Einsparpotenziale bei Haussanierung

Studie Zukunft Erdgas e.V.

Studie des Vereins Zukunft Erdgas e.V. – Der Verein ist eine Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft und versteht sich als Ansprechpartner für Verbraucher, Politik und Marktpartner.

CO2-Emissionen durch Heizungsmodernisierung reduzieren

Eine Studie des Vereins Zukunft Erdgas e.V. belegt, wie sich durch Heizungsmodernisierung CO2-Emissionen in Mehrfamilienhäusern reduzieren lassen. Der Verein ist eine Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft und versteht sich als Ansprechpartner für Verbraucher, Politik und Marktpartner.

Mit rund zwei Dritteln hat das Heizen den größten Anteil am Energieverbrauch in privaten Haushalten, weit vor der Beleuchtung oder Haushaltgeräten. Die meisten der rund 20,2 Millionen installierten Heizungsanlagen in Deutschland sind jedoch technisch veraltet und arbeiten ineffizient. In der Summe sind etwa 3,1 Millionen der öl- und gasbetriebenen Heizsysteme älter als 20 Jahre und sollten somit ausgetauscht werden. Allerdings scheuen Mieter, Vermieter oder Eigenheimbesitzer noch zu oft die Investition in neue Heizsysteme. Deshalb steht die Finanzierbarkeit im Fokus der Studie„Sanierungsfahrpläne für den Wärmemarkt: Wie können sich private Hauseigentümer die Energiewende leisten?“, die Zukunft ERDGAS im Februar auf der e-World in Essen vorstellte. Dabei wurde erstmals der Zusammenhang zwischen Bezahlbarkeit und Einsparpotential für Energie und CO2 untersucht.

Kosten-Nutzen-Kalkulation der energetischen Sanierung

Studie Zukunft Erdgas e.V.

Studie des Vereins Zukunft Erdgas e.V.

Bei Eigenheimbesitzern ist die Kosten-Nutzen-Kalkulation einer energetischen Sanierung relativ einfach: Sie investieren ihr Geld und profitieren dann unmittelbar von geringeren Energiekosten. Irgendwann hat sich die Investition amortisiert – bei einem Heizungstausch beispielsweise schon nach acht Jahren. Bei vermieteten Wohngebäuden dagegen trägt der Eigentümer die Kosten, und der Mieter hat den Nutzen. Dieses Problem lässt sich als Investor-Nutzer-Dilemma beschreiben: Dem Eigentümer fehlen Anreize, in energetische Sanierung zu investieren. Um zu zeigen, welche Maßnahmen sich für den Vermieter wirtschaftlich und den Mieter sozialverträglich umsetzen lassen, hat die Studie deshalb das Kriterium der fixierten Warmmietenneutralität ermittelt. Das heißt: Nur solche Sanierungen werden durchgeführt, die im Vergleich zum Verzicht auf eine Modernisierung nicht zu Mehrkosten führen. Dabei ändert sich die Zusammensetzung der Gesamtmiete: Während die Energiekosten nach der Sanierung sinken, erhöht der Vermieter die Kaltmiete um den gleichen Betrag und fängt so seine Investitionskosten auf.

Heizungsmodernisierung: 64 Prozent weniger CO2-Emissionen

Studie Zukunft Erdgas e.V.

Studie des Vereins Zukunft Erdgas e.V. – „Minderung der CO2-Emissionen um 64 Prozent gegenüber 1990 möglich“

Eine Heizungsmodernisierung kommt aber auch dem Klima zu gute. Für den Bestand der vermieteten Mehrfamilienhäuser ist so bis 2050 eine Minderung der CO2-Emissionen um 64 Prozent gegenüber 1990 möglich und kann auch beim Energieverbrauch gespart werden. Unter den Annahmen der Studie sinkt der Primärenergiebedarf zwischen 2010 und 2050 um 50 Prozent. Vor allem mit verbesserter Heiztechnik oder dem Wechsel des Energieträgers lässt sich schon mit verhältnismäßig geringen Investitionskosten viel CO2 einsparen. Darüber hinaus ist die Wärmeerzeugung der Schlüsselfaktor für CO2-Ersparnis. 60 Prozent der Klimaentlastung findet in diesem Bereich statt. Im Vergleich hierzu fallen die Einsparergebnisse, die sich durch Dämmung erreichen lassen, niedrig aus: Jeweils rund 20 Prozent entfallen auf Gebäudedämmung und Fenstertausch.

Die Zukunft gehört der Brennwerttechnik

Studie Zukunft Erdgas e.V.

Studie des Vereins Zukunft Erdgas e.V. – Laut Studie wird die Brennstoffzelle bis 2050 in rund einer Million Haushalte Einzug finden.

Die Entwicklung im Wärmemarkt bis 2050 wird voraussichtlich eine Erfolgsgeschichte der Erdgas-Brennwerttechnik. Von heute 12 Prozent – davon kann laut Studie ausgegangen werden – wächst ihr Marktanteil im Bestand der Mehrfamilienhäuser bis zur Mitte des Jahrhunderts auf über 50 Prozent an.

Ein Brennstoffzellen-Beistellgerät – ebenfalls mit Erdgas als Energieträger – kommt nach den Berechnungen der Studie in einem Prozent der Mehrfamilienhäuser zum Einsatz, in Einfamilienhäusern sind es schon vier Prozent. Bis 2050 hält die Brennstoffzelle damit in rund einer Million Haushalte Einzug. Brennstoffzellen sind in der Lage, Erdgas elektrochemisch in Wärme und Strom umzuwandeln. Sie eignen sich deshalb für die komplette Wärmeversorgung im Haus und können sowohl im Neubau als auch nach einer Modernisierung eingesetzt werden.

Auch die Einbindung erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung wird bis 2050 zunehmen und laut Studie in 38 Prozent der Gebäude eingesetzt. Schon bis 2030 werden 6,4 Millionen Solarthermie- Anlagen verbaut worden sein, über 90 Prozent davon in Einfamilienhäusern. Bis 2050 errechnet die Simulation weitere 8,2 Millionen Solarthermie-Anlagen für den Gebäudesektor. In den meisten Fällen kommen regenerative Quellen in Verbindung mit Erdgas zum Einsatz. Erdgas trägt also wesentlich dazu bei, die Erneuerbaren in den Wärmemarkt zu integrieren.