Garten: Kleinen Gärten durch Unterteilungen Struktur geben

Bad Honnef (dapd). Mit sorgfältiger Planung, gestalterischen Tricks und den richtigen Pflanzen lassen sich auch kleine Gärten optimal nutzen. Dabei gilt: Weniger ist mehr, denn ein kleiner Garten kann sonst schnell überladen wirken, betonen die Experten des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Ideal sei, wenn man den Garten in kleine Räume unterteilen könne – denn dann sei die Fläche nicht auf einen Blick überschaubar. Dies lasse den Garten größer wirken und mache ihn zudem spannender.

Geschnittene Hecken können vor neugierigen Blicken von außen schützen und grenzen auch innerhalb des Gartens Räume ab. Eine schmalere Alternative sind niedrige Zäune oder Rankgitter, die mit Efeu oder anderen Kletterpflanzen begrünt werden. Zu hohe Abgrenzungen könnten allerdings leicht erdrückend wirken, warnen die Gartengestalter. Wer sich mit seinem Nachbarn gut versteht, kann niedrige Sträucher oder ein Beet mit Stauden und filigran wachsenden Gräsern als lockere und luftige Grenze pflanzen. Auch Spalierobst ist eine interessante, transparente Abgrenzung innerhalb des Gartens. Es wächst auch gut an einer Mauer. Auf diese Weise lässt sich sogar auf kleinster Fläche Obst ernten. Säulenobstbäume, die nur etwa mannshoch werden und sehr schlank sind, benötigen ebenfalls wenig Platz.

Kletterpflanzen benötigen nur wenig Grundfläche

Eine weitere Möglichkeit, den begrenzten Raum optimal zu nutzen, ist die Einbeziehung der dritten Dimension in die Planung: Kletterpflanzen wie Clematis, Wilder Wein (Parthenocissus) oder die Trompetenblume (Campsis radicans) benötigen nur wenig Grundfläche und können doch eine erstaunliche Wirkung entfalten. Mit Rosenbögen lassen sich Durchgänge eindrucksvoll verschönern. Auch bei den nicht kletternden Pflanzen gibt es viele, die sich für einen kleinen Garten besonders gut eignen.

Bei der Auswahl der Pflanzen ist es sinnvoll, auf Arten und Sorten zu achten, die gleich mehrmals im Jahr mit besonderen Eigenschaften auftrumpfen: Zieräpfel beispielsweise blühen im Frühjahr und haben später im Herbst auffallende Früchte. Die Miniaturäpfel bleiben je nach Sorte bis weit in den Winter hinein an den Zweigen. Die Bartblume (Caryopteris Heavenly Blue) ist ein auffallender Spätsommerblüher mit mehreren interessanten Eigenschaften: Die blauen Blüten sind ein schöner Kontrast zu den silbrig-grauen bis graugrünen Blättern, die angenehm aromatisch duften. Der Federbuschstrauch (Fothergilla) schmückt sich im Frühling mit duftenden Blüten, im Herbst beeindruckt er mit seiner prachtvollen Herbstfärbung. Seine Blätter bieten ein schönes Farbenspiel von leuchtendem Gelb über feuriges Orange bis hin zu dunklem Rot.

Terrasse optisch in den Garten integrieren

Wenn der Garten klein ist, sollte die Terrasse nicht zu groß sein, weil die Proportionen sonst nicht zusammen passen. Bei einer großen Terrasse sollte man winterharte Pflanzen in Töpfen, Kästen oder Kübeln nutzen, um die Fläche optisch in den Garten zu integrieren, der auf diese Weise insgesamt größer und grüner wirkt, erklären die Fachleute. Beim Bodenbelag der Terrasse sei es sinnvoll, möglichst kleine Platten oder schmale Bretter zu verwenden. Auch für befestigte Wege sollte man in einem kleinen Garten besser kleine Steine oder Platten wählen, damit ein harmonisches Verhältnis zur umgebenden Gartenfläche entsteht.

dapd/thi/mhi