Windröschen – Anemonen blühen von Frühjahr bis Herbst

anemonen

In gemäßigten Klimazonen wachsen über 100 Arten der Anemone. Der klangvoller Name Anemone kommt von «anemos», dem griechischen Wort für Wind.

Anemonen sind Schmuckstücke, die zu allen Jahreszeiten im Garten blühen. Je nach Art und Sorte wachsen sie in sonnigen und schattigen Bereichen. Während die im Frühjahr blühenden Anemonenarten mit etwa 20 Zentimetern Wuchshöhe zu den Kleinstauden gehören, erreichen die im Sommer und im Herbst blühenden Anemonen eine Höhe von 80 bis 120 Zentimetern. Anemonen blühen in Farben Weiß über Rosa bis Purpurrot. An ihren Naturstandorten wachsen sie überwiegend in Gruppen. «Um auch im Garten ihre volle Wirkung zu entfalten, sollten sie vorzugsweise in Tuffs von mindestens fünf Stück gepflanzt werden», empfiehlt Katharina Adams, erste stellvertretende Präsidentin der Gesellschaft der Staudenfreunde mit Sitz im baden-württembergischen Ettenheim.

In den gemäßigten Klimazonen wachsen etwa 100 Anemonenarten. Ihr klangvoller Name kommt von «anemos», dem griechischen Wort für Wind. «Tatsächlich bewegen sich die zarten Blüten schon im leichtesten Windhauch, wie der deutsche Name Windröschen andeutet», sagt Katharina Adams. Anemonen gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und sind im Garten sehr anspruchslose und pflegeleichte Stauden.

Im Frühjahr blühenden Anemonen: Das Buschwindröschen

Zu den im Frühjahr blühenden Anemonen gehören das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und das Schöne Windröschen (Anemone blanda). Das Schöne Windröschen blüht besonders früh. Bei milder Witterung reckt diese Anemone bereits ab Februar ihre zehn bis 15 Zentimeter hohen Blütenköpfchen. Die Farbpalette der Blüten reicht von Weiß über Dunkelblau bis hin zu vielen Rosavarianten. Diese Anemone fühlt sich im lichtschattigen Steingarten und zwischen Gehölzen sehr wohl.

Das Buschwindröschen bedeckt im März ganze Waldlichtungen mit seinem weißen Blütenteppich. «Durch ihre frühe Blütezeit können Buschwindröschen die ersten Sonnenstrahlen im Frühling nutzen, weil dann die Bäume noch unbelaubt sind. Wenn die Sonnenstrahlen an Kraft gewinnen, schützt das frische Laub der Gehölze die Schatten liebenden Waldstauden», sagt Katharina Adams. Im Garten eignen sie sich mit ihrer Höhe von zehn bis 15 Zentimetern daher hervorragend als früh blühende Bodendecker im Halbschatten vor und zwischen Gehölzen.

Die Anemone im Frühsommer: das Große Waldwindröschen

Im Frühsommer zeigt dann das Große Waldwindröschen (Anemone sylvestris) seine zahlreichen kleinen und weißen Blüten und erreicht eine Höhe von bis zu 40 Zentimetern. «Auch diese Staude passt ausgezeichnet vor und zwischen Gehölze. Trotz ihres schattigen Namens verträgt sie Trockenheit und Sonne hervorragend», sagt Adams.

Von September bis Oktober ist dann die Hauptblütezeit der Herbstanemone, botanisch Anemone japonica. «Die pflegeleichte Gartenblume mit dem Charme einer Wildpflanze ist seit dem 19. Jahrhundert in unseren Gärten heimisch», sagt Thomas Wagner vom Bundesverband deutscher Gartenfreunde in Berlin. Es würden regelmäßig neue Sorten gezüchtet, die für Abwechslung im Blumenbeet sorgen. Die Herbstanemone ist ein Tiefwurzler, der gern sonnig bis halbschattig am Rand von großen Sträuchern steht. Der Boden sollte frisch und humusreich sein. «Ist der Boden jedoch zu gut, verwildern die Stauden rasch. Um die Pflanzen zu reduzieren, sticht man die Wurzelausläufer einfach ab», rät Wagner. Im Winter kann die Herbstanemone mit einer Kompostschicht vor Frost geschützt werden. Die abgetrockneten Blütenstängel können nach der Blüte stehengelassen werden. Die Samenstände platzen auf und ähneln dann einer Baumwollblüte.

Pflanzzeit für Herbstanemonen ist von Frühjahr bis Spätsommer

Die beste Pflanzzeit für Herbstanemonen ist von Frühjahr bis August. Typisch für sie sind die stattlichen, stabilen Blütenstiele, die gut einen Meter hoch werden. Zu den Klassikern zählen die schneeweiß blühende «Honorine Jobert», die violett-rosa blühende «Königin Charlotte» und «Pamina» mit kräftigen roten Blüten. Teilweise leuchten sie bis zum Frost. Eine ebenfalls altbewährte und mit ungefähr 70 Zentimetern etwas kleiner bleibende Herbstanemone ist die weinrot blühende Sorte «Prinz Heinrich». «Die sommer- und herbstblühenden Arten passen im Staudenbeet sehr gut zu Eisenhut, Herbst-Aster, Silberkerze, Funkien, Farnen und Schattengräsern», rät Gartenexpertin Adams. Niedrige Gräser wie die Japan-Segge verleihen zusammen mit Japan-Anemonen jedem Garten ein fernöstliches Flair.

kl/ddp/thi/kat

Fotohinweis: Anemone narcissiflora / Swallowtail Garden Seeds / Flickr / CC BY-2.0)