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Der mediterrane Garten, Quell des Lebens

Viele kennen ihn aus dem Urlaub auf der spanischen Halbinsel oder auf Mallorca: Ein Garten der Aromen: Orangenblüten, Rosmarin, Lavendel, Jasmin, Kiefernharz, Rosen. Ein Garten voller Klänge. Die Quellen murmeln, das Rauschen des Meeres im Hintergrund, die Zikaden in den Gärten. Er ist das strahlende Licht: Der ewige mediterrane Garten. Es ist ein Privileg, einen Großteil des Jahres in einer eigenen Immobilie solchen Umgebung leben zu können. Natürlich hilft das Wetter – die beständige Sonne lädt dazu ein, Innenhöfe und Terrassen im Herzen der Stadt zu genießen.

So wie die Diät des Mittelmeeres als die ideale Form für Lebensmittel wiederentdeckt worden ist, so gilt auch der mediterrane Garten heute als eine der besten und klügsten Möglichkeiten für den Gartenbau. Vor allem seine Nachhaltigkeit und die Anpassung an die Trockenheit wissen dabei zu überzeugen. In einem Land wie Spanien, wo mit Ausnahme der kantabrischen Küste und der Pyrenäen, Regen eine Seltenheit ist, gibt es eine ethische Verpflichtung gegenüber dem Leben in der Natur. Die Verantwortung gegenüber der Umwelt ist auch durch den Klimawandel entstanden und sorgt dafür, dass sich heute immer mehr Menschen mit der Schönheit und der Feinheit dieser Idee beschäftigen.

Das Klima und der mediterrane Garten

orangenDas Klima am Mittelmeer, wo die typische Trockenheit des Sommers durch die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur ausgeglichen wird, ist vor allem das Meer der Quell des Lebens für den Garten. Dagegen steht das kontinentale Mittelmeerklima, in dem sehr heiße Sommer dominieren und die Winter so kalt sind, dass die Pflanzen diesen Kräften erst einmal standhalten müssen. Unter den verschiedenen Bedingungen, die auf den Balearen gefunden werden können, wachsen in einem kontinentalen Garten beinahe alle Pflanzen. Dazu kommt das subtropische Klima, das auch noch andere Schönheit aus den südlichen Teilen dieser Welt gedeihen lässt. Ohne große Ansprüche an die Feuchtigkeit wachsen Palmen, Orangen- und Zitronenbäume, Hibiskus, Bougainvillea, viele Arten von Jasmin, Lilien, Mauerblumen, Nelken und viele andere Pflanzen.

Es gibt allerdings viele Unterschiede beim Klima im Mittelmeerraum und auf Mallorca. Das sogenannte Mikroklima, das je nach Region auftritt, ist entscheidend. „Die Verwendung verschiedener Arten variiert von den wärmsten Gebieten an der Küste von Barcelona hin zu Girona und die Berge. In kälteren Gebieten muss anders gepflanzt werden„, so Joan Buch, vom Unternehmen J. Buch Landschaftsbau. „Wir müssen aber bedenken, dass ein Garten nicht nur aus Pflanzen besteht. Gehwege, Sitzgelegenheiten, Pergolen und derlei Dinge sind sehr wichtig, um dem Garten ein differenziertes Aussehen zu verschaffen. Das Design muss so geplant sein, dass Schönheit und Zweck gut miteinander verbunden sind. Dazu gehören natürlich auch Systeme für die Bewässerung.

 Einheimische und eingebürgerte Pflanzen

Fangen wir von den Pflanzen an: Viele, die heute ein typischer Teil der mediterranen Landschaft sind, sind eigentlich nicht heimisch in diesen Ländern. Sie gehörten nie zu einer typischen Flora des Mittelmeeres. Einige kommen von weit entfernten Orten und auch aus ganz anderen Bedingungen des Klimas. Dies ist etwa bei der Orange, der Zitrone oder der Mandarine der Fall. Orangenblüten, dessen Duft so typisch für Andalusien ist oder Jasmin, das Parfüm der Sommernächte, kommt ursprünglich aus dem Fernen Osten und gelangte erst mit den Arabern (der Patio de los Narankjos, der Garten der Moschee von Cordoba, gilt als der älteste lebende Garten Europas) an das Mittelmeer. Die Geranien, so typisch für das Mittelmeer, haben ihren Ursprung in Südafrika. Die Bougainvillea, die in Brasilien im 18. Jahrhundert entdeckt wurde, und andere amerikanische Pflanzen wie das Wandelröschen, die Mirabilis Jalapa, Bäume wie der Palo Borracho und die Magnolie, ebenso wie die Palmen kommen nicht aus dem Mittelmeerraum. Sie alle haben sich aber in den letzten Jahrhunderten an das typische Klima im Mittelmeer angepasst und das obwohl sie mitunter aus ganz anderen Regionen kommen – von Kalifornien über Mexiko, hin nach Südafrika und sogar bis nach Chile.

