Sanierung: Im Denkmal drohen hohe Sanierungskosten

Ganderkesee (dapd). Denkmalgeschützte Immobilien sind häufig sanierungsbedürftig. Bei ihrer Modernisierung könnten ungeahnte Kosten auf den Eigentümer zukommen. „Man weiß vorher nicht, welche Qualität verbaut wurde. Bei der Sanierung stößt man dann auf böse Überraschungen“, sagt Jens Gause vom Sachverständigen-Netzwerk „Der Hausinspektor“. Er rät daher, sich bereits vor dem Kauf von einem Experten beraten zu lassen. „Dies kann ein mit Altbauten betrauter Architekt, Bauingenieur oder Bauschadengutachter sein.“ Dieser überprüfe alle Zahlen und Fakten und verschaffe sich eine genaue Übersicht über zwingende Modernisierungsarbeiten. „Im Zweifelsfall kauft man doch nicht oder man verhandelt den Preis neu“, sagt Gause.

Günstiger als Neubauten seien denkmalgeschützte Häuser nicht unbedingt, auch wenn sie sanierungsbedürftig seien. „Der Preis hängt stark von der Immobilie und ihrer Lage ab. Wenn sie in einem noblen Viertel steht, dann wird der Preis entsprechend hoch sein“, weiß der Immobilienexperte.

Behördliche Genehmigung nicht vergessen

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten sollte man sich über die behördlichen Auflagen informieren. Denn nicht alles darf bei denkmalgeschützten Gebäuden verändert werden. „Dies betrifft den äußeren Teil des Hauses. Man darf zum Beispiel nichts an der Außenfassade oder der Dachform ändern. Wenn man Fenster erneuert, müssen die aus Holz sein“, erklärt Gause.

Eigentümer seien nicht verpflichtet zu sanieren. Möchten sie trotzdem eine Modernisierung vornehmen, müssten sie alle anfallenden Maßnahmen von der Denkmalbehörde genehmigen lassen. Geschehe dies nicht, drohe dem Eigentümer ein Verfahren wegen nicht autorisierten Bauens.

Manche Sanierungsarbeiten seien auch steuerlich absetzbar. „Wer sein Haus oder seine Eigentumswohnung in einer Denkmalanlage vermietet, kann die Modernisierungsarbeiten abschreiben“, sagt der Experte. Auch die KfW-Bankengruppe vergebe spezielle zinsgünstige Darlehen.

dapd/ebe/esc