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Nistkästen schon im Herbst aufhängen

Nistkästen schon im Herbst aufhängen

Hamburg (ddp). Wer eine Familie gründen will, kümmert sich besser rechtzeitig um den Hausbau. Das ist auch bei Vögeln nicht anders. «Nistkästen für alle Vögel sollten unbedingt schon im Herbst aufgehängt werden», sagt Dieter Martin, Leiter der Forschungsstation Klepelshagen der Deutschen Wildtier Stiftung. Außerhalb der Brutzeit nutzen die Tiere den Nistkasten zwar nur als Schlafplatz, doch sie können sich so einen wichtigen Standortvorteil für die Brutzeit im Frühjahr verschaffen. Insbesondere Spatzen halten sich ab Oktober wieder länger an den Nisthilfen auf und bereiten schon im Winter alles für den Frühling vor.

Im Herbst sind die Junggesellen unter den Spatzen auf Wohnungssuche. Sie brauchen ein solides Zuhause, denn in den letzten 25 Jahren ist der Spatzenbestand den Angaben zufolge in vielen Teilen Deutschlands deutlich zurückgegangen. Längst steht der Haussperling auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Moderne Bauten mit glatten Wänden aus Beton und Glas bieten keine Nistmöglichkeiten mehr. «Nicht nur der Spatz, viele heimische Vogelarten finden immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten», sagt Dieter Martin.

Verschiedene Nistkästen helfen, den unterschiedlichen Wohnbedürfnissen unter den Vögeln gerecht zu werden. Rotkehlchen lieben breite Einflugöffnungen, Spatzen und Meisen dagegen eher kleine. Der Kleiber macht sich sein Einflugloch passend. Ist es zu groß, wird es individuell verputzt. Grauschnäpper und Zaunkönige bevorzugen halboffene Nistkästen. Für Rauchschwalben gibt es Kunstnistkästen, wenn lehmige Pfützen fehlen.

Der Haussperling ist ein geselliger Vogel und brütet nur ungern allein. Im Handel sind nach Auskunft der Deutschen Wildtier Stiftung spezielle Nisthilfen erhältlich, die gleich zwei oder mehr Spatzenfamilien ein sicheres Zuhause bieten. Damit die Vögel dennoch die nötige Ruhe haben, sollten die Einfluglöcher nicht nebeneinander liegen, sondern an den Seiten angebracht sein. So können die erwachsenen Vögel ungestört ihre Jungen versorgen.

Während der Aufzucht fliegt die Spatzenmutter bis zu 250 Mal am Tag das Nest mit Futter an. Dabei hält sich der Vogel meist weniger als eine Minute im Nest auf und verlässt es nie länger als 15 Minuten. Deshalb fliegen Spatzen kaum weiter als einen Kilometer vom Nest weg.

(ddp)

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