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Vom Lagerraum zum Wohntraum – Dachböden

Vom Lagerraum zum Wohntraum – Dachböden können zu hochwertigen Wohnräumen ausgebaut werden.

Der Dachboden wird von vielen Hausbesitzern als stille Reserve betrachtet. Oft wird er beim Bau des Eigenheims aus finanziellen Gründen nicht ausgebaut und jahrelang als Lagerraum genutzt. Doch wenn die Kinder erwachsen werden, besinnt sich mancher auf die ungenutzten Räume. Der Ausbau des Dachgeschosses ist eine kostengünstige Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. So lassen sich hier Kinder- oder Arbeitszimmer unterbringen oder Gästezimmer einrichten. Sogar eine separate Wohnung ist mitunter möglich, die dann vermietet werden kann.

Neigung des Daches

Allerdings muss das Projekt gut vorbereitet werden. Zunächst gilt es herauszufinden, was technisch überhaupt möglich ist, so der Bauherren-Schutzbund (BSB). Dabei müssen die Dachform- und neigung sowie die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion und deren Beschaffenheit ermittelt werden. Dächer mit einer Neigung unter 20 Grad eignen sich nicht als Wohnraum. Und bei einer Neigung über 50 Grad könnte sogar eine zweite Wohnebene eingerichtet werden.

Rechtliche Voraussetzungen für den Dachbodenausbau

Daneben sind eine Reihe rechtlicher Regelungen zu beachten. Der Ausbau einzelner Dachräume ist in einigen Bundesländern genehmigungsfrei, für eine komplette Wohnung wird in der Regel eine Baugenehmigung benötigt, so der BSB. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verweist auf eine Vielzahl von Auflagen beim Ausbau eines Dachgeschosses. Beispielsweise darf die im Bebauungsplan aufgeführte Geschossflächenzahl durch die Erweiterung nicht überschritten werden. Um als Wohnraum anerkannt zu werden, muss mehr als die Hälfte der der neuen Wohnfläche eine lichte Höhe von 2,20 Meter haben. Bei der Ermittlung der Wohnfläche unter Dachschrägen werden dabei Flächen mit einer lichten Höhe von unter zwei Metern nur zur Hälfte und von unter einem Meter überhaupt nicht angerechnet.

Diese Punkte müssen im Vorfeld bei der zuständigen Kommune geklärt werden, in der Regel beim Bauamt und unter Umständen beim Amt für Denkmalpflege. Der Kontakt zu den Behörden kann sich aber finanziell auszahlen, denn einige Städte und Gemeinden fördern den Dachausbau, um zusätzlichen Wohnraum ohne Aufwendungen für die Infrastruktur zu erhalten. Diese Förderung gibt es auf die KfW-Förderung noch obendrauf.

Dachwohnraum weitsichtig und nachhaltig planen

Der BSB rät Hausbesitzern, beim Dachausbau nicht zu sparen, sondern weitsichtig und nachhaltig zu planen. Dazu zählen flexible Grundrisse und Konstruktionen, die eine Anpassung an veränderte Lebensbedingungen möglich machen. Alle Materialien sollten von hoher Qualität und Lebensdauer sein. Das reduziert später die Kosten für die Instandhaltung.

Wichtig ist die Einhaltung der Vorgaben der neuesten Energieeinsparverordnung bei der Wärmedämmung, Heizung und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Auch bei der Auswahl des Dämmstoffs und der Dachfenster ist die zum Zeitpunkt des Bauantrags gültige Energieeinsparverordnung zu beachten. Damit sind Bauherren jetzt schon für die Anforderungen der Zukunft gerüstet.

Bad im Dachgeschoss

Eine besondere Herausforderung ist die Installation eines Bades im Dachgeschoss. Aber sie lässt sich nicht vermeiden, wenn Gästezimmer oder eine separate Wohnung geplant sind. Wegen der vielen Schrägen mangelt es häufig an der ausreichenden Kopffreiheit. Die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) verweist auf einige Richtmaße, damit genügend Bewegungsfreiheit im Bad gewährleistet ist. Es muss ausreichend Platz sein, um aufrecht stehen und sich bequem abtrocknen zu können.

Das WC sollte an der Hinterkante eine Kopffreiheit von 130, an der Vorderkante von 175 Zentimetern aufweisen. Bei Duschen oder Badewannen mit Wandbrause muss vom Wannenboden aus gemessen eine Streckhöhe von mindestens 220 Zentimetern vorgesehen werden.

Die Badewanne muss mindestens 160 Zentimeter lang sein, wenn sie bei einer Dachneigung zwischen 25 und 45 Grad mit ihrer Schmalseite unter der Schräge sitzt. Zudem ist der Fußboden auf seine Tragfähigkeit zu prüfen, denn eine gefüllte Badewanne bringt schnell mehrere Zentner auf die Waage.

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