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Keine Angst vor Frost – Winterharte Kübelpflanzen können immer draußen stehen – Gefäße sollten aber mit Styropor, Folie oder Stroh isoliert werden

–  von Dagmar Thiel – Die Tage werden merklich kürzer, die Nächte kühler. Jeden Herbst stehen Hobbygärtner vor derselben Frage: Wohin mit den Kübelpflanzen, die in den vergangenen Monaten Balkon und Terrasse zierten? Vor allem, wenn Oleander oder Palmen kräftig gewachsen sind, stellen sie ihre Besitzer vor echte Platzprobleme.

Die Alternative können Kübel und Tröge sein, die mit winterhartenStauden und Gehölzen bepflanzt sind. „Sie sind für alle Gärtnerinteressant, die keinen Platz zur Überwinterung haben und schmückenTerrassen und Balkone mit ausdauernden Pflanzen auch im Winter“,sagt Philipp Schönfeld von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbauund Gartenbau in Veitshöchheim. Winterhart bepflanzte Kübel bieteneine Fülle von gestalterischen Möglichkeiten. „Sie reichen von derkleinen, mit Steinbrech oder Hauswurz bepflanzten Schale bis zumGroßkübel mit fünf Meter hohen Bäumen“, sagt Schönfeld, der auch einFachbuch zum Thema verfasst hat („Tröge und Container dauerhaft bepflanzen“, Verlag Eugen Ulmer, 2008).

Wurzeln brauchen Schutz

Zu den härtesten Gewächsen zählen Waldkiefer (Pinus sylvestris), die heimische Birke (Betula pendula) und der Fingerstrauch(Potentilla fruticosa). „Alle anderen Pflanzen benötigen, je nach Region und Witterungsverlauf, einen Winterschutz im Wurzelbereich“, raten die Mitglieder des Kleingartenvereins  „Obst- undGartenfreunde“ aus dem baden-württembergischen Durmersheim. Überhaupt spielt die richtige Auswahl eine wichtige Rolle bei der Gestaltung mit winterharten Kübelpflanzen. Wichtigstes Kriterium ist die Frosthärte, insbesondere die der Wurzel. Denn im Kübel friert der Boden deutlich schneller als im Freiland, weil Frost von allen Seiten angreifen kann und den Ballen gefrieren lässt. Zudem reagieren Wurzeln viel empfindlicher auf Minusgrade als der Spross.

„Auch besonders harte Arten überstehen den Winter besser, wenn vor der Bepflanzung die Innenseite der Kübel mit einer ein bis zwei Zentimeter dicken Styroporplatte isoliert wird“, sagt Philipp Schönfeld. Er empfiehlt außerdem weitere Frostschutzmaßnahmen,beispielsweise mehrere Lagen Noppenfolie oder Kokosfasermatteden,die man um den Kübel wickelt. Sinnvoll kann es auch sein, den Kübelin einen größeren Behälter zu stellen und den Zwischenraum mit Laub, Stroh oder Rindenmulch zu füllen. Eine gute Alternative ist das Einsenken des Kübels in den Boden. Die Bodenoberfläche sollte etwazehn Zentimeter hoch mit Laub bedeckt sein. Außerdem muss dasAbzugsloch immer frei gehalten werden, damit keine Staunässeentstehen kann.

Kübel für Halbschatten und Sonne

Für den Halbschatten eignen sich die dornige, immergrüneBerberitze (Berberis buxifolia „Nana“), Buchsbaum, verschiedene Eiben oder die Japanische Stechpalme (Ilex crenata). „Durchaus lassen sich hier auch einige Azaleen und Rhododendren zufriedenstellen. Diese Moorbeetpflanzen brauchen aber saures Substrat sowie kalkfreies Gießwasser“, raten die Obst- undG artenfreunde Durmersheim. Sichtschutz an sonnigen Plätzen bietetbeispielsweise die Kupferfelsenbirne (Amelanchier lamarckii). Siebezaubert mit cremefarbenen Blüten, kupferrotem Blattaustrieb undeiner schönen Herbstfärbung. Im Kübel kann sie bis 2,5 Meter hochwerden. Eine ähnliche Größe erreichen auch Scheinbuche (Nothofagusantarctica) und Korkenzieherweide. Auch Kirschlorbeer ist mit seinen immergrünen Blättern ein hervorragender Sichtschutz im Kübel. E rbraucht allerdings im Vergleich zu anderen Gehölzen eher einen Winterschutz.

Kleiner bleiben der immergrüne Spindelstrauch (Euonymusfortunei), der Flügelspindelstrauch (Euonymus alata) und diediversen Spiersträucher (Spirea spec.). Sie lassen sich mitzwergigen Nadelgehölzen wie Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana“Minima Glauca“) oder dem Kriechwacholder (Juniperus horizontalis“Glauca“) kombinieren, die zusätzlich durch Stauden, Zwiebelpflanzen und Einjahresblumen in Töpfen ergänzt werden können.

dapd/thi/esc

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