Seerosen – Nicht jede Pflanze passt in jeden Teich

Kaarst/Magdeburg (ddp). kr8t42mjme Sie blühen klassisch weiß, rosa, orange oder sogar blau – Seerosen sind die Stars im Gartenteich. Ob gefüllt oder schlicht, wuchtig oder filigran: Für Gewässer jeder Größe lässt sich die passende Seerose finden. In einer kleinen Schale mit nur zehn Zentimetern Wassertiefe fühlen sich Zwergseerosen wohl, während sich manche Riesensorte bis ins drei Meter tiefe Wasser vorwagt. Am bekanntesten sind hierzulande winterharten Seerosen, die in der kalten Jahreszeit im Wasser bleiben und im Frühjahr neu austreiben.

Seerosen werden nach Wuchstypen und Wassertiefen unterteilt: «Bei der Auswahl darf man nicht nur nach Farbe und Blütenform gehen. Nicht jede Pflanze passt in jeden Teich», sagt Steffen Preller, Inhaber des Fachhandels Seerosenwelt in Dodendorf bei Magdeburg. Je nach Sorte muss die richtige Wassertiefe unbedingt eingehalten werden. Ist der Wasserstand zu niedrig, schieben die Seerosen zu viele Blätter und blühen nicht. Zu stark wachsende Seerosensorten sind ohnehin für Gartenteiche unpassend. «Weiße Sorten sind oft besonders wuchskräftig, da sie von meist sehr starkwachsenden Wildarten abstammen», sagt Cornelia Pötschke-Kirchhartz, Inhaberin und Geschäftsführerin des Versandhauses Gärtner Pötschke im nordrhein-westfälischen Kaarst.

Generell lieben Seerosen ruhige Gewässer. In Teichen mit Springbrunnen, Wasserfall oder unruhigem Bachlauf entwickeln sie sich nur zögerlich oder gehen ganz ein. «Seerosen mögen kein ständiges Benetzen der Blätter, besonders empfindlich reagieren sie aber auf frisches und kaltes Wasser», so Pötschke-Kirchhartz. Gepflanzt werden können sie ab April: Je wärmer das Wasser ist, desto besser wachsen sie an. Damit eine große Anzahl Seerosenblüten erscheint, sollte der Teich mindestens sechs Stunden täglich in der Sonne liegen. Einige Sorten kommen aber auch noch im Halbschatten zum Blühen, beispielsweise die kräftig rosa blühende «Rosennymphe».

Seerosenblüten können nach Auskunft der Bayerischen Gartenakademie sogar als Schnittblumen verwendet werden: Sie öffnen und schließen sich zwar täglich, doch durch das kurzzeitige Einstellen in 55 Grad Celsius warmes Wasser bleibt die Blüte in der Vase geöffnet. Fünf bis sechs Tage kann man sich dann an ihr erfreuen.

«Zum guten Gedeihen brauchen Seerosen nährstoffreiche, lehmige Erde», empfiehlt Seerosen-Spezialist Steffen Preller. Sehr schwere und tonige Böden können mit Sand oder bis zu maximal 50 Prozent mit gutem Gartenboden vermischt werden. Nicht geeignet für Seerosen sind Torf und Moorböden. «Alle in Körbe gepflanzten Seerosen, deren Wurzeln außerhalb keinen Boden finden können, müssen nach dem ersten Jahr ständig nachgedüngt werden, da sie sonst regelrecht verhungern», sagt Cornelia Pötschke-Kirchhartz. Zum Düngen eigneten sich speziell entwickelte Wasserpflanzen-Düngekegel. Das Eindrücken solcher Düngekegel sollte nach Auskunft der Gartenexpertin ein- bis zweimal zwischen Anfang April und Anfang August geschehen. So sei garantiert, dass keine Nährstoffe ins Wasser gelangen, da es sonst zu einer starken Algenbildung kommt.

Tropische Seerosen bestechen durch ihre leuchtenden Farben, sind aber nicht winterhart. Besonderer Hingucker sind blaue und violette Sorten. Sie eignen sich am besten für Kübel im Wintergarten oder auf dem Balkon. «Die Kultur tropischer Seerosen ist denkbar einfach, wenn die Temperaturen und die Lichtverhältnisse stimmen», sagt Steffen Preller. Kübel und Fässer können mit handelsüblichen Aquarienheizungen ausgestattet werden. «Die Wassertemperatur kann dann bequem über Thermostate geregelt werden. Sie sollte konstant bei 20 bis 25 Grad Celsius liegen», so Preller.

Generell ertragen blaue Sorten niedrigere Temperaturen besser als andersfarbige. 20 Grad Wassertemperatur brauchen aber auch sie. «Tropische Seerosen sind leicht beleidigt. Wenn die Wassertemperatur plötzlich abfällt, wechseln sie in eine Ruhephase, aus der sie in diesem Jahr nicht mehr zu wecken sind», weiß Preller. In gut isolierten heizbaren Becken mit Zusatzbelichtung können tropische Seerosen ganzjährig kultiviert werden. Ansonsten besteht auch die Möglichkeit, die Knollen feucht im Kühlschrank oder im frostfreien Keller zu überwintern. «Die Chance, dass die Pflanze den Winter übersteht, liegt aber nur bei etwa 70 Prozent», sagt Steffen Preller.

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