Schlehen sind roh ungenießbar – Bestes Aroma nach dem ersten Frost

Bonn (ddp). Die Schlehe – oder der Schlehdorn (Prunus spinosa) – ist hierzulande eines der bekanntesten Wildobstgehölze. Die meist wild wachsenden Sträucher findet man an kalkreichen, sonnigen Standorten an Waldrändern, Böschungen oder an Hängen. Die schwarzroten bis blau bereiften Steinfrüchte des Schlehdorns haben große Ähnlichkeit mit kleinen, eiförmigen Kirschen oder Pflaumen. Im Volksmund werden sie daher auch als wilde Schwester der Pflaume bezeichnet, wie die Pflanzenexperten des aid Infodiensts Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft berichten.

Die herb-sauren Früchte reifen Ende September. Doch erst nach dem ersten Frost entfaltet das Wildobst ein annehmbares, süß-säuerliches Aroma. Roh sind Schlehen ungenießbar. Da ihr Fruchtfleisch schlecht steinlösend ist, sind sie vor allem ein begehrtes Einmachobst.

Nicht nur der Saft, sondern auch die kleinen, weißen Blüten der Schlehe, die sich als erste Frühlingsboten bereits im April zeigen, gelten in der Volksheilkunde als probates Mittel zur Behandlung von Magenkrämpfen, Durchfall oder Zahnfleischerkrankungen. Getrocknet und in Form von Tee werden sie ebenso zur Blutreinigung und zum Anregen des Stoffwechsels verabreicht. Darüber hinaus eignen sich die Früchte für Likör («Schlehenfeuer») und zum Ansetzen von «Schlehenwasser».

ddp/thi/mhi