Studie: Strom in ländlichen Regionen deutlich teurer

Berlin (ddp). Verbraucher im ländlichen Raum müssen einer Untersuchung zufolge für ihren Strombezug deutlich tiefer in die Tasche greifen als Verbraucher in Ballungsgebieten. Sie zahlen durchschnittlich 4,2 Prozent mehr, wie die Verbraucherportal toptarif.de am Mittwoch in Berlin mitteilte. Beim Gas gibt es hingegen keine großen Unterschiede.

«Der durchschnittliche Strompreis für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom liegt in den 25 größten deutschen Städten bei 853 Euro», rechnete Energieexperte Thorsten Bohg vor. «Bei den 25 größten Flächenversorgern in der Bundesrepublik müssen bei gleichem Verbrauchswert dagegen im Schnitt 890 Euro bezahlt werden». Grundlage der Berechnungen seien die jeweils günstigsten regulären Tarife der lokalen Grundversorger.

Grund für die Preisunterschiede sind den Angaben zufolge die höheren Kosten zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur pro Kopf im ländlichen Raum. «Die sprichwörtlich ‚weiten Wege‘ auf dem Land werden von vielen Versorgern auf die Kunden umgelegt, wodurch diese vergleichsweise mehr zur Kasse gebeten werden», machte Bohg deutlich.

Im Gegensatz zu den Strompreisen variieren die aktuellen Gaspreise zwischen Stadt und Land den Angaben zufolge nur marginal. Im Durchschnitt zahle ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden Gas in den 25 größten deutschen Städten 1264 Euro im günstigsten Tarif des Grundversorgers. Bei den 25 größten Flächenversorgern werden im Schnitt 1276 Euro fällig. Im Gegensatz zu den Strompreisen habe der vom Ölpreis abhängige Einkaufspreis beim Gas ein viel höheres Gewicht auf die tatsächlichen Kosten für die Endkunden. Die Verteilungskosten spielten beim Gas eher eine untergeordnete Rolle.

ddp.djn/rab/mwo