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Teppich, Parkett oder PVC – Bodenbeläge sollten zur Beanspruchung passen.

parkettboden
Gutes Parkett kann man drei- bis viermal abschleifen, bevor es erneuert werden muss. Das relativiert den höheren Anschaffungspreis.

— von ddp-Korrespondentin Michaela Kaebe — Es ist eine Wahl, die gut bedacht sein will: Ist ein Bodenbelag erst einmal verlegt, bleibt er meist Jahre, oft Jahrzehnte liegen. «Die entscheidenden Fragen sind: Wie wird der Raum genutzt, wie reinigungsfreundlich muss der Boden sein, wie viel Fußwärme möchte ich und wie wichtig ist der Gehkomfort», sagt der Fußbodensachverständige Jürgen Gaberdiel aus Wiesloch. Den idealen Boden gäbe es nicht, man müsse bedenken, wie die Wohnung genutzt werde: «Ein Pärchen, das die Schuhe immer im Flur auszieht, wird mit einem hellen Teppich eher glücklich als eine Familie mit Kindern und Hunden.»

Wie belastbar ein Boden sein müsse, hänge davon ab, wo er liege, sagt Olaf Thierfelder, Geschäftsführer von Thierfelder Bodenkonzeptein Großpösna bei Leipzig. So werde ein Kinderzimmer- oder Flurbodenweit stärker beansprucht als ein Schlaf- oder Gästezimmer. «Darüber hinaus sind natürlich auch die persönlichen Vorlieben entscheidend», sagt der Bodenleger. Während für die einen nur ein natürlicher Bodenbelag in Frage käme, würden andere auf Beläge wie Laminat oderPVC-Designböden schwören.

Wo es natürlich, aber trotzdem strapazierfähig und leicht zureinigen sein soll, sei versiegelter Kork ein echter Favorit, sagt Thierfelder. «Das ist nicht nur ein hundertprozentig ökologischer Bodenbelag, er ist auch fußwarm und sehr langlebig. Und es gibt ihninzwischen in sehr schönen Varianten, die mit dem Ur-Korkbelag, den viele als wenig schön empfanden, nicht mehr viel zu tun haben.»

PVC-Designerböden voll im Trend

Relativ neu im häuslichen Bereich sei PVC-Designbelag. «Der kommt aus dem Ladenbau und hat sich da schon lange als echte Alternative etabliert», sagt Thierfelder. So verbänden PVC-Designbodenbeläge dieVorteile eines elastischen Bodenbelags mit der Schönheit natürlicherMaterialien und bildeten Naturvorbilder wie Holz und Stein täuschendecht nach. Inzwischen würden auch Kollektionen speziell für denWohnbereich angeboten, die nicht auf die immense Belastunggewerblicher Nutzung ausgelegt und daher entsprechend günstiger seien. «Diese Beläge können preislich mit gutem Laminat konkurrieren,allerdings ist der Verlegeaufwand etwas höher. Auf der anderen Seiteist der Boden – im Gegensatz zum Laminat – authentischer, wasser- undsonnenlichtunempfindlich und hat eine niedrigere Aufbauhöhe», sagt Thierfelder.

Ein zeitloser Klassiker sei das Parkett, das der Fachmann als«schön, aber teuer» beschreibt. Für hochwertige Wohnraumgestaltungsei Holz immer in der engeren Wahl. Gutes Parkett könne man drei- bis viermal abschleifen lassen, bevor es erneuert werden müsse. Dadurch werde der Preis etwas relativiert.

Zudem könne man auf geöltem Parkett kleine Schäden feinnachschleifen, rät Jürgen Gaberdiel. Auch auf Laminat ließen sich kleine Schäden durch Hartwachs reparieren, notfalls könne man auch einzelne Elemente ersetzen. Das sei auch bei Fliesen möglich, wo Oberflächenbeschädigungen relativ schnell passieren könnten,allerdings sei der Aufwand hier relativ hoch.

Auswahl des Bodenbelages für Allergiker

Für Allergiker ist die Auswahl des Bodenbelages besonders schwierig. «Leider gibt es nicht den idealen Bodenbelag, jeder hat Vor- und Nachteile», sagt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie-und Asthmabund e.V. in Mönchengladbach. So seien glatte Bodenbeläge für Hausstaub-Allergiker nur dann besser geeignet, wenn sie sehr regelmäßig, am besten alle zwei Tage feucht gewischt werden könnten,denn auf glatten Böden könne der Staub sehr viel besser aufgewirbelt werden. Kurzflorige Teppiche hätten den Vorteil, dass der Staub nicht so stark in der Raumluft zirkuliere. «Je nach Wohnungsgröße kann es von Vorteil sein, einige Räume mit glatten Bodenbelägen und andere mit kurzflorigen Teppichböden auszustatten, um eine regelmäßige Reinigung leisten zu können», rät die Biologin. Teppichböden reinigeman am besten regelmäßig mit einem Staubsauger mit Beutel und Hepa-Filter-System.

Teppichböden sollten aus kurzflorigem, schadstoffarmen Materialohne Schaumrücken bestehen. Hilfe bei der Auswahl biete dasPrüfsiegel «Raumluft hygienische Prüfung auf Allergikereignung», dasder TÜV Nord vergebe. Bei glatten Böden sei Fertigparkett eine guteWahl, da hier die Schadstoffbelastung beim Auftragen der Versiegelungentfalle.

Darüber hinaus sollte man bei der Auswahl der Bodenbeläge auf Allergien oder Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Inhaltsstoffeachten. «Naturkautschuk-Böden zum Beispiel enthalten in der Regel Naturlatex. Das könnte ein Problem sein, wenn eine Latexallergie vorliegt», sagt Schwalfenberg. Auch natürliche Öle und Wachse könnten, ebenso wie Inhaltsstoffe aus herkömmlichen Versiegelungen, zu Allergien und Unverträglichkeiten führen.

ddp/mka/kat

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