Fingierte Stromrechnungen sollten zwei Millionen Euro einbringen

Bielefeld/Detmold (dapd). Der versuchte Betrug mit fingierten Stromrechnungen einer sogenannten Stadtwerke GmbH hat größere Ausmaße als bislang angenommen. Das in Bielefeld erscheinende „Westfalen-Blatt“ (Freitagausgabe) berichtete, nach Angaben der Staatsanwaltschaft Detmold seien im Oktober rund 4.500 Rechnungenmit Überweisungsformularen verschickt worden. Der bislang unbekannte Betrüger habe darin Nachzahlungen in Höhe von jeweils 600 bis 1.200Euro verlangt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Detmold bestätigte auf dapd-Anfrage das Ausmaß des Betrugs. Insgesamt seien bundesweit rund zwei Millionen Euro eingefordert worden. Da der Schwindel allerdings frühzeitig entdeckt und die eingerichteten Konten gesperrt wurden, sei kein Schaden entstanden. Das Geld von 30 Betroffenen, die bereits gezahlt hatten, wurde zurücküberwiesen.

Vor rund drei Wochen hatte sich nach Bekanntwerden des Falles ein39-jähriger Mann der Polizei gestellt. Dabei handelt es sich nachAngaben der Staatsanwaltschaft allerdings nicht um den Täter. DerMann habe angegeben, den Betrüger im Urlaub kennengelernt und ihm zwei Konten zur Verfügung gestellt zu haben. Dafür sei ihm eineProvision versprochen worden. Über die Konten hätten eigentlich Handelsgeschäfte aus dem Ausland abgewickelt werden sollen. Eine genaue Beschreibung des Täters liege den Ermittlern vor, hieß es. In den kommenden Tagen werde ein Phantombild des Täters veröffentlicht.

dapd.djn/wol/mwa