Wüstenlilien auf der Fensterbank

aloe vera blatt

Aloe vera ist eine alte Kulturpflanze. Die Blätter können medizinisch und kosmetisch verwendet werden

Sie ist eine echte Überlebenskünstlerin. Überall wo es trocken und heiß ist, gedeiht sie prächtig – nicht zuletzt, weil ihre dicken Blätter Wasser speichern können: Aloe vera, die Wüstenlilie. Denn obwohl sie aussieht wie ein Kaktus, handelt es sich um eine Lilien-Art.

Aloe vera ist eine alte Kulturpflanze, die durch heilkundige spanische Jesuiten im 16. Jahrhundert verbreitet wurde. Zu dieser Zeit gelangte sie auch in englische Gärten. «Der gelartige, kühlende Saft wurde schon in der Antike aus den fleischigen Blättern gewonnen. Alexander der Große ließ die Verletzungen der Soldaten damit behandeln», sagt Barbara Lawatsch vom Botanischen Garten der Stadt Wuppertal.

Bis heute gilt das Gel der fleischigen Blätter als linderndes Hausmittel bei kleineren Wunden. Es kommt bei Verbrennungen als Kühlung und in kosmetischen Produkten als Feuchtigkeitsspender zum Einsatz. Doch nicht nur ihre heilkundliche Verwendung, sondern auch das Erscheinungsbild der Aloe vera fasziniert viele Pflanzenfreunde.

Die Wüstenlilie Aloe vera

Wild wachsende Aloe-Arten sind seit 1973 durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. «Es gibt fast 400 Aloe-Arten, die meist aus Afrika stammen. Nur wenige dieser Liliengewächse finden sich im Mittelmeergebiet und Arabien», sagt Agraringenieur Jürgen Thal von der Berufsbildenden Schule für Weinbau und Gartenbau im Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück. Beliebt sind die Pflanzen aber auch bei uns. Die Echte Aloe ist zwar frostempfindlich, kann aber sehr gut im Sommer im Garten und im Winter bei 12 bis 15 Grad im Haus gehalten werden. «Generell ist die Aloe eine sehr dankbare Zimmerpflanze, die fast ohne Pflege auskommt. Kleinere Exemplare wachsen gut auf hellen Fensterbänken», sagt Thal. Sie entwickeln sich im Jugendstadium sehr kompakt, die prallen Blätter stehen rosettig und zeigen Randstacheln.

  • Aloe vera ist eine alte Kulturpflanze
  • Die Blätter der Pflanzen stehen rosettig und zeigen Randstacheln
  • Heilkundige spanische Jesuiten verbreiteten die Pflanze im 16. Jahrhundert
  • Das Gel der Blätter ist linderndes Hausmittel bei kleineren Wunden.Bei Verbrennungen kann es als Kühlung eingesetzt werden, in kosmetischen Produkten als Feuchtigkeitsspender.
  • Wild wachsende Pflanzen sind seit 1973 geschützt durch das Washingtoner Artenschutzabkommen
  • Es gibt ungefähr 400 Aloe-Arten, zumeist aus Afrika, aber auch einige wenige aus dem Mittelmeergebiet und Arabien
  • Aloe Pflanzen sind frostempfindlich, können aber im Sommer problemfrei im Garten und im Winter bei 12 bis 15 Grad im Haus gehalten werden.
  • Bei Topfhaltung lässt man die Erde komplett austrocknen, bevor man erneut gießt. Insgesamt wird die Pflanze nur mäßig gegossen.
  • Aloe-Pflanzen lassen sich durch seitliche Ableger, so genannte Kindel, vermehren.

Aloe vera als Zimmerpflanze

Wüstenlilie Aloe vera

Die Wüstenlilie Aloe vera ist auch beliebt als Zimmerpflanze im modernen „Urban Jungle“

Aloe vera benötigt lockeres, sandiges Substrat oder fertige Sukkulentenerde und einen hellen Standort. «In Topfhaltung sollte man die Erde komplett austrocknen lassen, bevor neu gegossen wird. Insgesamt darf die stachelige Pflanze nur mäßig gegossen werden», erklärt Barbara Lawatsch. Es kann sonst leicht zu Pilzinfektionen kommen. «Nichts wirft eine Aloe so schnell um wie stauende Nässe und es ist deprimierend zu sehen, wie auch stattliche Exemplare an einem solchen Kulturfehler eingehen können», sagt auch Jürgen Thal. Das gelte besonders für den Winter, in dem die Aloen nur selten Wasser erhalten dürfen. Denn auch in ihrer Heimat kommen sie oft wochenlang ohne Wasser aus. Die Temperatur sollte aber nicht unter sechs Grad absinken, ein vollsonniger Standort ist auch im Winter zu empfehlen. Während der Vegetationszeit bringt dann ein Kakteendünger alle drei Wochen das Wachstum in Gang.

Ältere Exemplare dieser Gattung können Blätter mit einer Länge von 80 Zentimetern bei einer Breite von 20 Zentimetern produzieren. Sie erinnern in ihrer gesamten Wuchsform ein wenig an kleinere Agaven. Zur Blüte kommen allerdings nur ältere Aloen gelegentlich. «Vorteilhaft ist, dass alle Aloe-Arten sich in unserer trockenen Heizungsluft im Prinzip wohlfühlen und deshalb keinen besonderen Standort brauchen», sagt Pflanzenfachmann Thal. Wichtig sei aber viel Licht. Im Sommer stehen die Aloen deshalb idealerweise im Freien, weil hier die Lichtintensität wesentlich höher ist als im Haus.

Vermehren kann man eine Aloe durch seitliche Ableger, die so genannten Kindel. Dazu sollte die gesamte Pflanze ausgetopft werden, um die Kindel vorsichtig mit den Händen von der Mutterpflanze abzuziehen. Sie sollten schon erste eigene Wurzeln haben. Diese bewurzelten Sprosse können nun einzeln in Töpfe mit neuer Erde gesetzt werden.

 

Wüstenlilien auf der Fensterbank