EU-Kommission fordert mehr Anstrengungen beim Energiesparen

— von Felix Werdermann — Die europäischen Staaten müssen deutlich mehr Energie sparen, um die EU-Klimaziele zu erreichen. Die EU-Kommission will daher „stärkere Maßnahmen in allen Mitgliedsstaaten und in allen Wirtschaftssektoren“ durchsetzen, wie aus einem Entwurf zum „Energiefahrplan 2050“ hervorgeht, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt. Am Dienstag soll der Fahrplan offiziell vorgestellt werden.

In 40 Jahren muss der Primärenergieverbrauch nach Ansicht der EU-Kommission um 32 bis 41 Prozent unter dem Wert von 2005 liegen. Die bisher beschlossenen Maßnahmen ließen aber bloß eine Minderung um knapp zwölf Prozent erwarten. In dem Papier vergleicht die EU-Kommission sechs verschiedene Szenarien mit der voraussichtlichen Entwicklung unter den derzeitigen Rahmenbedingungen.

Atomkraftwerke sollen demnach auch 2050 noch laufen. Ohne Neubauten und Laufzeitverlängerungen werde der Anteil der Atomkraft jedoch auf 2,6 Prozent sinken, prognostiziert die EU-Kommission. In anderen Szenarien ist hingegen vorgesehen, dass Atomkraft bis zu 17,5 Prozent des Primärenergieverbrauchs abdeckt.

Dazu müssten zwischen 2030 und 2040 mindestens 15 neue Atomkraftwerke in Größe der geplanten Anlage im französischen Flamanville gebaut werden. Werden in der Zeit alte Kraftwerke abgeschaltet, müssten sogar deutlich mehr neue Reaktoren ans Netz gehen. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte am Freitag unter Berufung auf Unterhändler berichtet, die EU-Kommission rechne allein bis 2030 mit 40 neuen Atomkraftwerken.

Derzeit werden in der EU nur zwei Atomkraftwerke gebaut: im französischen Flamanville und im finnischen Olkiluoto. Die zu erwartenden Baukosten wurden in beiden Fällen mehrmals nach oben korrigiert.

dapd.djn/fwr/mel/mwo