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energetische Sanierungen – Schwarze Schafe in der Branche

— von Katja Fischer — Um ihre in die Jahre gekommene Immobilie energetisch fit zu machen, wenden sich viele Hausbesitzer an einen Fachmann, den Energieberater. Der soll herausfinden, was zu tun ist und was es kostet. Das hört sich einfach an, hat aber durchaus Risiken. Denn nicht jeder Energieberater ist sein Geld wert.

Schaden richten nicht nur Betrüger und schwarze Schafe an, die Hausbesitzer schröpfen wollen. Oft werden energetische Sanierungen aus reiner Unkenntnis falsch geplant und umgesetzt, beobachtet der Verband Privater Bauherren (VPB). Dann muss teuer nachgebessert werden. „Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt“, erklärt VPB-Präsident Thomas Penningh. „Es gibt verschiedene Energieberater, zum Beispiel im Fachhandel, im Handwerk, als Schornsteinfeger, Techniker oder Architekt. Jeder hat sein Spezialgebiet. Aber um eine Immobilie energetisch genau beurteilen zu können, sollte man Generalist sein, am besten Architekt oder Ingenieur mit Hochschulabschluss, der als Planer oder Sachverständiger Erfahrungen gesammelt hat.“

Berater sollte unabhängig sein

Notwendig ist ein professioneller, unvoreingenommener Blick auf die Immobilie. Deckt der Energieberater mit seinem Wissen nur einen Teilbereich der Immobilie ab, kann es für den Hausbesitzer am Ende teuer werden. Ein Heizungsbauer, der seinen Kunden energetisch berät, wird beispielsweise sein Augenmerk eher auf den Verkauf einer neuen Heizung legen, als auf die umfassende Sanierung mit Dämmung und Fensteraustausch. Das kann ernste Folgen haben. Die Entscheidung, ob es genügt, die Fenster oder die Heizung auszutauschen oder ob gleichzeitig eine Wärmedämmung notwendig ist, hat nämlich bauphysikalische Konsequenzen. „Es können Wärmebrücken entstehen, durch die viel Energie verloren geht“, sagt Penningh.

Vorsicht sei immer angebracht, wenn der Energieberater eine Aufspardämmung vorschlägt. „Da ist vorher unbedingt zu prüfen, ob das baurechtlich überhaupt möglich ist“, sagt Penningh. „Denn dadurch wird das Dach höher und die Abstände zu den Nachbarn verringern sich.“

Hausbesitzer sollten bei der Auswahl ihres Beraters darauf achten, dass er eine solide Ausbildung genossen hat, unabhängig ist und eine Zusatzausbildung zum Energieberater vorweisen kann. Ein weiteres Indiz für Professionalität ist die gründliche Arbeit. Ein Profi nimmt das gesamte Gebäude unter die Lupe, begutachtet Wände, Fenster, Dach, Kellerdecke und Tür. Er beurteilt auch Haustechnik, also Heizung, Warmwasserbereitung und -verteilung, Pumpen, Thermostate und Leitungen. Am Ende weiß er, in welchem energetischen Zustand das Gebäude ist, kann Schwachstellen benennen und einen Sanierungsplan erarbeiten. Dabei hat er den Überblick über alle Gewerke und ist nicht so eingeschränkt wie zum Beispiel der Dachdecker oder Heizungsbauer.

Beratung wird staatlich gefördert

Gute Energieberater lassen ihre Auftraggeber auch bei der Finanzierung der energetischen Sanierung nicht allein. Sie beraten über Fördermittel, die für die individuelle Situation in Frage kommen. „Wenn sich trotz aller Anstrengungen die geforderten Effizienzstandards für die komplette KfW-Förderung nicht erreichen lassen, können wenigstens noch Programme für die Einzelförderung genutzt werden“, erklärt Penningh.

Eine Liste mit qualifizierten Energieberatern ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unter bafa.de einzusehen. Informationen gibt es auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau unter kfw.de und bei der Deutschen Energie-Agentur unter dena.de. Ebenfalls gute Ansprechpartner sind Fachverbände wie der Verband Privater Bauherren und der Bauherrenschutzbund, die über bundesweite Expertennetzwerke verfügen.

Die Fachplanung und Begleitung durch einen Bauherrenberater während einer energetischen Sanierung wird sogar extra gefördert. Die KfW übernimmt 50 Prozent der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro.

dapd.djn/kaf/K2120/mwo

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