Mit einfachen Handgriffen die Heizkosten senken

Mit einfachen Handgriffen die Heizkosten senken – Durch richtiges Lüften, Thermostatventile oder einen Ventilator spart man bares Geld

Eine energiesparende Ausstattung von Haus und Wohnung mit zeitgemäßen Dämmstoffen ist das beste Mittel, um Heizkosten gering zu halten. «Durch besonnenen Umgang mit Heizung und Raumluft lassen sich in der kalten Jahreszeit aber ebenfalls erhebliche Energieeinsparungen erzielen», sagt Andrea Grimm, Energieberaterin und Architektin bei der Verbraucherzentrale in Hamburg.

Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad Celsius spart 6% Heizkosten

Eine Absenkung der Raumtemperatur um jeweils ein Grad Celsius verringert nach Worten der Verbraucherberaterin den Heizwärmebedarf um sechs Prozent. Die um wenige Grad niedrigere Wohntemperatur lasse sich ohne Komfortverlust mit geeigneter Kleidung ausgleichen. Über Nacht oder wann immer ein Raum nicht genutzt wird, kann die Temperatur weiter abgesenkt werden: «Das spart fast immer Energie, allerdings in unterschiedlichem Maße», sagt Andrea Grimm. Je stärker der Raum während der Heizpause – natürlich bei geschlossenem Fenster – abkühlt, desto höher sei die Einsparung. Zu Beginn der Absenkphase sollte das Zimmer kurz stoßgelüftet werden. Danach werden die Türen geschlossen, damit aus den genutzten Zimmern keine Feuchtigkeit eindringt. «Feuchte Luft braucht wesentlich mehr Energie als trockene Luft, um auf die gleiche Temperatur erwärmt zu werden», bestätigt Christian Jung, Heizenergie-Experte beim Online-Ratgeber energie-kosten-senken.de in Halle. Daher sollten die Zimmer auch nur dann gelüftet werden, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen geringer ist als drinnen.

Optimale Raumtemperatur zwischen 19 bis 22 Grad

Freilich hat die Verringerung der Raumtemperatur auch ihre Grenzen. «Um die Gefahr von Feuchteschäden zu vermeiden, dürfen die Bauteile nicht zu sehr auskühlen», erklärt Andrea Grimm. Deshalb sollte die Temperatur bei schlechtem Wärmeschutz nicht unter 18 Grad, bei besserem Wärmeschutz nicht unter 16 Grad liegen, was sich mit dem Raumtemperaturregler einstellen lässt. Bei langer Abwesenheit ohne Freisetzung von Feuchtigkeit – etwa in einem Ferienhaus – könne die Temperatur auch weiter abgesenkt werden, aber nicht unter 12 Grad, wenn ein frostgefährdetes Wasserrohr in der Außenwand liegt. Christian Jung rät dazu, die Heizung bei mehreren Tagen Abwesenheit auf Frostschutzposition zu stellen.

Raumtemperaturregler und Thermostatventile nie über die benötigte Temperatur hinaus aufdrehen

Raumtemperaturregler und Thermostatventile dürfen nach Angaben von Architektin Grimm nie über die benötigte Temperatur hinaus aufgedreht werden. Sonst kommt es leicht zur Überheizung und der Regler nutzt die Sonneneinstrahlung nicht optimal. Damit Thermostatventile funktionieren, darf der im Drehgriff angeschlossene Temperaturfühler nicht im Wärmestau hinter Heizkörperverkleidungen, Möbeln oder Vorhängen stecken und nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.

Oftmals entstehen Auskühlverluste durch zu langes Lüften, so die Erfahrung der Energieberaterin. Besser sei es, alle Räume gleichzeitig querzulüften. In der Heizperiode sollte man zudem darauf verzichten, mit offenem Fenster zu schlafen. «Zu langes Lüften kann auch eine tückische Eigenschaft von Thermostatventilen aktivieren», erläutert Andrea Grimm: Fällt die hereinströmende Kaltluft zu lange auf den Ventilfühler, kann selbst ein zugedrehtes Ventil wieder öffnen und buchstäblich zum Fenster hinausheizen. Wer sich dagegen an die kurze und gleichzeitige Querlüftung aller Räume gewöhnt, wird kaum mehr vergessen, die Fenster auch wieder zu schließen.

Wärmeverlust am Fenster reduzieren

Sind Rollläden vorhanden, so können auch diese zeitweise als Wärmeschutz des Fensters eingesetzt werden. «Der Wärmeverlust am Fenster geht dadurch bei Einscheiben-Verglasung um 47 Prozent, bei unbeschichteten Zweischeibenverglasungen um 33 Prozent und bei Wärmeschutzverglasung um 19 Prozent zurück«, rechnet Andrea Grimm vor. Voraussetzung ist allerdings, dass der Rollladen dicht schließt. Auf der Innenseite können Gardinen die kalte Glasoberfläche bis zu einem gewissen Grad abschirmen. Dazu sollte das Gewebe nicht zu dünn sein und einen geringen Lochanteil haben. Die Vorhänge sollten mit dem Fenstersims abschließen und dürfen den darunter stehenden Heizkörper nicht verdecken. Generell sollten alle Heizkörper frei stehen, damit die Warmluft zirkulieren kann, rät Experte Jung von energie-kosten-senken.de: »Überprüfen Sie außerdem, ob an Ihren Fenstern überall die Dichtungen in Ordnung sind, damit die kostbare Heizwärme nicht durch die Ritzen verloren geht.»

Deckenventilator bringt durch Luftzirkulation warme Luft nach unten

Mit kleinen technischen Hilfsmitteln lassen sich nach Worten von Christian Jung weitere Heizenergie-Einsparungen erzielen. So hilft ein zusätzlicher Deckenventilator bei der Luftzirkulation und bringt die unter der Decke gestaute warme Luft wieder nach unten, wo sie gebraucht wird. Wer einen elektrischen Raumentfeuchter einsetzt, braucht weniger zu lüften und vermeidet dadurch Wärmeverluste. Zusätzlich reflektiert eine in Baumärkten erhältliche Reflexionsfolie zwischen Heizkörpern und Außenwänden die Heizwärme, anstatt sie ins Mauerwerk durchzulassen.

ddp/tvo/esc