Die Glühbirne wird ausgeknipst – Vor dem Verbot decken sich Verbraucher noch einmal kräftig ein

Berlin (ddp.djn). Es scheint ein ungebrochenes Marktgesetz zu sein. Wird ein Produkt rar oder droht gar ganz aus den Regalen zu verschwinden, ist es begehrter denn je. Dieses Phänomen lässt sich nun bei den Glühbirnen beobachten. Kaum hat die Europäische Kommission beschlossen, die Glühbirnen aus Umweltgründen ab 1. September 2009 schrittweise vom Markt zu nehmen, berichten Medien bereits von Hamsterkäufen.

Nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die Verbraucher verunsichert. Da die EU-Verordnung vorsieht, ab 2012 nur noch Energiesparlampen und energiesparende Halogenlampen für den Verkauf zuzulassen, bevorraten sich die Deutschen mit den preisgünstigen Glühbirnen. Der BUND kritisiert diese Hamsterkäufe als zu kurzfristig gedacht. «Wer jetzt panikartig Glühlampen hamstert, könnte sich – besonders wenn die Strompreise weiter steigen – später ärgern. Über die Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren sparen Energiesparlampen richtig Geld» so der BUND.

Die Verunsicherung der Verbraucher betrifft aber nicht nur das Portemonnaie, sondern auch den Quecksilbergehalt der Energiesparlampen und den Elektrosmog, der bei Energiesparlampen verstärkt entsteht, so der BUND. Hersteller und Politik hätten verschlafen, angemessene Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten. Wie der BUND weiterhin mitteilt, verstärkt der EU-Beschluss den Druck auf Hersteller, bessere Sparlampen zu entwickeln – ohne Quecksilber und möglichst wenig Elektrosmog.

Der Lichthersteller Osram bestätigte auf Anfrage die konstant hohe Nachfrage nach Glühbirnen und will die Fertigung der Marktlage anzupassen. Hamsterkäufe bezeichnete der Konzern indes als unnötig, da es zur klassischen Glühbirne genügend Alternativen gebe. Die Kunden wüssten jedoch nicht ausreichend darüber bescheid. So sei das oft als zu kalt empfundene Licht der Energiesparlampen bereits durch neue Lichtfarben ersetzt, so Osram. Energiesparende Halogenlampen seien in Farbe und Form der klassischen Glühbirne besonders ähnlich. Bei einem Anschaffungspreis von etwa zwei Euro halten sie nach Angaben von Osram gegenüber der Glühlampe zwei- bis dreimal so lange und erreichen eine Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent. Mit Energiesparlampen, die im Handel ab 4 Euro kosten, könnten bei einer Lebensdauer von zehn Jahren bis zu 80 Prozent Energiekosten eingespart werden.

Auch der Geschäftsführer der Brancheninitiative licht.de, Jürgen Waldorf, weist auf die breite Palette der Alternativen hin. Zukünftig müsse sich allerdings jeder bewusster als bisher für die eine oder andere Lampe entscheiden.

Politik, Umweltschützer und Hersteller sind sich einig, dass die Abschaffung der Glühbirne eine sinnvolle Umweltschutzmaßnahme ist. Davon müssen jetzt nur noch die Bürger überzeugt werden.

ddp.djn/prf/rab/mwo