Inneneinrichtung & Möbel: Alt, aber nicht altbacken – Einrichten im Shabby Chic-Stil

Alte, benutzte und abgewetzte Möbel sind nicht immer ein Fall für den Sperrmüll. „Den ’schäbigen‘ Look bei Einrichtungsgegenständen finden viele ästhetisch. Die Gebrauchsspuren auf den Möbeln sind dabei ein wichtiges Stilelement für den sogenannten Shabby Chic-Stil“, sagt Patricia Morgenthaler, Autorin von „Das große Werkbuch Shabby Chic“.

Interessierte finden eine große Auswahl an Anbietern im Internet. „Für kleine Portemonnaies gibt es außerdem viele günstige alte Möbel und Accessoires auf Floh- oder Trödelmärkten, Online-Auktionsplattformen oder in Gebrauchtwarenhäusern“, sagt die Expertin aus Schwäbisch Gmünd. Man sollte auch Zeitungsanzeigen nach Haushaltsauflösungen und Garagen-Flohmärkten durchforsten. Dort lasse sich oft das eine oder andere Schnäppchen machen. Günstige Stoffe finde man in den Restekisten von Stoffabteilungen.

Shabby Chic: Antike Möbel von Imitaten unterscheiden

„Für einen authentischen Shabby Chic-Look sollte man beim Kauf entweder darauf achten, dass die Objekte wirklich alt sind oder von Hand patiniert – also Gebrauchsspuren eingearbeitet – wurden“, betont Morgenthaler, die regelmäßig als Kreativ-Expertin im Fernsehen auftritt. Viele Hersteller böten besonders günstig schlecht gemachte Shabby Chic-Objekte an. Diese bestünden in der Regel aus aufgedruckten Rostflecken, Schrammen und Schriftzügen. „Von solchen Exemplaren sollte man die Finger lassen.“

Wer viel Wert auf antike Originale legt, müsse beim Kauf sehr genau hinsehen. Viele Shabby Chic-Objeke seien inzwischen sehr gut imitiert, so dass man als Laie den Unterschied auf den ersten Blick nicht erkenne. „Ein Unterscheidungsmerkmal zwischen aufbereiteten und echten alten Shabby-Möbeln ist der Zustand des Holzes und der Farbe“, sagt die Expertin. So sei zum Beispiel bei alten Möbeln das innen liegende Holz meist nicht behandelt. Schubladen hätten innen eine dunkle Färbung.

Bei alten Möbeln habe man früher auch keine Schrauben und Nägel verwendet, sondern mit Holzzapfen gearbeitet. Zudem weise altes, verwittertes Holz oft kleine Risse und Rillen auf. Wenn Wurmlöcher im Holz vorhanden sind, sollte man Morgenthaler zufolge auch diese gut beäugen. „Echte Wurmlöcher gehen nicht gerade ins Holz, sondern immer etwas schräg und unregelmäßig. Gerade ‚Wurmlöcher‘ hingegen sind oft mit sehr feinen Bohrern eingearbeitet worden.“

dapd/T2012072301244/ebe/syb