Energiewende: Energetische Gebäudesanierung hat ihren Preis

— von Katja Fischer — Baugerüste an Häusern in der Nachbarschaft bringen manchen Immobilienbesitzer ins Grübeln. Wenn auch sein Haus schon etwas älter ist, wird es wohl auch für ihn Zeit, an eine Modernisierung zu denken, um die ständig steigenden Energiekosten in den Griff zu bekommen. Bevor die Bauarbeiter anrücken können, gilt es allerdings Einiges zu bedenken, denn eine umfassende energetische Sanierung hat ihren Preis.

Wer sein bislang unsaniertes Haus aus der Nachkriegszeit auf den heutigen Energiestandard bringen will, müsse mit rund 70.000 Euro Kosten rechnen, schätzt der Verband Privater Bauherren (VPB). In der Regel sind sechs Schritte notwendig: Dachdämmung, Außenwanddämmung, Kellerdeckendämmung, neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung, Brennwertkessel oder erneuerbare Energien sowie eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung.

Wer nicht soviel Geld zurückgelegt hat, sei mit einem Bausparvertrag gut beraten, erklärt die Stiftung Warentest. Diese etwas aus der Mode gekommene Finanzierungsart sei gerade für Modernisierungsmaßnahmen gut geeignet, die noch einige Jahre Zeit haben.

„Bausparen ist eine gute Idee“, sagt Stephan Kühnlenz, Teamleiter Finanzdienstleistungen bei der Stiftung Warentest. Zwar seien die Sparzinsen nicht hoch. „Derzeit liegen sie zwischen 0,5 und 1,0 Prozent. Doch am Ende der Sparzeit erhält der Bausparer nicht nur ein Guthaben, sondern zusätzlich ein günstiges Darlehen.“ Dessen Zinssatz steht schon heute fest. Ein echter Vorteil in finanziell unsicheren Zeiten. Aktuell betragen die Zinssätze meist 2,75 bis 3,75 Prozent.

Allerdings sollten sich Kunden gründlich auf die Verhandlung mit der Bank oder Bausparkasse vorbereiten. Eine Stichprobe der Stiftung Warentest brachte nämlich beträchtliche Qualitätsprobleme bei den Angeboten zutage. „Grundsätzlich müssen die Höhe der Sparrate und die Tilgungsraten zum Kundenwunsch passen. Aber die Angebote gingen oft daran vorbei“, sagt Kühnlenz. So wurde die Finanzierung am Ende teurer als nötig.

Klare Vorgaben machen

Trotzdem lohnt es sich für Modernisierer, das Bausparen in Erwägung zu ziehen und sich ein Angebot einzuholen. Sie sollten im Beratungsgespräch genau sagen, was sie modernisieren wollen und auch den Zeitpunkt möglichst genau eingrenzen. „Am besten ist es, wenn Kunden klare Vorgaben über die Darlehenssumme und die gewünschte Höhe der monatlichen Raten machen und sich dafür Angebote erstellen lassen“, empfiehlt Kühnlenz.

Dabei sollten sie möglichst konsequent bleiben, sonst raten die Bausparkassen gern zu einer höheren Bausparsumme als eigentlich notwendig. Das liegt daran, dass die Provision der Vermittler an die Abschlusssumme gekoppelt ist.

Am Ende des Gesprächs haben die Kunden im Idealfall einen Spar- und Tilgungsplan in der Hand, aus dem klar hervorgeht, welche Sparrate die Bausparkasse empfiehlt, wann der Vertrag voraussichtlich zugeteilt wird, wie hoch das Gutachten dann ist und welches Darlehen es zu welchen Konditionen gibt. „Das erspart böse Überraschungen“, sagt Kühnlenz. „In unserem Test sollten Kunden statt der gewünschten 400 Euro bis zu 750 Euro monatlich als Sparrate zahlen.“

Zur Sicherheit empfiehlt es sich, zusätzlich mindestens zwei Vergleichsangebote einzuholen. „Allerdings ist ein Vergleich schwierig, weil die Angebote der Bausparkassen nicht standardisiert sind“, sagt Kühnlenz.

dapd.djn/T2012072503169/kaf/K2120/mwa