Start Aktuelles Energieausweis: Je grüner, desto besser

Energieausweis: Je grüner, desto besser

— von Katja Fischer —  Längst sind für die Wahl einer Mietwohnung nicht nur Lage und Ausstattung ausschlaggebend. Seit die Energiepreise unaufhörlich steigen, spielt auch der energetische Zustand des Hauses eine wichtige Rolle für die Mieter. Denn so schön ein Altbau aus der Gründerzeit auch sein mag, wenn aus allen Ritzen die Wärme entweicht, haben die Bewohner nur noch die halbe Freude daran.

Hilfe bei der Einschätzung der voraussichtlichen Betriebskosten kann der Energieausweis geben. Ohne ihn lassen sich die Kosten für Heizung und Warmwasser im Voraus nur schwer abschätzen. Bei einem vermeintlich günstigen Wohnungsangebot kann die böse Überraschung dann mit der ersten Heizkostenabrechnung kommen. Ungedämmte Altbauten mit veralteter Heiztechnik können im Vergleich zu Neubauten oder umfassend energetisch sanierten Häusern einVielfaches an Energie schlucken.

Eigentümer, die eine Wohnung oder ein Haus vermieten, verkaufen oder verpachten wollen, müssen den Interessenten einen Energieausweis vorlegen. Bestandsmieter haben darauf keinen Anspruch. Eine Farbskala von grün bis rot zeigt, wie viel Energie in diesem Gebäude im Durchschnitt für Heizung und Warmwasser benötigt wird. Liegt das Gebäude im grünen Bereich, werden die Energiekosten in einem solchen Zuhause niedrig ausfallen. Liegt es aber im roten Bereich, ist Vorsicht geboten. Dann heizt man das Geld buchstäblich zum Fenster hinaus.

Damit der Vermieter sich einen Energieausweis ausstellen lassen kann, sind Mieter verpflichtet, ihm ihre Verbrauchsdaten für Heizkosten oder den Stromverbrauch zu überlassen. Das gilt auchdann, wenn die Mieter unmittelbar mit dem Energielieferanten abrechnen, entschied das Landgericht Karlsruhe (AZ: 9 S 523/08). Sie können sich in diesem Fall nicht auf den Datenschutz berufen.

Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten, erklärt LudgerKaup, Vorsitzender des Sachverständigenausschusse des Immobilienverbandes IVD West. Zum einen gibt es den verbrauchsorientierten Energieausweis, der den tatsächlichen Energieverbrauch des Vorjahres ausweist. Die andere Variante, der bedarfsorientierten Ausweis, erfasst den Gebäudezustand und dokumentiert den prognostizierten Energiebedarf.

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor dem 1. November 1977 errichtet undbislang nicht modernisiert wurden, zwingend vorgeschrieben. Alleanderen Eigentümer können frei zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis wählen. Aussteller des Verbrauchsausweises sind die Unternehmen, die die Heizkostenabrechnung erstellen, oder der TÜV. Für den Bedarfsausweis muss eine Analyse des Gebäudezustands gefertigt werden und somit ein Energieberater beauftragt werden. Einbedarfsorientierter Energieausweises ist folglich teurer als einverbrauchsorientierter.

Der Deutsche Mieterbund rät Mietern, bei der ersten Besichtigung der Wohnung einfach nach dem Energieausweis zu fragen. Der Vermieterist zwar nicht verpflichtet, eine Kopie auszustellen, aber er mussEinblick in das Dokument gewähren. Aussagekräftiger als derVerbrauchsausweis ist für den Mieter der bedarfsorientierteEnergieausweis. Aber er hat keinen Anspruch darauf, sondern mussnehmen, was der Vermieter ihm anbietet.

Das Ausweisformular ist bei beiden Varianten dasselbe, derUnterschied ist aber trotzdem leicht erkennbar, so der Mieterbund.Beim Bedarfsausweis ist die zweite Seite ausgefüllt. In der Kopfzeile steht: „Berechneter Energiebedarf des Gebäudes“. BeimVerbrauchsausweis ist die Seite 3 ausgefüllt. Oben auf der Seite steht „Erfasster Energieverbrauch des Gebäudes“.

Der Energieausweis ermittelt den energetischen Zustand für das gesamte Haus. Das bedeutet, dass sich für einzelne Wohnungen je nach Lage im Gebäude Unterschiede ergeben können. Eine Wohnung im Dachgeschoss benötigt zum Beispiel mehr Heizenergie als eine Wohnung in der Mitte des Hauses.

Anspruch auf energetische Modernisierungsmaßnahmen im Haus haben Mieter nicht. Das ist auch dann der Fall, wenn der Energieausweis ausdrücklich Modernisierungsempfehlungen enthält. Es besteht keine Modernisierungspflicht für den Vermieter. Der Energieausweis soll lediglich den Vermieter informieren, wie eine bessere Energieeffizienz erzielt werden kann. Mietinteressenten haben jedoch ein Recht auf Einsicht in die Modernisierungsempfehlungen, weil das die spätere Miethöhe beeinflussen kann.

dapd.djn/kaf/mwo

Newsletter mit Nachrichten, Infos und Aktionen rund um Haus und Wohnung.

Wir nehmen Datenschutz ernst. Alle Erklärungen und Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Beliebte Beiträge

Klimaanlage – lohnt sich die Anschaffung?

Aufgrund der steigenden Anzahl an Hitzetagen findet man auch in deutschen Haushalten immer häufiger eine Klimaanlage. Viele scheuen sich aber aufgrund der...

Wohnung auflösen – selbst machen oder machen lassen?

Eine Wohnung zu räumen gehört zu den unliebsamen Dingen des Lebens. Schließlich bedeutet dies nicht nur, Abschied von einem bekannten Ort zu...

Passende Schiebegardinen fürs Schlafzimmer

Schiebegardinen sind eine praktische und stilvolle Gardinenoption, die perfekt für Schlafzimmer geeignet ist. Sie sind leicht zu öffnen und schließen, sodass Sie...

Poster mit Landkarte – Wandschmuck für jeden Raum

Poster mit Landkarte sind ein interessanter Wandschmuck für jeden Raum Poster sind moderne, attraktive und sehr vielseitige Wanddekorationen. Die...

Bilder mit Blumen – Farbenfroher Akzent zuhause

Die Natur, die uns umgibt, kann wirklich mit ihrer Schönheit beeindrucken. Aus diesem Grunde bringen wir gerne von der Natur inspirierte Wanddekorationen...

Was bedeutet Luxus in den eigenen vier Wänden?

Moderne Wohnräume sind auf die individuellen Ansprüche der Bewohner ausgelegt. Immer häufiger entscheiden sich Immobilienbesitzer und Immobilienbesitzerinnen dazu, jeden Bereich im Haus...

Maklerprovision – Aktuelle Regelung 2022

Wichtige Informationen zur neuen Maklerprovision. Bei der Vermietung oder dem Verkauf von Immobilien über einen Makler fällt natürlich eine Maklerprovision an. Doch...

Geldanlage: Betongold, Aktien, Uhren Oltimer & Weine

Eine sichere Geldanlage für unsichere Zeiten zu finden ist nicht einfach - Ideen, wie Sie Ihr Geld bestmöglich schützen können