Garten: Hartnäckigen Nagern auf der Spur

— Von Ines Plume — Knapp unter dem Boden buddeln sie ihre Gänge. Schieben mit ihren Pfoten alle fünf bis zehn Meter die Erde beiseite oder drücken sie nach oben weg: Krümelige, pyramidenartige Hügel etwa auf dem Rasen oder im Staudenbeet sind ein untrügliches Zeichen für Wühlmäuse im Garten. „Im Frühjahr tauchen dann die Narzissen gar nicht erst auf oder treiben nur verkrüppelt aus. Rosensträucher und Obstbäume welken“, schildert Ralf Jung vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die Folgen.

„Aber es ist dann noch nicht zu spät, gegen die Wühlmäuse – auch Schermäuse genannt – vorzugehen“, beruhigt der Diplom-Ingenieur für Gartenbau. Ist das Mäuseproblem erkannt, ist es allerdings höchste Zeit zu handeln. Denn die Nager schädigen die Wurzeln und richten erhebliche Schäden an den Pflanzen an. Vor allem junge Obstbäume, Beerenobststräucher und Ziergehölze wie Rosen oder Clematis sind betroffen. Aber auch Blumenzwiebeln sowie Wurzel- und Knollengemüse fressen die Wühlmäuse an. Deshalb gilt es, den hartnäckigen Schädling im Garten aufzuspüren.

Immer wieder Fallen aufstellen

Jung empfiehlt dazu sogenannte Wühlmausstäbe aus dem Fachhandel. Steckt man sie rings um die Hügel in den Boden, merkt man anhand des fehlenden Widerstands sofort, an welcher Stelle sich unter der Erde ein Gang verbirgt: „Hier wird eine Falle platziert – und die Maus gefangen.“ Umso besser, wenn man sie mit einem Stück Sellerie, Apfel, Kartoffel oder Möhre als Lockmittel ködere, rät der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW. Vor dem Aufstellen der Falle sollten allerdings die Hände mit Erde abgerieben oder Handschuhe angezogen werden, um die Wühlmäuse nicht durch den menschlichen Geruch abzuschrecken.

Die Falle sei die sicherste und umweltfreundlichste Methode, um Wühlmäuse zu bekämpfen, informiert auch die Bayerische Gartenakademie. Durchgangsfallen aus Metall oder Kunststoff bieten sich an. „Sie sind langlebig und können mehrfach verwendet werden“, erklärt Ralf Jung. Eine einzige Falle ist also ausreichend. „Nach etwa drei Wochen konsequentem Mäusefang hat man schon viel erreicht.“ Von speziellen Ultraschallgeräten als Schutz vor den Nagern hält der Gartenexperte dagegen nicht viel.

Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf

Aktuell sind Wühlmäuse im Hausgarten ein großes Thema. Denn das milde Wetter in den vergangenen Jahren mit trockenen Phasen im Herbst und Frühjahr habe dazu geführt, dass sich die Nager extrem vermehrten, sagt Jung. Und auch wenn das aktuell sehr feuchte Wetter einige das Leben kosten werde: Die Mäusepopulation sei so stark, dass sie dadurch nicht gravierend beeinträchtigt werde.

„Jetzt ist eine gute Zeit, sie zu bekämpfen“, unterstreicht Jung. Denn Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf und seien deshalb gerade im zeitigen Frühjahr auf der Suche nach Nahrung viel in ihren weitläufigen unterirdischen Gängen unterwegs, informiert die Landwirtschaftskammer NRW. Dabei bevorzugten die Tiere frische, feuchte Böden, außerdem Gräben, Wiesen, lichte Laub- und Mischwälder sowie vergraste Jungkulturen.

Neue Pflanzen mit Draht schützen

Zwischen März und Oktober bringt das Weibchen zwei bis vier Würfe mit Jungtieren zur Welt – mit je zwei bis fünf Jungen. Pro Jahr haben die Tiere also zehn oder auch mehr Nachkommen. Da auch die jungen Wühlmäuse jeweils einen neuen Bau anlegen, führe dies zu einer rasanten Ausbreitung des Schädlings. Das zeitige Frühjahr sei auch deshalb der beste Bekämpfungszeitraum – bevor die Vermehrung der Wühlmäuse beginnt.

Um in Zukunft Ruhe vor Wühlmäusen im Garten zu haben, rät Jung zu Körben beispielsweise aus Maschendraht mit einer Maschenweite von circa 15 Millimetern, die man selbst je nach erforderlicher Größe formen kann und um die Wurzeln legt. Der Draht ist zu engmaschig für die hartnäckigen Nager, so dass Wurzelwerk und Knollen geschützt sind. Blumenzwiebeln können alternativ auch in Pflanzkörbe aus Kunststoff gesetzt werden.

dapd/plu/K2200/esc