Inneneinrichtung: Visitenkarte des Heims

– von Katja Fischer –  Oft ist er nur ein paar Quadratmeter groß. Oder ein langer schmaler Schlauch, der sich durch die ganze Wohnung zieht. „Den Flur einzurichten, ist gar nicht so einfach“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. „Er soll einen schönen ersten Eindruck beim Eintritt in die Wohnung vermitteln. Und gleichzeitig will man dort all die Dinge unterbringen, die man täglich braucht, wie Mäntel, Jacken, Schuhe, Schals, Schirm und Mützen.“

„Die meisten Flure sind aufgrund der räumlichen Situation nicht dazu geeignet, besonders repräsentativ zu wirken. Grundsätzlich gilt, dass man sie möglichst nicht zu voll stellen sollte, damit man sich noch darin bewegen kann“, ergänzt Uwe Völcker, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Bundes Deutscher Innenarchitekten. Der Berliner Innenarchitekt kennt viele Flure in alten Mietshäusern, die sogar so schmal sind, dass sich darin gar nichts stellen lässt. „Da reicht ein Spiegel an der Wand, der den Flur optisch aufweitet.“

Vor dem Möbelkauf Stauraum planen

Wie viel Stauraum der Flur bieten soll, hängt nicht nur von den räumlichen Gegebenheiten, sondern auch von der Situation der Bewohner ab. Eine Familie mit Kindern braucht wesentlich mehr Unterbringungsmöglichkeiten als ein Paar oder ein Single.

Man sollte im Vorfeld überlegen, ob im Flur nur die tägliche Garderobe hängen soll oder ob zum Beispiel auch alle Schuhe dort Platz finden müssen. Sollen die Schals und Mützen der Familie für den Winter dort deponiert werden? Brauchen wir Platz für die Schlüssel? Steht das Telefon im Flur? „All das muss geklärt werden, ehe es an die Einrichtung des Eingangsbereichs geht“, rät Ursula Geismann. Denn davon hängt ab, welche Möbelstücke angeschafft werden müssen.

„In Fluren mit hohen Decken bieten sich Hängeböden für die Lagerung von saisonaler Bekleidung und anderen Dinge an“, schlägt Innenarchitekt Völcker vor. „Man kann eine Unterdecke ziehen und darin Strahler installieren oder Pendelleuchten anbringen. Von unten sieht man dann nicht, was sich oberhalb dieser Lichtpunkte befindet. Das zieht den Raum optisch herunter.“

Stilmix im Eingangsbereich

Elementarer Bestandteil des Flures ist die Garderobe. Vielen Leuten reichen einzelne Garderobenhaken, die für Kinder in deren Reichweite angebracht werden. Aber es gibt auch spezielle Flurmöbel. „Einige Spezialhersteller konzentrieren sich auf Flur- und Dielenmöbel“, berichtet Ursula Geismann. Die gibt es in vielen Varianten und für jeden Geldbeutel: „Flurmöbel sind heute auch mal stylisch.“ Praktisch sind zum Beispiel Module für Kleinstflure, die mit Schubladen oder Klappen lieferbar sind und beliebig kombiniert werden können. Auch Stilmix ist angesagt: So wirkt eine Biedermeierkommode für Schals und Handschuhe besonders gut neben Stücken in strengem, modernen Design.

Wichtig ist, dass die Möbel praktisch sind und ihre Funktion erfüllen. „Das Innenleben der Möbel kann je nach den eigenen Bedürfnissen zusammengestellt werden“, erklärt Ursula Geismann. „Wer viel Stauraum benötigt, wählt Schubfächer, Schrank und Regalfächer. Bei Garderobenschränken sollte auf die Türmechanik geachtet werden. In kleinen Räumen sind Schiebe- oder Drehtüren besser geeignet als Klapptüren.“

Helle Farben machen größer

Wandfarbe und Bodenbelag unterstreichen den Charakter des Flurs. „Frische, nicht zu dunkle Farben verleihen ihm einen freundlichen Eindruck. Dabei gilt: Je kleiner der Raum, desto heller sollte er sein.“ Aber auch in kleinen Räumen braucht man auf individuelle Details nicht zu verzichten: Ein Wandtattoo mit einem Spruch oder Bild, eine kleine Fotogalerie oder ein paar Accessoires machen den Eingangsbereich wohnlich. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.

dapd/kaf/esc