Heizölpreise: Wird Heizöl wieder so günstig wie früher? Die Gründe für den aktuellen Preisverfall!

Heizkoerper Thermostat

Verbraucher freuen sich über fallende Heizölpreise

Heizöl  müsste aktuell so teuer sein wie noch nie

Ob Israel, Syrien, Irak oder die Ukraine – Krisenherde, die den Ölpreis in die Höhe treiben könnten, gibt es derzeit mehr als genug. Eigentlich müsste Heizöl so teuer sein wie noch nie. Doch die Heizölpreise fallen – und das bereits seit Wochen. Wie ist diese Entwicklung entgegen allen Erwartungen zu erklären?

Die Preisanstiege der letzten Jahre machten Heizöl als Brennstoff zunehmend unattraktiver. Jedoch scheint seit diesem Jahr der Trend zur stetigen Verteuerung gebrochen zu sein. Der Heizölpreis ist derzeit mit durchschnittlich 72,90€ pro Hektoliter (Stand 06.11.2014) auf das Niveau des Jahres 2010 herabgesunken. Es scheint als würden bislang bekannte Preisbildungsmechanismen nicht mehr zu greifen.

Heizölpreis orientierte sich an den US-Vorräten

Einst waren die Vereinigten Staaten der weltweit größte Öl-Importeur. Sobald die Lagerbestände in den USA schrumpften, ging es mit den Ölpreisen weltweit bergauf. Die Heizölpreise in Deutschland zogen wenig später nach. Doch mit dem einsetzenden Fracking-Boom in den USA haben sich die Verhältnisse verschoben. Nicht mehr die OPEC-Länder fördern heute das meiste Öl, sondern die USA selbst. Demnach mißlingt es den OPEC-Ländern zunehmend die Ölpreise an den Weltmärkten zu diktieren. Das weltweite Ölangebot ist inzwischen größer als die Nachfrage, was üblicheriweise zu sinkenden Preisen führt.

Weniger Verbrauch von Öl – Globale Rezession

Nicht nur politisch sondern auch wirtschaftlich kriselt es in vielen Regionen der Welt. Als Beispiele sind Argentinien, die meisten EU-Länder sowie die USA zu nennen. Selbst in China wächst die Wirtschaft nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren. Eine schwächelnde Konjunktur geht i.d. Regel mit einer geringeren Nachfrage nach Öl einher. Eine sinkende Nachfrage nach einem Wirtschaftsgut hat sinkende Preise zur Folge.

Politische Krisenherde

Normalerweise gehen von politischen Krisenregionen – insofern eine geografische Nähe zu Ölfördergebieten besteht – preistreibende Signale aus. So reicht normalerweise eine Meldung in den Nachrichten über eine sich zuspitzende Krise, um die Börsen in Aufruhr zu versetzen. Jedoch nehmen die Krisen derzeit in einer ganz anderen Art und Weise Einfluss auf das Geschehen an den Rohstoffbörsen. Nicht mehr die Gefahr einer Verknappung der weltweiten Versorgung mit Öl steht im Vordergrund. Da es derzeit ohnehin schon auf jedem Kontinent mit der Wirtschaft kriselt, ist die Angst der Marktteilnehmer vor einer globalen Rezession gross. So kann derzeit ein Absinken aller wichtigen Börsenindizes beobachtet werden. Die verschiedenen politischen Krisenherde sorgen für eine zunehmende Verstärkung dieses Effekts.

Einfluss geänderter Rahmenbedingungen auf bekannte Preisfaktoren des Heizöls

Die bereits erläuterten Ursachen wirken sich auf die bekannten Preisfaktoren von Heizöl aus. So fällt der Preis des Mitteldestillats Gasöl bereits seit 5 Monaten kontinuierlich. Kostete die Tonne Gasöl damals umgerechnet ca. 690€, zahlt man heute (06.11.2014) für dieselbe Menge nur noch etwa 579€. Eine ähnliche Preisentwicklung lässt sich beim Rohöl beobachten. Kostete das Barrel Rohöl (Brent Crude) vor fünf Monaten etwa 85€, sind es heute gerade noch etwa 66€. Das Wechselkursverhältnis von Euro und Dollar verhindert, dass Importgüter wie Öl noch günstiger werden. Der Euro befindet sich auf einem Langzeittief, und kostet aktuell 1,25 USD.

Fazit

Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich das Verhältnis von Öl-Angebot und Nachfrage stark verschoben hat, woraus der Preisverfall letztlich resultiert. Durch die zusätzliche Ölförderung der USA hat sich das verfügbare weltweite Angebot deutlich vergrössert, gleichzeitig fallen die USA als wichtiger Öl-Importeur weg. Die zusätzlich schwächelnde Konjunktur senkt in zahlreichend Ländern die Nachfrage nach Öl. Hält der aktuelle Trend weiter an, können Verbraucher auf noch günstigere Heizölpreise hoffen.