Garantiefall:Schwammige Garantieversprechen von Photovoltaik-Modulherstellern

Düsseldorf (dapd). Bis zu 30 Jahre sollen Photovoltaik-Module nach den Versprechungen der Hersteller garantiert den maximalen Ertrag aus der Sonnenenergie einfahren. Wer in diesem Zeitraum jedoch Produktfehler oder Minderleistung reklamieren will, dem ist die Garantieleistung keinesfalls sicher. Darauf macht die Verbraucherzentrale NRW aufmerksam.

Im Kleingedruckten der fünf Branchen-Riesen Yingli Green Energy, Trina Solar, Solarworld, Bosch Solar und Mitsubishi Electric Europe würden in den Garantiebedingungen alle Abwicklungskosten auf den Verbraucher abgewälzt. Kosten für die Prüfung durch einen Fachmann vor Ort, für den Ausbau, Transport und die Prüfung durch ein Prüfinstitut sowie für den Transport und den Einbau neuer Module habe der Kunde zu tragen.

Im Garantiefall wollen alle Unternehmen nach eigenem Ermessen über die konkrete Leistung für den Kunden befinden. So soll bei Trina, Solarworld und Bosch nur der Kaufpreis bzw. Restwert des mangelhaften Moduls erstattet, jedoch keine Entschädigung für die geringere Leistung der Anlage aufgrund des mangelhaften Moduls gezahlt werden, so die Verbraucherschützer. Eine Restwerterstattung sei jedoch wesentlich geringer als der Betrag, der dem Eigentümer an verlorener Einspeisevergütung bzw. eingesparten Stromkosten entgeht, wenn die Anlage nicht für den garantierten Zeitraum die maximale Leistung erbringt.

Kritisch zu bewerten sei auch die Fristsetzung der Hersteller. Fristen betragen teilweise nur zehn Tage, zu wenig Zeit für Verbraucher, um mögliche Fehler eindeutig festzustellen. Dazu kommt, dass der Garantiefall per Einschreiben oder gar in englischer Sprache gemeldet werden soll.

Die Verbraucherzentrale NRW hat fünf der Marktführer der Modul-Branche jetzt wegen ihres Kleingedruckten abgemahnt. Abmahnwürdige Klauseln fänden sich jedoch auch bei allen anderen der 30 geprüften Unternehmen.

dapd.djn/kaf/mbr