StartRatgeber HaushaltKleben ist das neue Bohren: Kann man Löcher in Wand vermeiden?

Kleben ist das neue Bohren: Kann man Löcher in Wand vermeiden?

In den eigenen vier Wänden kommt es immer mal dazu, dass notwendige Reparaturarbeiten durchgeführt werden müssen. Dinge gehen kaputt, die Wohnung soll umgestaltet werden oder man möchte einfach das eine oder andere an der Wand befestigen. Die meisten Menschen nutzen ganz automatisch Bohrmaschine und Akkuschrauber zur Montage. Allerdings gibt es auch eine Alternative, die in Betracht gezogen werden könnte: Kleber. Bohrlöcher in der Wand, vor allem in Fliesen, können nämlich sowohl für Mieter als auch für Vermieter zum Problem werden. Doch was lässt sich überhaupt alles mit Klebstoff befestigen? Und wie viel Gewicht hält diese Art der Anbringung aus? Lässt sich der Kleber rückstandslos entfernen? Diese Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.

Wo sollte man Bohrlöcher vermeiden?

In einer normalen Wand lassen sich Bohrlöcher meist unauffällig wieder zuspachteln. In Fliesen, gedämmten Fassen oder Außenwänden handelt es sich beim Bohren jedoch um einen nachhaltigen Eingriff, der nicht so leicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Da überlegt man es sich lieber zweimal, bevor man Löcher ins frisch geflieste Bad macht, nur um einen Handtuchhalter oder einen Spiegel zu befestigen. Vor allem bei Fliesen besteht auch immer die Gefahr, dass beim Bohren eine Kachel springt und sich der Schaden nur schwer kaschieren lässt. In Außenwänden oder Fassaden kann ein Bohrloch sogar noch problematischer sein. So wäre es möglich, dass durch das Loch in der Wand Kälte eindringt und eine Wärmebrücke entsteht. Dies verstärkt die Gefahr der Schimmelbildung, vor allem im Winter. Es kann somit nicht nur teuer, sondern zu einer echten Gesundheitsgefahr werden.

Einsatzgebiete von Klebstoff

Kleber kann uns im Haushalt eine Vielzahl nützlicher Dienste leisten. Ob man eine Markise reparieren, einen gesprungenen Blumentopf kleben oder eine Halterung an der Wand anbringen möchte – Klebstoffe sind häufig das Mittel der Wahl. Als Alternative zum Bohren gibt es verschiedene Möglichkeiten: Adapter-Systeme, Klebestrips, Montage-Klebeband oder Montagekleber.

  • Bei der Adapterlösung wird ein Einkomponentenkleber verwendet, der auf Fliesen, Naturstein, Glas oder Stahl aufgetragen wird. Dieser braucht dann etwa 12 Stunden zum Aushärten, bevor der Adapter voll belastet werden kann. Je nach Größe des Adapters können auf diese Weise Gewichte von bis zu 20 Kilogramm an der Wand befestigt werden.
  • Klebestrips sind eine besonders einfache Lösung, die sich meist auch unkompliziert wieder entfernen lassen. Hierbei wird der Strip einfach für einige Sekunden auf einen glatten Untergrund gedrückt. Bei dieser Alternative sind Gewichtsbelastungen von etwa zwei Kilogramm möglich.
  • Bei höheren Traglasten eignen sich beidseitig klebende Montage-Klebebänder. Auch Gegenstände wie schwere Spiegel oder Bilderrahmen kann man auf diese Weise an der Wand befestigen – vor allem, wenn man mehrere Klebebänder auf die Fläche drückt. Im Gegensatz zu Klebestrips lässt sich Montage-Klebeband jedoch meist nicht rückstandslos wieder entfernen. Die verklebten Gegenstände müssen dann später mit einem Spachtel oder einem ähnlichen Gegenstand abgelöst werden.
  • Montagekleber hat eine hohe Haftwirkung. Es gibt ihn, je nach Menge, in kleinen Tuben und auch in größeren Kartuschen zu kaufen. Spezieller ablösbarer Montagekleber eignet sich besonders gut für Objekte, die auch später wieder entfernt werden sollen. Beim Auftragen hat man außerdem – im Gegensatz zum Montage-Klebeband – ein paar Minuten Zeit, um die Ausrichtung des Objektes zu korrigieren. Es kann allerdings passieren, dass etwas Kleber über die Ränder quillt. Dieser muss dann sofort mit einem feuchten Tuch entfernt werden.

Lässt sich Klebstoff ohne Rückstände entfernen?

Beim Modell „Bohren statt Kleben“ wird als Argument oft genannt, dass Klebstoff sich problemlos wieder von der Wand löst. Ob dies wirklich gelingt, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Hauptsächlich die Oberflächenbeschaffenheit der Wand und die Art des Klebers spielen dabei eine Rolle. Die Wand an sich bleibt tatsächlich in der Regel unbeschädigt. Dadurch, dass kein Loch gebohrt wird, bleibt das Mauerwerk vollkommen intakt. Tapete und Putz hingegen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich Klebestrips relativ problemlos entfernen lassen, oft auch, ohne den Untergrund zu beschädigen. Bei Montagekleber oder Montage-Klebeband bleibt allerdings Raufasertapete beispielsweise am beklebten Untergrund haften. Es gibt einige Tipps dazu, wie man es schafft, Montagekleber wieder rückstandsfrei zu entfernen. Vor allem bei großflächigem Kleben sollte man sich jedoch überlegen, ob es nicht doch leichter wäre, einfach ein Loch zu bohren. Anstatt einige wenige Löcher zuzuspachteln, muss man ansonsten nämlich möglicherweise anschließend die ganze Wand streichen.

Fazit: Kleben statt Bohren kann – vor allem auf Fliesen – eine echte Alternative sein, die einem viel Arbeit erspart. Es kommt jedoch stets auf die Größe der Fläche und die Beschaffenheit des Untergrundes an, ob es sich wirklich lohnt.

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