Handelsverband gegen generelle Rücknahmepflicht für Elektro-Schrott

Berlin (dapd). Der Handelsverband HDE hält die vom EU-Parlamentbeschlossene generelle Rücknahmepflicht für alte Elektro-Kleingeräte für verfehlt. „Damit werden Einzelhändler für die Entsorgung von Geräten verantwortlich gemacht, die sie nicht selber in den Verkaufgebracht haben“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag in Berlin. In Zukunft müsste zum Beispiel ein einfacher Handyshop Toaster, Rasierapparate oder sogar quecksilberhaltige Energiesparlampen annehmen, lagern und entsorgen.

„Diese generelle Rücknahmepflicht geht zu weit“, sagte Genth.Sinnvoller wäre es gewesen, die Händler zu verpflichten, Produkte gleicher Art bei Kauf eines neuen Geräts zurückzunehmen. Außerdem fehle eine Ausnahmeregelung für den Erhalt bestehenderRücknahmesysteme.

Die Abgeordneten hatten am Donnerstag über die Neufassung derRichtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte abgestimmt. Danach sollen Händler, die Elektrogeräte verkaufen, generell alle Sorten alter Elektro-Kleingeräte zurücknehmen.

Die Handwerksverbände ZDH und ZVEH erklärten, Unternehmen desElektrohandwerks mit einem Ladengeschäft drohten erhebliche,unverhältnismäßige Belastungen, wenn sie verpflichtet werden, die massenhaft über Internet und Großmärkte gekauften Kleingeräte zurückzunehmen.

dapd.djn/mwo/mwa