Einmaleins der Heimwerker: Löcher bohren mit Bohrmaschine, Bohrhammer oder Akkuschrauber

Bohrhammer verbinden Bohrmaschine mit Schlagbohrmaschine

Moderne Bohrhammer verbinden die alte traditionelle Bohrmaschine mit der Schlagbohrmaschine. Sie können mit verschiedenen Einstellungen dem Material in das man bohren möchte, angepasst werden.

Bohren ist eine der häufigsten Handwerksarbeiten, die zu Hause anfallen: Bücher- und Küchenregale, Spiegel und Lampen halten nicht ohne Loch, Dübel, Schrauben. Mit Hilfe von einfachen Tipps vermeiden Heimwerker Anfängerfehler:

Je nach Untergrund: Bohrhammer oder Bohrer

Beim Untergrund fängt alles an: Beton- oder Steinwand, Leichtbau oder Gipskarton? „Das ist die alles entscheidende Frage“, sagt Anja Meyer, Pressesprecherin der „Do it yourself Academy“ in Köln. „Nach dem Material der Wand richtet sich das richtige Werkzeug.“ In der Regel braucht man für Beton einen Bohrhammer, für Mauerwerk eine Schlagbohrmaschine und für Gipskarton einen Akkubohrschrauber. „Wenn man die Wand abklopft, kann man manchmal den Untergrund feststellen“, rät Expertin Meyer. Leichtbau klingt hohl, Beton dumpf. Im Zweifel muss der Heimwerker die Wand anbohren und den Staub analysieren. Rot deutet auf Ziegelsteine hin, weiß auf Gips, grau auf Beton. Als Grundregel gilt: je stärker der Motor, desto breiter das Einsatzspektrum.

Vor dem Bohren – Stromleitungen checken

Sicher ist sicher: Vor dem Bohren muss man feststellen, ob Strom- oder Wasserleitungen in der Wand verlaufen, sagt Anja Meyer. In Neubauten reicht es oft aus, nicht ober- oder unterhalb von Steckdosen, Lichtschaltern oder Heizungsrohren zu arbeiten. In Altbauten kann das jedoch riskant sein. Die Expertin rät: „Besser man kauft ein Ortungsgerät, das schafft Sicherheit.“

Bohren: Lochgröße und Dübel

Der Heimwerker muss nun entscheiden, wie groß und lang das Loch werden soll. Das richtet sich nach Dübel und Schraube. Diese wählt man wiederum passend zu dem Gegenstand, der befestigt werden soll. Anja Meyer erklärt: „Das Loch sollte immer zwei Zentimeter tiefer gebohrt werden als der Dübel lang ist.“

Jetzt wird es ernst: Nachdem die Wand markiert ist, setzt der Heimwerker den Bohrer in einem geraden Winkel an und startet ihn. Sobald er festen Halt hat, übt er Druck auf die Maschine aus.

Kreppband gegen das Abrutschen des Bohrers

Vorsicht: Expertin Meyer warnt vor glatten Oberflächen wie Fliesen. Ihr Tipp: „Ein Stück Kreppband auf die Wand kleben. Das verhindert, dass der Bohrer abrutscht.“ Ist das Loch tief genug, sollte der Bohrer herausgezogen werden, solange er sich noch dreht.

Manche Wände bröseln oder brechen beim Bohren, dem Heimwerker kommen ganze Teile entgegen. „Da hilft leider nur aufhören“, sagt Anja Meyer. „Die Stelle muss man verspachteln und woanders weitermachen.“

kl/dapd/T2013012801424/hsn/syb

Fotohinweis: Eric Streuli demonstrates vario-lock / Flickr / (CC BY 2.0 ) von Eric Streuli