Kaum jemand baut Wohnungen

Niedrigster Stand in Deutschland seit der Wiedervereinigung
Region. Der Wohnungsbau ist nach einer Studie in Europa massiv zurückgegangen in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die stärksten Rückgänge meldeten zwei andere EU-Länder. Die Konjunkturkrise wirkt sich laut Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo auch deutlich auf den Markt für Immobilien aus. Der Bau neuer Wohnungen ging der Studie zufolge in Deutschland bereits in den vergangenen Jahren zurück. 2008 wurde jedoch der Tiefpunkt erreicht. 152.000 neue Wohnungen bedeuten den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

In diesem Jahr dürfte der Neubau um rund ein Fünftel nachgeben. Frühestens 2011 dürfte sich der Markt etwas erholen. Von den europäischen Nachbarn seien Spanien und Irland vom Einbruch des Wohnungsbaus besonders stark betroffen. In beiden Ländern wurde in der zurückliegenden Boomphase weit über den Bedarf hinaus gebaut. Die Baugenehmigungen gingen deutlich von 915.000 im Jahr 2006 auf 250.000 in 2008 zurück, wie Ifo weiter berichtet.

Als Gründe für den Rückgang führen die Forscher an, dass die Preise für Wohnimmobilien fallen, die Arbeitslosenzahlen in den meisten europäischen Ländern steigen und die Banken bei der Vergabe von Krediten restriktiver sind. Der Bauexperte des Ifo-Instituts, Ludwig Dorffmeister, sieht die Wohnungsversorgung in Deutschland insgesamt als gut an, wenn auch mit großen regionalen Unterschieden . Nur in wenigen Regionen drohe aufgrund geringer Neubautätigkeit und arbeitsplatzbedingter Zuwanderung Wohnungsmangel. In anderen Regionen dagegen stände jede zehnte Immobilie leer. (bb)