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Das richtige Fertighaus

Fertighaus Foto: WeberHaus.de
Fertighaus – Foto: WeberHaus.de

Der Traum vom eigenen Haus ist schön. Ihn ohne lange Wartezeit in die Tat umzusetzen, wünschen sich viele. Doch Vorsicht – wichtig ist, den Begriff nicht zu verwechseln. Ein Schlüsselfertighaus ist etwas vollkommen anderes als ein Fertighaus und der Unterschied im fachlichen Sinn höchst wichtig.
Der Verband Privater Bauherren (VPB) bringt hier Aufklärung: Der Begriff „Schlüsselfertighaus“ kommt aus der Vertragswelt und bezeichnet das Angebot, „ein Stück Haus“ zu planen und zu erstellen, und zwar zum Festpreis. Dabei liegen Planung und Ausführung in der Hand eines Schlüsselfertiganbieters. Ein solcher bietet als planbare Vorteile Festpreise und präzise Einzugstermine. Zu beachten ist allerdings, dass der Bauherr, der einen Schlüsselfertiganbieter beauftragt, keinen direkten Einfluss auf den Ablauf des Bauprojekts besitzt. Sollten Mängel festgestellt werden, so muss sich der Bauherr direkt an den Schlüsselfertiganbieter wenden und kann nicht einfach einen Handwerker zur Nachbesserung auffordern. Auch der Bauleiter nimmt keine Anweisung vom Bauherrn entgegen, sondern richtet sich nach dem Schlüsselfertiganbieter.

Ein „Fertighaus“ hingegen, so die Experten, ist ein bautechnischer Begriff. Er beschreibt ein Haus, das aus industriell vorgefertigten Elementen besteht und in diesen Teilen an die Baustelle geliefert wird. In der Fertighaus-Definition spielt also die Vertragsgestaltung noch überhaupt keine Rolle, sie kann variieren. So kann es sich bei einem Fertighaus auch um ein Schlüsselfertigobjekt aus einer Hand handeln.

Ein Fertighausanbieter erstellt im Regelfall nur das Haus oberhalb der Gründung und ist auch nur für dieses verantwortlich. Alles andere wie beispielsweise Gutachten, Baugenehmigung, Bebaubarkeitsprüfung, Erschließung oder sonstige Vorbereitungen stehen in der Verantwortlichkeit des Bauherrn, der dafür einen Fachmann wie einen Bauingenieur oder Architekt hinzuziehen sollte.  Die Leistungen der Fertighausanbieter können  jedoch unterschiedlich sein: Manche fertigen auch den Bauantrag und reichen ihn ein, weisen ein passendes Grundstück nach  oder errichten den Keller mit – es ist also wichtig, diese Leistungen vor Baubeginn abzufragen und bei der Entscheidungsfindung zu beachten.

Fertighaus: Planen, Bauen, Wohnen

Elegant oder ländliches Flair? Klein aber fein oder mit Loggia und Balkon? Offen gestaltet oder mit ausgeprägt-schützendem Dach? Ein Fertighaus ist alles, nur kein Bau von der Stange. Die Individualisierungsmöglichkeiten der gegenwärtigen Fertighäuser sind vielfältig, so dass jeder Bauherr seinem Haus eine persönliche Note verleihen kann.
Wichtig bei der Planung eines Fertighauses ist die Bemusterung. Hier geht es um die Bestimmung der wichtigen Elemente des Hauses, angefangen von der Gestaltung der Fassade über die Art und Position von Fenster und Türen bis hin zu Form und Farbe des Daches oder den Sanitärobjekten. Im Bemusterungszentrum des Hausherstellers können die Elemente besichtigt und miteinander verglichen sowie Gespräche mit den Fachleuten geführt werden. Im Bemusterungsgespräch geht es unter anderem um die in der Ausstattungsbeschreibung angegebene Standardausstattung, die ohne Aufpreis zu haben ist. Über diese hinaus kann der Bauherr sein Haus natürlich auch höherwertiger ausstatten lassen (in diesem Fall sollte man ein Auge auf die Kostenkontrolle haben) oder andererseits auch bestimmte Einzelleistungen aus dem Angebot streichen (hier muss verglichen werden, ob sich die Entscheidungen finanziell überhaupt lohnen – hilfreich ist es, sich vorher in Bau- oder Fachmärkten über handelsübliche Preise zu informieren). In der Fachwelt spricht man in diesen Fällen von Auf- bzw. Abbemusterung. Alle getroffenen Entscheidungen sollten in einem Bemusterungsprotokoll festgehalten werden, um eine Garantie für größtmögliche Sicherheit beim Fertighausbau zu leisten.

Ist man sich einig, werden die exakten Bau-Elemente für das individuelle Wunschhaus berechnet und industriell gefertigt. Dann dauert es nicht mehr lange, und die individuellen Wünsche und Träume werden zu greifbaren Wänden, in denen es sich gut wohnen lässt.

Erschienen immo-magazin Ausgabe 5/2012

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