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Hermann Billing Preis

Hermann Billing Preis 2019
Gruppenbild von links nach rechts: Baubürgermeister Daniel Fluhrer, Dr.-Ing. Jana Hohn, Dipl.Ing. Arne Peterson, Dr. Anna Krüger, Dekan Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Nach zweijähriger Pause wurde am 15.05.2019 der Hermann-Billing-Preis an der Fakultät für Architektur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vergeben. Man kann sagen, der Preis ist zurückgekehrt. Zurück zur Fakultät für Architektur, an der auch sein Namensgeber von 1903 bis 1937 eine Professor inne hatte. Verliehen wird der Hermann Billing Preis seit 1985. Seitdem wurden zahlreiche Absolventen und Doktoranten für ihre hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen mit dem mit 5.000 € dotierten Preis ausgezeichnet. Mit der Preisverleihung möchte die KIT-Fakultät für Architektur gemeinsam mit dem Förderverein CFC Hermann-Billing-Preis e.V. zum Gedenken an den herausragenden Karlsruher Architekten Hermann Billing und zur Unterstützung talentierter Nachwuchswissenschaftler beitragen.

Dipl. Ing. Daniel Fluhrer Baubürgermeister Karlsruhe
Dipl. Ing. Daniel Fluhrer Baubürgermeister Karlsruhe – Hermann Billing Preis 2019 – Foto: Bernd Seeland

Nichts auf der Welt könne Beharrlichkeit ersetzen, so Baubürgermeister Daniel Fluhrer in seiner Begrüßungsrede. Und diese hätten die beiden Preisträgerinnen mit ihren Arbeiten unter Beweis gestellt. Talent sei ebenso kein Ersatz, denn nichts sei so verbreitet wie erfolglose Menschen mit Talent, zitierte er folgend den ehemaligen 30. amerikanischen Präsidenten  Calvin Coolidge . „Genie nicht. Unbelohnte Genialität beinahe sprichwörtlich. Ausbildung nicht. Die Welt ist voll von gut ausgebildeten Versagern. Allein Beharrlichkeit und Entschlossenheit sind allmächtig!“. Aufgrund ihrer Beharrlichkeit stünden die beiden Preisträgerinnen Dr. Janna Höhn und Dr. Anna Marie Krüger heute hier.

Dipl. Ing. Arne Peterson
Dipl. Ing. Arne Peterson – Förderverein CFC Hermann Billing – Foto: Bernd Seeland

Der Dekan Prof. Dr. Georg Vrachliotis erinnerte in seiner Rede, dass Forschung bedeute, Erkenntnisse zur Kunst der Differenz zu gewinnen. Und das – zu differenzieren –  die Fähigkeit sei, Vorurteile abzubauen. Eine Fähigkeit, die in unserer heutigen Zeit wieder mehr Bedeutung gewinnen sollte.

Beides haben die beiden Preisträgerinnen Dr. Janna Höhn und Dr. Anna Marie Krüger unter Beweis gestellt. Sowohl die Fähigkeit zu differenzieren, als auch Beharrlichkeit mit ihren hervorragenden Dissertationen, so Dipl.-Ing. Arne Peterson vom Förderverein CFC Hermann-Billing-Preis e.V.

Dr. Anna Krüger
Dr. Anna Krüger – Hermann Billing Preis 2019 – Foto: Bernd Seeland

Frau Dr. Anna Krüger schrieb Ihre Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades am Fachgebiet Kunstgeschichte und wurde am 31. Oktober summa cum laude promoviert. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit dem Leben und Werk des Malers Alexander Camaro (1901–1992).

Dr.-Ing. Janna Hohn
Dr.-Ing. Janna Hohn – Hermann Billing Preis 2019 – Foto: Bernd Seeland

Die Architektin Frau Dr.-Ing. Janna Hohn wurde ebenfalls 2018 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit ihrer Doktorarbeit „Städtische Rückseiten – Das Bindegewebe der Stadt“ promoviert. Seit April 2019 hält sie die Professur für Städtebau und Entwerfen an der University of Applied Sciences in Frankfurt am Main inne.

Hermann Billing – Enfant terrible und Freigeist

Hermann Billing

Hermann Billing absolvierte seine Architekturstudien in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre an der damaligen Technischen Hochschule Karlsruhe, der Vorgängerin des heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

1901 avancierte er zum Honorarprofessor an der Kunstakademie Karlsruhe, bevor er von 1907 an, zusätzlich als ordentlicher Professor für Architektur an seiner Alma Mater wirkte.

Hermann Billing absolvierte seine Architekturstudien in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre an der damaligen Technischen Hochschule Karlsruhe, der Vorgängerin des heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 1901 avancierte er zum Honorarprofessor an der Kunstakademie Karlsruhe, bevor er von 1907 an, zusätzlich als ordentlicher Professor für Architektur an seiner Alma Mater wirkte.

Billings Entwürfe galten ursprünglich als provokativ und eigenwillig und er selbst als Enfant terrible der Architekturszene. Das spiegelte sich auch anderweitig wieder. Hermann Billing war Mitglied des Karlsruher Corps Friso-Cheruskia, einer unpolitischen und international geprägten Studentenverbindung, die im Rahmen ihrer Zeit und erfüllt vom Geiste der Aufklärung, den Individualismus fördern und zu prägen versuchte. Hermann Billing war ein rebellischer Freigeist, der den Jugendstil auch dazu benutzte, gegen die Starrheit der kaiserlichen Gesellschaft zu protestieren. Er verstand den geistigen und politischen Freiraum, den ihm das Corps gab, und nutzte die damit verbundenen Freundschaften, um deutliche – auch verbale – Attacken gegen die damaligen verkrusteten Strukturen zu führen.

Zu den Werken des Sprösslings einer alteingesessenen Karlsruher Baumeisterfamilie gehören das Kieler Rathaus, das Kollegiengebäude der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das Melanchthonhaus in Bretten sowie die Kunsthallen in Mannheim und Baden-Baden.

In Karlsruhe ist Billing bis auf den heutigen Tag unter anderem vertreten mit der Hofapotheke in der Kaiserstraße Ecke Waldstraße, dem Hermann-Billing-Brunnen am Stephanplatz und dem Häuserensemble der Baischstraße am Mühlburger Tor. Auch die alte Postdirektion neben dem Theater, die heute die Volkswohnung beherbergt, wurde von Hermann Billing erbaut.

Fotos: Bernd Seeland

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