Staat heizt mit: Mehr Förderung für Wärme aus erneuerbarer Energie

Förderprogramm erneuerbare Energien

Wer mit erneuerbaren Energien heizt, kann ab sofort höhere Fördergelder kassieren. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)

Die Tage sind wieder länger und wärmer, viele Immobilienbesitzer haben ihre Heizung bereits auf Sommerbetrieb umgestellt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um eine Modernisierung anzugehen. Gut, dass der Staat pünktlich zum 1. April die Förderungen für Heizungsanlagen erhöht hat, die erneuerbare Energien nutzen.

Die dahinter stehende Erweiterung des sogenannten  Marktanreizprogramms (MAP) bietet Investitionszuschüsse für alle Anlagen, die mit Hilfe erneuerbarer Energien Raumwärme produzieren. Dazu gehören zum Beispiel Pelletheizungen oder Solar-, Biomasse- und Wärmepumpenanlagen. Erstmals werden nun auch einzelne Modernisierungsarbeiten wie neue Heizkörper, Pelletlager oder Schornsteinerneuerung gefördert.

Förderhöhe variiert nach Modernisierungsumfang

Jeder Eigentümer einer Bestandsimmobilie, ob selbstgenutzt oder vermietet, kann die Förderung erhalten. Auch wer eine bereits durch das MAP geförderte Anlage nachrüstet, kann jetzt weitere Zuschüsse beantragen. Bauherren sind ohnehin gesetzlich verpflichtet, umweltfreundliche Heizungen in Neubauten zu installieren. Doch auch sie können profitieren, wenn sie besonders energieeffiziente Systeme wählen. Was in jedem Fall beachtet werden muss: Der Antrag wird erst eingereicht, nachdem die Anlage installiert worden ist – die Arbeiten dürfen maximal neun Monate zurückliegen. Die genaue Förderhöhe variiert nach Größe und Art der Modernisierung: Ein Pelletkessel wird beispielsweise mit mindestens 3.000 Euro bezuschusst; wenn er über einen Pufferspeicher verfügt sogar mit mindestens 3.500 Euro. Detaillierte Infos hält das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf seiner Website unter www.bafa.de bereit.

Jetzt an die kommende Heizperiode denken

Die Bundesregierung hat das Förderprogramm für 2015 auf ca. 300 Millionen Euro gedeckelt. „Wer profitieren möchte, sollte nicht lange zögern“, rät Schwäbisch Hall-Experte Karsten Eiß: „Durch die Erhöhung der Fördersätze kann es sein, dass das Volumen 2015 erstmals voll ausgeschöpft wird. Außerdem ist das Frühjahr die beste Zeit, um Arbeiten am Heizungssystem anzugehen. Nur so ist sichergestellt, dass bis zum Beginn der nächsten Heizperiode alles einsatzbereit ist.“ In der Regel ist auch eine Koppelung mit weiteren Förderinitiativen einzelner Bundesländer möglich.

Großes Potenzial für weniger CO2

Insgesamt herrscht große Zurückhaltung beim Thema Heizungssanierung: 2014 gingen die installierten Stückzahlen laut Bundesverband der Heizungsindustrie um vier Prozent zurück. Dabei profitiert von modernen Heizungsanlagen nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Nach wie vor werden in Deutschland 40 Prozent der Energie in Gebäuden und hiervon wiederum 85 Prozent für die Gebäudeheizung und die Trinkwarmwasserbereitung verbraucht.