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Nachbarschaft – Fluch und Segen

Das Zusammenleben in der WG, im Mehrfamilienhaus, in der Straße oder im ganzen Ort könnte so schön sein. Wer in den Urlaub fährt, überlässt den Briefkastenschlüssel den Nachbarn, man erledigt Einkäufe für den alten Herrn drei Häuser weiter, der im Gegenzug am Wochenende manchmal mit dem Kind Mathe übt. Doch häufig sieht die Wirklichkeit leider anders aus. Während man sich mittlerweile nicht nur in Großstädten kaum noch kennt und über ein kurzes Grüßen hinaus wenig voneinander erwarten kann, eskalieren unterschiedliche Ansichten über Zäune, Lärm oder Parkplätze mancherorts so stark, dass ein regelrechter Nachbarschaftskrieg ausbricht. Was kann man tun, um eine gute Nachbarschaft entstehen zu lassen und zu pflegen?

Unterschiedliche Interessen respektieren

In einer Gemeinschaft leben Individuen zusammen, die von ganz unterschiedlichen Interessen geleitet sind. So wird sich die Familie mit kleinen Kindern über viel Platz zum Spielen freuen und es für akzeptabel halten, wenn die Kleinen am Nachmittag fröhlich kreischend auf dem Trampolin springen. Ein gestresster Manager, der nur wenig Zeit zum Erholen hat, freut sich dagegen sicher über Ruhe am Samstag, während Herr Meier von Nebenan schon immer samstags den Rasen gemäht hat und gar nicht einsieht, warum er das ändern sollte. In der Studenten-WG zwei Häuser weiter sind am Wochenende oft Partys, bei denen auch nachts noch laute Musik läuft. Wie soll man die verschiedenen Lebenssituationen und Bedürfnisse einer Nachbarschaft bloß unter einen Hut bringen? Der Schlüssel zu einer guten Nachbarschaft ist Verständnis.
Auch wenn das Leben in Dörfern und Städten heute sicher deutlich anonymer ist als vor einigen Jahrzehnten, kann eine lebendige Nachbarschaft gelingen. Oft finden sich doch schneller als gedacht Menschen, die bereit sind, sich gegenseitig zu unterstützen. Ist der Bau einer neuen Straße geplant, die zusätzlichen Verkehrslärm bringen wird? Soll ein neues Baugebiet freigegeben werden, ohne dass neue Kindergärtenplätze und Arztpraxen geplant sind? Dann lässt sich mithilfe sozialer Netzwerke ganz schnell eine Nachbarschaftsinitiative gründen. Über Nachbarschaftsportale im Netz kann man auch ganz leicht Sportpartner finden. Wer einen Vertikutierer braucht oder jemanden sucht, der sich im Urlaub um den Hund kümmert, wird in diesen Portalen ebenfalls erstaunlich schnell fündig.

Wenn es doch zum Streit kommt

Trotz guten Willens lässt sich Streit nicht immer vermeiden. Mancher fühlt sich bereits durch die neue Gartenbeleuchtung oder eine Außenbeleuchtung am Haus gestört. Was man bei der Installation einer Außenbeleuchtung beachten sollte, kann in diesem Artikel nachgelesen werden.

Im Mehrfamilienhaus sind häufig die gemeinsamen Stromkosten der gemeinsam genutzen Gebäudeteile ein Streitthema. Waschmaschinen im Waschkelle sollten einen eigenen Stromzähler haben, damit hier nicht individuelle Stromkosten auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Für die Beleuchtung sollte zudem die Wahl auf eine LED Leuchte fallen. Diese verbraucht so wenig Energie, dass zumindest die Stromkosten kein Streitthema sein sollten

Wie verhalten wenn es zum Streit kommt?

Streiten Nachbarn miteinander, ist es immer von Vorteil, offen miteinander zu sprechen und den Streit erst so spät wie möglich mit juristischen Mitteln auszutragen. Gibt es vielleicht einen weiteren Nachbarn, der sich beiden Konfliktparteien gut versteht? Dann ist es sinnvoll, diesen als Mediator zu einem klärenden Gespräch einzuladen.
Wer besonders tolerante Nachbarn hat, sollte diese Freundlichkeit niemals ausnutzen. Denn irgendwann zerreißt der Geduldsfaden bei jedem. Bevor man also die wild blinkende Lichterkette aufhängt, die Garage zum Schraubertreffpunkt umfunktioniert oder den großen Hund im Gemeinschaftsgarten frei herumlaufen lässt, sollte immer ein Vorgespräch gesucht werden. Durch eine offene, wertschätzende Kommunikation und ein höfliches Auftreten lassen sich die meisten Nachbarschaftsstreits bereits vorab verhindern!