Verbraucherschützer fordern moderne Verbraucherpolitik

Berlin (ddp). Verbraucherschützer fordern angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl im September von der Politik eine Stärkung der Verbraucher. «Verbraucherpolitik muss in der nächsten Legislaturperiode viel wichtiger werden», sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen, am Montag in Berlin. Eine moderne Verbraucherpolitik könne einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise liefern. Grundsätzlich fordert Billen eine vorsorgende, statt eine auf Krisen reagierende Verbraucherpolitik.

Für die Bundestagswahl stellten die Verbraucherschützer zehn Forderungen auf. Unter anderem müsse die Position der Verbraucher am Finanzmarkt deutlich gestärkt werden. «Die Krise hat hier zu einem großen Vertrauensverlust geführt», beklagte Billen und verwies insbesondere auf Anleger, die hohe Verluste bei der isländischen Kaupthing Bank oder mit Zertifikaten der US-Bank Lehman Brothers erlitten hätten. «Auf der Wegstrecke zu einem verbraucherfreundlichen Finanzmarkt sind wir erst ein paar kleine Schritte gelaufen», sagte er.

Darüber hinaus fordern die Verbraucherschützer einen fairen Wettbewerb im Gesundheitsbereich und auf den Energiemärkten. Die Politik handele hier noch deutlich zu wenig. Zudem müsse Verbrauchern durch bessere Produktkennzeichnungen ein nachhaltiger und klimafreundlicher Konsum ermöglicht werden. Auch im Internet und in Sachen Datenmissbrauch müsse der Schutz von Verbrauchern vor Betrügern verbessert werden. Zudem sprachen sich die Verbraucherschützer für die Einrichtung eines Beobachtungssystems zur Erhebung von Daten über die wesentlichen Verbrauchermärkte.

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