StartRatgeber EnergieModerne Fenster: Im 21. Jahrhundert ein Muss

Moderne Fenster: Im 21. Jahrhundert ein Muss

Wer sein Gebäude auf moderne Fenster umrüsten möchte, tut nicht nur seinem eigenen Geldbeutel einen Gefallen. Noch immer gehen in Deutschland mehr als ein Drittel aller CO2-Emmissionen vom Gebäudesektor aus. Das Treibhausgas ist entscheidend am Klimawandel beteiligt, dessen Folgen wiederum die Kosten der Innenraumklimatisierung erhöhen. Das heißt, hier entsteht ein „Teufelskreis“, der nur durch eine energetische Aufwertung der Gebäude durchbrochen werden kann. Dabei spielen Fenster eine entscheidende Rolle.

Warum müssen auch intakte Altfenster dringend erneuert werden?

Bei Fenstern aus vergangenen Jahrzehnten schlägt ein schlechter Wärmedurchgangskoeffizient (kurz auch Ug-Wert genannt) zu Buche. Wer Fenster der neuesten Generation mit Dreifachverglasung kaufen möchte, bekommt im günstigsten Fall Modelle mit einem Ug-Wert von 0,6 W/(m²·K). Wer noch Wärmeschutzfenster aus den 1990er Jahren mit Doppelverglasung hat, muss bereits mit einem Ug-Wert von bis zu 1,5 W/(m²·K) rechnen. Verbundfenster aus den 1970er Jahren weisen Ug-Werte von bis zu 3,5 W/(m²·K) auf.

Hier gilt nicht die Annahme, dass höhere Werte besser sind. Das Gegenteil ist der Fall, denn es handelt sich um die Angabe des durchschnittlichen Wärmeverlusts. Damit steht fest, dass möglichst niedrige Ug-Werte bei der Auswahl der Fenster und Verglasungen erstrebenswert sind. Die Vergleiche zeigen, welches Potenzial ein Fenstertausch für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Gebäudesektor bereithält.

Neue Fenster refinanzieren sich zu einem großen Teil selbst

In welchem Umfang das erfolgt, macht ebenfalls ein Beispiel deutlich. Beim Ersetzen alter Verbundfenster (Ug-Wert 3,5 W/(m²·K)) gegen aktuelle Kunststofffenster mit „warmer Kante“ und einem Ug-Wert von 0,6 W/(m²·K) beträgt die Differenz 2,9 W/(m²·K). Das heißt, pro Quadratmeter und Jahr werden rund 3,2 Liter Heizöl (oder das Äquivalent eines anderen Energieträgers) eingespart. Bei einem 150 Quadratmeter großen Eigenheim würde die Ersparnis beim Heizölverbrauch also bei rund 480 Litern liegen. Mitte September 2023 kostete der Liter Heizöl in Deutschland rund 1,15 Euro. Daraus ergibt sich eine Kostenersparnis von mehr als 550 Euro in einer Heizperiode. Wer anschließend noch die durchschnittliche Lebensdauer moderner Kunststofffenster einrechnet, wird die finanzielle Lukrativität eines Fenstertauschs schnell erkennen.

Was kommt zur Heizkostenreduzierung ergänzend hinzu?

Zu berücksichtigen ist außerdem die Tatsache, dass es derzeit interessante Förderungen für neue Fenster gibt. Hier ist ein Überblick über die Eckdaten:

  • Mindestinvestitionssumme = 2.000 Euro
  • maximal förderfähige Summe pro Wohneinheit = 60.000 Euro
  • Höchstsumme für Mehrfamilienhäuser = 600.000 Euro
  • Höhe der Förderung = 15 Prozent
  • Bonus für iSFP = 5 Prozent

Das Kürzel iSFP steht für „individuellen Sanierungsfahrplan“. Zuständig für die Vergabe der Fördermittel für den Fenstertausch als Einzelmaßnahme der energetischen Sanierung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA).

Kosten der Innenraumklimatisierung weiter senken: Wie geht das?

An dieser Stelle kommt das Fensterzubehör ins Spiel. Die Folgen des Klimawandels sorgen dafür, dass auch der Energiebedarf für die Innenraumklimatisierung in den Sommermonaten immer mehr steigt. Ein niedriger Ug-Wert auch dabei ebenfalls Vorteile, denn er reduziert die Menge Wärme, die an extrem heißen Sommertagen von draußen durch die Glas- und Rahmenflächen in die Innenräume eindringen kann. Allerdings kann die normale Dreifach-Verglasung die langwellige Sonnenstrahlung nicht daran hindern, die Innenräume aufzuheizen. Übermäßige Wärme ist lästig und wird deshalb mit stationären oder mobilen Klimageräten bekämpft. Die meisten Modelle sind wahre „Stromfresser“. Es ist also energetisch und kostenmäßig besser, bereits die Aufheizung der Innenbereiche zu blockieren.

Dabei leisten Sonnenschutzrollos für Dachflächenfenster gute Dienste. Vertikale Fenster mit quadratischen und rechteckigen Formen sowie Fenstertüren lassen sich perfekt mit Rollläden oder alternativ mit Innen- oder Außenjalousien schützen. Sie stehen im Fachhandel als Fensterzubehör zur Verfügung. Bei einigen Arten von Gewerbegebäuden kommen inzwischen vor die eigentlichen Fassaden montierte und hinterlüftete Glasfassaden aus Spezialglas zum Einsatz.

Worauf sollte der Fokus beim Fenstertausch noch liegen?

Eine geplante Fenstermodernisierung sollte einen weiteren Aspekt berücksichtigen. Sie ist nämlich eine gute Gelegenheit, den Einbruchschutz zu verbessern. Auskunft über das jeweilige Schutzniveau gibt die RC-Klasse. Sie leitet sich aus den Anforderungen der DIN EN 1627 ab und zeigt, wie lange ein Fenster einem Einbruchsversuch standhalten muss. Allerdings berücksichtigt die RC-Klasse stets nur den geschlossenen Zustand. Wer Platz beim Öffnen sparen und bei der Teilbelüftung ein höheres Maß an Sicherheit genießen möchte, sollte über den Wechsel vom Dreh-Kipp-Fenster auf Schiebefenster und Schiebetüren für Balkone und Terrassen mit PAS-Technik nachdenken.

Fensterzubehör kann einige Gefahren für den Menschen aussperren

Zudem spielt die Notwendigkeit eines zuverlässigen Insektenschutzes eine kontinuierlich wachsende Rolle. Der Grund dafür sind einerseits steigende Zahlen von Menschen, die allergisch auf den Kontakt mit Insektengiften reagieren. Anderseits erobern zahlreiche Insektenarten Europa als neuen Lebensraum. Diese bisher lediglich als „Fremdlinge“ wahrgenommenen Arten haben jede Menge gefährliche Krankheiten im Gepäck. Deshalb sollten sie durch die Nutzung hochwertiger Insektenschutzsysteme für Fenster gar nicht erst in die Innenräume eindringen können.

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