Unter diesem Eindruck haben sich auch andere Pflanzen entwickelt: Die Edelblüte, das australische Calistemon Citrinus oder der Schaber. Die als „Känguru-Tatze“ berühmte Pflanze mit roten Blüten ist typisch für das Bild rund um das Mittelmeer geworden. Natürlich darf man auch die Gänseblümchen nicht vergessen, die ihren Ursprung eigentlich ebenfalls in Südafrika haben. Berühmt wurden die Gärten vor allem, weil all diese verschiedenen Pflanzen für neue Gattungen gesorgt haben, die in dieser Form auch nur in dieser Region zu finden sind.

 Kräuter, Gräser und mehr

olivenBesonders beliebt und begehrt sind Pflanzen, die eine kulinarische, aromatische oder medizinische Bedeutung haben. Typisch dafür sind etwa Lavendel, Rosmarin oder Thymian. Sie sind überall auf der Welt gefragt und werden inzwischen häufig im Mittelmeerraum gekauft.

Joan Buch nennt unter den jüngsten Ergänzungen dieser Pflanzen etwa die verschiedensten Arten von Gräsern, aber auch den Miscanthus, Pennisetum und Melinis. Daneben sind vor allem der dekorative Neuseeländische Flachs und Phormium sehr beliebt.

Einer der Stars unter den Neulingen des Mittelmeeres ist die Mandevilla. Die Kletterpflanze hat glockenförmige Blüten in einem leuchtenden Rosa und ist inzwischen nicht mehr nur auf den Inseln zu finden, sondern auch in Gärten für Europa auf dem Kontinent sehr beliebt. „Der Mittelmeerraum produziert das gesamte Jahr über Blumen“, weiß Antonio Salmeron. Für eine Bepflanzung im heimischen Garten mit diesen Exoten empfiehlt er Schutz vor dem Nordwind. Das gilt auch für die Schlingpflanzen in den verschiedensten Farben.

Neue Sorten der Hibiskus und Adenium Pflanze haben sich sowohl an das trockene Klima angepasst als auch neue Arten entwickelt. Die Wüstenrose gewinnt auch auf den Inseln selbst an Bedeutung. „Besonders beliebt sind auch noch immer Eichen, Erdbeeren, Olivenbäume und Oleander. Sie werden viel in der Öffentlichkeit eingesetzt. Stattdessen verzichtet man immer häufiger auf Kiefer.“

Für den privaten Garten verhält es sich ein wenig anders. Da es immer weniger Platz für einen großen Garten gibt, wird heute mehr auf Oliven- und Zitrusbäume gesetzt. Auf Hecken wird immer verzichtet und Sträucher finden sich ebenfalls immer seltener in den privaten Gärten im Mittelmeer. Immer häufiger wird auch auf Kunstrasen gesetzt, da dieser in der Pflege bei diesem Klima weit angenehmer ist.

 Die Gärten rund um Almeria und Mallorca

mallorca immobilieIn Almeria, wo das Mittelmeerklima auf das Sub-Tropische Klima der Wüste trifft, sind die warmen Temperaturen und quasi nicht vorhandenen Niederschläge meist ein großes Problem für die Gärten. An der Küste hingegen ist diese Mischung des Klimas ein Vorteil und bietet die Grundlage für ganz besondere Lebewesen des Gartens. „Kakteen und Aloe Vera gehören hier zu den typischen Pflanzen, die es überall in der Natur zu finden gibt,“ sagt Antonia Salmeron.

 Das (sub)tropische Mittelmeer

Der Gegenpol ist in Malaga, Granada und in Teilen von Cadiz zu finden. Hier gibt es eher milde Temperaturen, keinen Frost, dafür eine hohe Luftfeuchtigkeit und noch mehr Niederschläge. Es ist das Ende des Einfluss des Ozeans und der Beginn des typisch kontinentalen Klimas von Spanien. Dieses Klima ermöglicht es jedoch, dass tropische und subtropische Pflanzen im gleichen Maße in der Natur zu finden sind. Ein gutes Beispiel ist der Parque de la Conception in Malaga. Der botanische Garten bietet eine Sammlung von Ficus und alten Pinien. Hunderte verschiedener Arten von Palmen runden das Bild ab. Darüber hinaus gibt es Mangos, falsche Akazien und Frangipani. Bambus, Spargel, Arten von Jasmin und der sogenannte Mandarin sind zu finden. Kostbare Wachsblumen werden in hochwertigen Becken ausgestellt und können von den Besuchern bewundert werden. Zudem gibt es eine bemerkenswerte Sammlung von Reben und spektakulären Glyzinien, Begonien und Passiflore.

Die tropische Vegetation in diesem romantischen Garten ist eine Inspiration für jeden, der sich für den Gartenbau interessiert.