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Flammenblumen erobern den Garten – Phlox

–Von ddp-Korrespondentin Dagmar Thiel–

Ettenheim/Illertissen (ddp). Wie bunte Flammen lodern die Blüten zurzeit in den Gärten: Vor allem der Hohe Staudenphlox (Phlox paniculata) zieht mit seinen roten, rosafarbenen, zartblauen, violetten oder weißen Dolden die Blicke auf sich. Im Hochsommer setzt er Akzente überall dort, wo viel Sonne auf frische, nährstoffreiche, lehmig-humose Böden scheint. «Die Gattung Phlox bietet aber noch etliche weitere gartenwürdige Vertreter», sagt Katharina Adams, stellvertretende Präsidentin der Gesellschaft der Staudenfreunde im baden-württembergischen Ettenheim. Werden die Sorten durchdacht gepflanzt, erfreut Phlox im Garten von Mai bis September.

So schön die auch «Flammenblumen» genannten Pflanzen sind, an ihnen scheiden sich die Geister. Für die einen gilt Phlox als völlig unkompliziert, andere beklagen dagegen die schlechte Blüte. Und das hat seinen Grund: «Es hat sich gezeigt, dass nicht alle Sorten in allen Regionen gleich gut gedeihen», sagt Katharina Adams. Deswegen würden auch die Phlox-Sortimente im Handel regional oft erheblich voneinander abweichen.

Ursprünglich stammt Phlox aus den niederschlagsreichen Waldgebieten Nordamerikas. Die Wildvorkommen finden sich überwiegend in Flusstälern mit hoher Luftfeuchte und kräftigen, mineralreichen Böden. «So erklärt sich auch, dass der Hohe Phlox im regenreichen Voralpenland immer prächtig gedeiht, während viele Sorten in trockenen Gegenden, zum Beispiel rund um Berlin oder südlich und südöstlich des Harzes, vor sich hinmickern, bevor die immer kleiner werdenden Horste vom Mehltau dahingerafft werden», sagt die Staudenexpertin.

Grundsätzlich sei es wichtig, alle Phloxe in Gebieten mit wenig Niederschlägen und in Jahren mit trockenen Frühlings- und Frühsommermonaten reichlich zu gießen. Düngen sollte man eher mineralisch, auch reifer Kompost oder sehr gut abgelagerter Stalldung schade nicht.

Als Duftpflanze ist Phlox übrigens eine rechte Diva. «Phlox reagiert bereits auf kleinste Veränderungen von Klima und Standort und ändert sein Duftverhalten. Selbst die Wetterbedingungen im Sommer beeinflussen den Phloxduft», sagt Dieter Gaissmayer, Inhaber der gleichnamigen Staudengärtnerei im schwäbischen Illertissen. Die Duftintensität insbesondere von Phlox-paniculata-Sorten sei daher sehr unterschiedlich und reiche von gar nicht bis sehr stark duftend.

Duft ist vor allem von der Aufblühphase bis zur Hochblüte zu erwarten. In der Abblühphase hört Phlox auf zu duften. «Duftende Sorten haben zumeist den typischen, etwas herben Phloxduft, der sich als curry- oder liebstöckelartig charakterisieren lässt», so Gaissmayer. Diesen Duft, aus der Nähe gerochen, empfinden nicht alle Menschen als schön, während er mit größerem Abstand als viel angenehmer wahrgenommen wird. Nach Auskunft des Staudengärtners gibt es Phlox aber auch mit sehr feinen Duftnuancen. Phlox-Sorten, die nach Rose, Lilie, Veilchen, Nelke oder Honig duften, dürften jeden Gartenbesucher überzeugen. Eher selten sind frische, etwas zitrusartige Düfte.

Wer bislang nur den hohen Staudenphlox kennt, sollte für eine Pflanzung im eigenen Garten auch einmal ein Auge auf andere Sorten werfen. Zum Beispiel sorgen Polsterphlox (Phlox subulata) und Zwerg-Polsterphlox (Phlox douglasii) bereits im Frühjahr für viel Farbe in Steingärten und -fugen. «Ab Anfang Mai schmücken sich beide Arten so dicht mit Blüten, dass vom zierlichen Laub fast nichts mehr zu sehen ist», sagt Katharina Adams. Die Blütenfarben variieren zwischen rosa und violett, zum Teil sind auch kräftig purpurrote Töne darunter, beispielsweise bei den Subulata-Sorten «Temiskaming» oder «Scarlet Flame».

Nachdem die Polsterphloxe verblüht sind, tritt ab Ende Mai die Gruppe der halbhohen Phloxe in den Vordergrund, die auch mit halbschattigen Standorten gut zurechtkommen. Am verbreitetsten sind dabei die Sorten des Blauen Waldphloxes (Phlox divaricata). Sortennamen wie «Sweet William», «Clouds of Perfume» oder «May Breeze» deuten schon auf seine Duftintensität hin.

Phlox eignet sich sogar als Bodendecker für schwierige Standorte. Katharina Adams empfiehlt hier die Sorte «Phlox stolonifera»: Sie wächst auch unter größeren Gehölzen. «Die Baumkronen wirken wie ein Regenschirm und auch im Wurzelbereich ist die Konkurrenz erheblich», beschreibt Adams einen solch schwierigen Standort. Im Frühjahr vor dem Laubaustrieb der Bäume sind die Bedingungen für solche Bodendecker-Phloxe aber ideal: Genau diesen Zeitraum im April und Mai nutzen diese «Kriechenden Phloxe» für ihre Blüte.

ddp/thi/esc

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