Die Suche nach der Traumwohnung: Genau hinschauen und auch aufs Umfeld achten

Berlin (dapd). Der Weg zur Traumwohnung ist steinig und langwierig. Kaum jemand wird auf Anhieb fündig. Denn vieles muss zusammenpassen, Größe, Lage, Ausstattung, das nachbarschaftliche Umfeld und nicht zuletzt der Preis. Um sich über die eigenen Ansprüche klar zu werden, sollten Wohnungssuchende als erstes eine Liste mit allen Anforderungen schreiben, die sie an die neue Wohnung stellen.

Der Mieterverein zu Hamburg verweist auf verschiedene Möglichkeiten der Wohnungssuche. Wenn sie zum Beispiel möglichst preisgünstig sein soll, seien städtische Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften gute Adressen. „Einen Überblick darüber, welche Wohnungen auf dem Markt sind und wie das Preisniveau in derjeweiligen Region ist, kann ein Check der Wohnungsanzeigen inregionalen Tageszeitungen geben.

Warnung vor kostenpflichtigen Adressenlisten

Er rät davon ab, sich bei einem Unternehmen gegen Gebühr einzuschreiben, um Adressenlisten mit freien Wohnungen zu erhalten.“Die Hoffnung, dadurch brauchbare Wohnungsangebote zu erhalten, wird meist enttäuscht“, sagt Pahlke. Demnach bieten unseriöse Firmenseit einiger Zeit Wohnungen an, mit deren Vermittlung sie nicht beauftragt wurden. Ruft ein Interessent an, heißt es, dass genau diese Wohnung leider schon vergeben sei. Man habe jedoch weitere interessante Angebote. Eine Liste mit diesen Wohnungen könne gegen Geld erworben werden. Neuerdings werden auch kostenpflichtige Zugänge für Internetdatenbanken angeboten. Diese Listen und Zugänge seien jedoch wertlos. Meist kopierten die Betrüger Immobilienangebote von anderen Anbietern – ohne deren Wissen. Oder die angeblichen Wohnungsangebote sind frei erfunden.

Abkürzungen in Wohnungsanzeigen richtig lesen

Beim Studium von Wohnungsanzeigen aller Art ist es hilfreich, die gängigen Abkürzungen zu kennen. So kann man gleich aussortieren,wenn etwas nicht passt. WM 900+NK+HZK+KT bedeutet zum Beispiel, dass eine Wohnung angeboten wird, deren Warmmiete 900 Euro beträgt. Außerdem sind Nebenkosten, Heizkosten und eine Kaution zu zahlen. Steht in einer Anzeige BWM, handelt es sich um die Bruttowarmmiete.Wer solch eine Offerte bekommt, sollte vorsichtig sein, empfiehlt die Stiftung Warentest. Denn die Bruttowarmmiete umfasse die gesamte Miete für die Wohnung einschließlich der Nebenkosten. Solche Pauschalen seien aber nicht zulässig.

Selbst inserieren spart Zeit

„Manchmal bringt es mehr, selbst zu inserieren, als lange in Wohnungsdatenbanken zu recherchieren. Vor allem, wenn die Zeit knapp ist, sollten Wohnungssuchende diesen Weg gehen“, rät Eckard Pahlke. Dazu bietet sich nicht nur die Tageszeitung an. Wer beispielsweisean einer bestimmten Wohngegend interessiert ist, kann dort Zettel mit seinen Wünschen anbringen. Beliebt sind Laternen, Ampeln und Bäume als „Litfaßsäulen“. Aber auch Tauschbörsen im Supermarkt, das schwarze Brett in der Uni oder ein Aushang im Fitnessstudio können zum Erfolg führen.

Für die Wohnungssuche im gehobenen Preissegment oder für dieAusschau nach der „Wohnung fürs ganze Leben“ kann es sich lohnen,einen Makler einzuschalten. Auch wenn ein Umzug in eine fremde Stadt ansteht, ist sein Service hilfreich. Denn in der Regel kennt er sich im Markt aus, hat einen Überblick über das Preisniveau und aktuelleMiet- und Kaufobjekte. Allerdings kostet seine Dienstleistung Geld.Der Deutsche Mieterbund weist darauf hin, dass die Maklerprovision höchstens zwei Monatsmieten betragen darf, ohne Nebenkostenvorauszahlung, plus Mehrwertsteuer. „Geld darf erst nachAbschluss eines Mietvertrages verlangt werden“, sagt Eckard Pahlke.“Das sieht das Gesetz zur Wohnungsvermittlung vor. Wer vorher Geld verlangt, ist unseriös.“

Die neue Wohnung genau unter die Lupe nehmen

Gelangt eine Wohnung in die engere Wahl, muss sie gründlich besichtigt werden. Der Berliner Mieterverein rät, mehrmals und zuverschiedenen Tageszeiten hinzugehen. Schauen sollte man auch aufdas Umfeld: Gibt es zum Beispiel viel befahrene Straßen, Fluglärmoder geplante Bauvorhaben? Gespräche mit Nachbarn geben Aufschluss über das Wohnklima im Haus und im Kiez.

Zur Wohnungsbesichtigung sollten Mieter am besten eine Begleitung mitnehmen, rät der Berliner Mieterverein. Denn bei Neuvermietungen gilt der Grundsatz: Angemietet wie gesehen. Wohnungsmängel, die er bereits bei der Wohnungsbesichtigung erkennen konnte, darf der Mieter später nicht mehr reklamieren. Also gilt es, alle Mängel offen anzusprechen und zu dokumentieren, damit sie fachgerecht vom Vermieter beseitigt werden können. Dann steht dem Einzug in die Traumwohnung eigentlich nichts mehr im Wege.

dapd/kaf/kat