Weltverbrauchertag: „Grundrechte für Verbraucher sind weltweit auf dem Vormarsch“

Berlin (dapd) Vor dem Weltverbrauchertag am Donnerstag (15. März) mahnt der prominenteste deutsche Verbraucherschützer zu Fortschritten bei der Finanzberatung. „Wir sehen viele überforderte Verbraucher, besonders bei langfristigen Themen wie der Altersvorsorge“, sagte der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen, im dapd-Gespräch. Eine flächendeckende und unabhängige Finanzberatung, wie sie die Verbraucherzentralen böten, könne vor großen Fehlern schützen.

Insgesamt zieht Billen aber eine positive Bilanz der vergangenen Jahre. „Die Grundrechte für Verbraucher sind weltweit auf dem Vormarsch“, sagte der vzbv-Chef. „Die entscheidende Frage ist aber, nicht nur Recht zu haben, sondern auch Recht durchzusetzen.“ 50 Jahre nach der wegweisenden Rede des US-Präsidenten John F. Kennedy, in der dieser grundlegende Forderungen des Verbraucherschutzes aufstellte, gebe es in über 100 Staaten Verbraucherorganisationen, darunter auch in Schwellenländern.

Seit einigen Jahren stünden Verbraucherfragen immer stärker unter dem Vorzeichen der Globalisierung, sagte der vzbv-Chef. So beträfen Klimawandel und Finanzkrise die Menschen überall auf dem Globus. Für die Regelungsbemühungen der Europäischen Union fand Billen lobende Worte: „Die EU ist in den letzten zehn Jahren eher ein Treiber als ein Bremser“, sagte er über die Entwicklung der Verbraucherrechte.

Die Frage der Finanzen bezeichnete Billen als weltweit eines der wichtigsten Themen. Am wichtigsten sei eine gute Aufklärung der Verbraucher. „Wenn die Leute da Pech haben, ist es das Thema, bei dem sie am meisten Geld verlieren“, sagte er in Bezug auf Geldanlage und Altersvorsorge.

Abseits der Finanzthemen sei es eine der Hauptaufgaben des weltweiten Verbraucherschutzes, die Ernährungssituation zu verbessern, sagte Billen der dapd. Während die Bürger in den Industrieländern sich vielfach ungesund ernährten, litten rund eine Milliarde Menschen unter Hunger und Unterernährung. Der Verzicht auf Subventionen für Fleischproduktion könne dazu beitragen, dass mehr Menschen bessere und erschwinglichere Nahrung bekämen.

dapd.djn/T2012031450211/ph/mwo/kl