Immobilieneigentümer sparen konsequenter – Immobilien machen glücklich und vermögend

Kommentar von Nils Olov Boback, Geschäftsführer von NCC Deutschland

Immobiien machen glücklich

Deutschlandweit sagen 58 Prozent der Immobilieneigentümer, sie empfänden ihr Leben als glücklich, bei Mietern waren es 44 Prozent.

Diese Überschrift klingt wie der platteste Werbespruch aus einer billigen Marketingbroschüre. Und doch legen wissenschaftliche Untersuchungen diesen Zusammenhang nahe. Schon länger bekannt waren Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), die zeigen, dass die Lebenszufriedenheit von Wohnungseigentümern deutlich größer ist als von Mietern.

Eine Untersuchung der Universität Hohenheim, bei der deutschlandweit insgesamt 4230 Mieter und Immobilieneigentümer befragt wurden, ist der Frage noch einmal eingehender  nachgegangen. Auf die Frage, ob das Leben für sie insgesamt eher glücklich oder unglücklich sei, antworteten deutschlandweit 58 Prozent der Immobilieneigentümer, aber nur 44 Prozent der Mieter, sie empfänden ihr Leben als glücklich. Nur vier Prozent der Immobilieneigentümer, aber mehr als doppelt so viele Mieter bezeichneten sich als „sehr unglücklich“. Auf die Frage: „Wie häufig sind Sie richtig glücklich?“ antworten 50 Prozent der Immobilieneigentümer, aber nur 36 Prozent der Mieter mit „häufig“.

Immobilienbesitz und die Wirkung auf das Glücksempfinden

Nun liegt der Einwand nahe, es handle sich dabei vielleicht um eine Scheinkorrelation. Denkbar wäre schließlich, dass sich das Haushaltsnettoeinkommen sowohl auf den Immobilienbesitz als auch auf das Glücksempfinden auswirkt. Doch eine tiefergehende Prüfung der Wissenschaftler der Universität Hohenheim bestätigt, dass das Wohneigentum den stärksten eigenständigen Einfluss auf den aktuellen Glückszustand hat.

Übrigens erklärten bei der Befragung 65 Prozent der Immobilieneigentümer und immerhin 45 Prozent der Mieter, sie seien der Meinung, dass Immobilieneigentum insgesamt betrachtet glücklicher macht, als zur Miete zu wohnen. 71 Prozent derjenigen, die keine Immobilie besitzen, geben denn auch an, die finanzielle Belastung sei für sie der Grund, warum sie bislang noch zur Miete wohnen.

Auch die zweite Behauptung, dass Immobilien den entscheidenden Einfluss auf die Frage haben, wie vermögend ein Mensch wird, ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank beträgt das Nettovermögen in Deutschland bei Immobilieneigentümern ohne Hypothek 457.820 Euro, bei Eigentümern mit Hypothek 270.130 Euro und bei Mietern nur 47.750 Euro.

Zusammenhang von Glück und Wohneigentum

Auch hier liegt – wie bei der These über den Zusammenhang von Glück und Wohneigentum – wiederum der Einwand nahe, diese Diskrepanz lasse sich vielleicht einfach daraus erklären, dass eher die besser verdienenden Personen Immobilien kaufen. Ist der Immobilienbesitz also vielleicht nicht die Ursache, sondern nur die Folgewirkung der besseren Einkommenssituation?

Die Wissenschaftler des Institutes Empirica verglichen Personen mit einem gleichen monatlichen Haushaltsnettoeinkommen. Auch hier zeigte sich die erhebliche Diskrepanz in der Vermögenssituation von Personen mit und ohne Immobilieneigentum: In der gleichen Einkommensgruppe (2000 bis 3000 Euro Haushaltseinkommen) haben im sechsten Lebensjahrzehnt Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern 161.288 Euro, Besitzer von Eigentumswohnungen 113.440 Euro und Mieter nur 15.475 Euro Nettovermögen.

Immobilieneigentümer sparen konsequenter

Der Grund: Immobilieneigentümer sind einfach gezwungen, sehr viel konsequenter zu sparen. Mieter und Wohnungseigentümer sparen ansonsten – sieht man von der Tilgung ab – etwa gleich viel. Bei den Immobilieneigentümern kommt jedoch die Tilgung der Immobilie zu den sonstigen Sparleistungen noch hinzu. Im Alter verfügen diese Menschen über eine entschuldete Immobilie und können dann die zur Gewohnheit gewordene Sparleistung in anderen Anlageformen fortsetzen.

Also: So platt die Behauptung klingt, Wohneigentum mache glücklich und vermögend – sie ist durch wissenschaftliche Untersuchung durchaus gut belegt.