker bei der Bayerischen Gartenakademie. Mit ein paar Kniffen könne der Balkon zu einem höchst abwechslungsreichen Stück Natur werden.

Eine Balkonbepflanzung soll in erster Linie die Fassade verschönern. Dafür sind aus gestalterischer Sicht zwei Dinge wichtig: «Zum einen kann man durch die Farbzusammenstellung die Fernwirkung steuern, zum anderen spielen formale Aspekte wie Wuchsform, Blütenform und -größe eine Rolle», sagt Monika Kratz, Mitautorin eines Fachbuches zur Balkongestaltung (siehe Infokasten). Die ideale Farbe für Fernwirkung ist Rot. «Rot springt auf den Betrachter zu. Es wird in seiner Intensität noch gesteigert durch das komplementäre Grün des Laubes», sagt Monika Kratz. Alle anderen Farben – seien es nun Rein- oder Mischtöne – wirken aus der Entfernung am stärksten im zweifarbigen Hell-Dunkel-Kontrast. Dunkles Blauviolett oder kräftiges Pink kann zum Beispiel mit Weiß, Gelb, zartem Lila oder Hellrosa lebendig werden«, beschreibt Kratz. Charakteristische Vertreter für die violetten Farbrichtungen sind Petunien, vor allem die reichblütigen, lang herabhängenden Sorten der »Surfinia«-Serie. Sie eigenen sich für kompakte Kaskaden in sonniger bis halbschattiger Lage.

Ob Pflanzen auf dem Balkon gedeihen, hängt ganz wesentlich auch vom Licht ab. »Viele unserer Balkonpflanzen stammen ursprünglich aus den Tropen, Subtropen oder den Mittelmeerländern und benötigen für eine gute Entwicklung eine hohe Lichtsumme. Zwei Drittel aller Balkonpflanzen lieben daher einen sonnigen Standort«, sagt Gottfried Röll. Balkonpflanzen für den sonnigen Standort sind beispielsweise Zauberglöckchen (Calibrachoa), Mickymaus-Pflanze (Cuphea llavea), Nachtkerze (Oenothera »African Sun«), Symphony-Kapkörbchen (Osteospermum) oder Sterngeranien (Pelargonium x hortorum).

Manche Pflanzen gedeihen aber nur an einem halbschattigen Standort, geschützt vor praller Mittagssonne, hierzu gehören zum Beispiel Fuchsien und Begonien. Halbschattige Standorte sind meist Balkone und Terrassen mit Nordost- oder Nordwest-Lage. Balkonpflanzen für halbschattige Standorte sind auch Vanilleblume (Heliotropium arborescens), Edellieschen (Impatiens-Neuguinea-Gruppe), Elfenspiegel (Nemesia) und Blaumäulchen (Torenia). »Für wind- und regenexponierte Standorte eignen sich Sorten mit kleinen, festen Laubblättern und kleinen, einfachen Blüten. Ungeeignet sind empfindliche Pflanzen mit langen Trieben, großen, weichen Laubblättern und großen, gefüllten Blüten«, erklärt Röll.

Bei der Gestaltung sollten sich die Gefäße den Pflanzen unterordnen – und ihnen ausreichend Platz bieten. Als Faustregel gilt: »Pro Meter Kasten sollten Sie maximal fünf bis sechs Pflanzen setzten“, rät Monika Kratz. Wichtig sind Abzugslöcher für Gieß- und Regenwasser. Dunkle Gefäße erwärmen sich bei sehr hoher Einstrahlung stark, was zu Verbrennungen an den feinen Wurzeln führen kann. Für sehr sonnige Lagen eignen sich daher besser helle Gefäße.

(ddp)