strom teurer anbieterwechsel

Energiewende: Auch 2016 wird Strom teurer – Lohnt sich ein Anbieterwechsel?

Wie teuer wird 2016 der Strompreis? Von welchen Faktoren hängt das ab? Und wie können Verbraucher sparen?

Wie sich der Strompreis zusammensetzt

Nicht der Strom selbst verursacht die hohen Kosten. Stromerzeugung und Vertrieb machen gerade mal ein Viertel des Preises aus. Mehr als die Hälfte des Preises besteht für Privatverbraucher aus Steuern, Abgaben und Umlagen. Letztere dienen unter anderem dazu, die Energiewende zu finanzieren. Hinzu kommen Kosten für die Netznutzung, Strommessung und Abrechnung. Diese liegen bei über 20 %.

Deshalb steigen im kommenden Jahr die Kosten

Am 1. Januar 2016 steigen die Preise der EEG-Umlage von 6,17 Cent auf 6,37 Cent pro Kilowattstunde. Diese Ankündigung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) nahmen mehr als 100 Grundversorger bereits zum Anlass, im kommenden Jahr ihre Preise um durchschnittlich 2,9 % anzuheben. Das berichtete das Vergleichsportal check24.de: Für einen Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch bedeute das im Schnitt eine Verteuerung von 42 €. Bis dato seien bereits 5,8 Millionen Haushalte betroffen, aber auch weitere Anbieter könnten die Preise verteuern; das Netzentgelt könnte ebenfalls mancherorts steigen.

Netzentgelt und Netzausbau – die Hintergründe

Freileitungen erdkabel

Aufgrund der Energiewende muss das deutsche Stromnetz optimiert werden, um Strom aus Wind und Sonne schnell und effizient zu transportieren. Im Oktober 2015 hat das Kabinett beschlossen, dass beim Ausbau vorrangig Erdkabel statt Freileitungen gebaut werden sollen.

Damit der Strom von A nach B transportiert werden kann, bedarf es eines gut ausgebauten Stromnetzes. Privatverbraucher bezahlen die Nutzung und Wartung des Netzes mit dem Netzentgelt und einer Umlage entsprechend § 19 der Strom-Netzentgeltversorgung.

Im Zuge der Energiewende muss dieses Stromnetz optimiert werden, um Ökostrom zügig zu transportieren. Das Bundeskabinett beschloss im Oktober 2015, dass man bei dem Ausbau vorrangig Erdkabel statt Freileitungen nutzen wolle, so das BMWi.

Laut tagesschau.de kosten Erdkabel aber weitaus mehr als Freileitungen: „Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, dürften die zusätzlichen Kosten für die Erdverkabelung von Gleichstromtrassen von Nord nach Süd geschätzt zwischen drei und acht Milliarden Euro liegen. Das müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen.“ Umgekehrt könne eine schnelle Umsetzung Engpässe im Stromnetz verhindern und somit Kosten einsparen, denn derzeit verursache die Stabilisierung des Netzes bei inkonstanter Wind- und Sonnenenergie hohe Kosten, so das Nachrichtenportal.

Ob und um wieviel das Netzentgelt 2016 in verschiedenen Regionen steigen wird, ist noch unklar.

Mit einem Stromanbieterwechsel hunderte Euro sparen

Obwohl die Stromkosten nur ein Viertel des Strompreises ausmachen, kann man derzeit durch einen Wechsel mehrere hundert Euro pro Jahr sparen: „An einzelnen Standorten konkurrieren je verschiedene Stromanbieter um die Gunst der Kunden. Dementsprechend gibt es große Preisunterschiede und großes Sparpotential. Der Grundversorger ist zudem nicht immer der günstigste Anbieter, sondern nur der, der in einem Netzgebiet die meisten Kunden mit Strom versorgt und dem man automatisch zugeordnet wird, wenn man sich nicht aktiv um einen Anbieter bemüht“, erklärt Sascha Homann, Versicherungskaufmann und Energieexperte des Online-Vergleichsportals TARIFCHECK24.

Wer wissen möchte, welche Anbieter lokal die besten Preise haben, kann auf tarifcheck24.com einen kostenlosen, unverbindlichen Vergleich machen und auf Wunsch gezielt nach Ökostrom- und Klimatarifen suchen.

Unkomplizierter Stromanbieterwechsel: Das Sonderkündigungsrecht nutzen

Tarifwechsel

WICHTIG: Erhöhen Stromanbieter den Strompreis, so haben Privatkunden binnen zwei Wochen nach der Benachrichtigung durch den Stromversorger ein Sonderkündigungsrecht!

Dem Grundversorger kann man binnen zwei Wochen kündigen, sofern man mit ihm keinen Sondervertrag abgeschlossen hat.

Aber auch wer nicht beim Grundversorger Strom bezieht, kann eventuell zügig wechseln:  „Erhöhen die Stromanbieter den Strompreis, haben Privatkunden laut § 41 Absatz 3 des Energiewirtschaftsgesetzes binnen zwei Wochen nach der entsprechenden Benachrichtigung ein Sonderkündigungsrecht“, kommentiert Homann und ergänzt, man solle die Kündigung als Einschreiben verschicken, damit man bei Bedarf nachweisen kann, dass man sich an die Fristen gehalten hat.

Übrigens: Damit man bei einem Wechsel nicht im Dunkeln sitzt, ist vorgeschrieben, dass es keine Versorgungslücke geben darf. „Auch das Erheben von Wechselgebühren ist unzulässig“, erklärt Homann.

Habe man den Strom im Voraus gezahlt, erhalte man bei einer Sonderkündigung  die Beträge für kommende Monate zurückerstattet, es sei denn, der Stromanbieter habe Insolvenz angemeldet.  Ein Wechsel verursacht also keine Extrakosten.

Foto unten: Fotolia 74163251 – Tarifwechsel © Marco2811