Angebote von Umzugsfirmen haben oft ihre Tücken

Von ddp.djn-Korrespondentin Katja Fischer

Ein Umzug bedeutet immer Stress. Schließlichkommt es nicht alle Tage vor, dass der gesamte Hausrat verpackt undin eine neue Wohnung verfrachtet wird. Wer sich die richtigen Partnersucht, kann die Sache etwas gelassener angehen und behält auch dieKosten im Griff.

Die geringsten Kosten, aber das größte Stresspotenzial habenUmzüge in Eigenregie. Vor allem, wenn ungeübte Freunde und Bekanntedie Möbel schleppen. Da schrammt schon einmal ein Schrank an der Wandvom Treppenhaus oder die Kiste mit dem Geschirr fällt zu Boden. Werauf diese Weise umzieht, muss wissen, dass er auf den Kosten für dieSchäden sitzen bleibt. Denn die freiwilligen Helfer müssen dafürnicht aufkommen, wie das Amtsgericht Plettenberg (AZ: 1 C 345/05)entschied. Sie haften nicht, wenn sie bei Gefälligkeitsdienstenfahrlässig Schaden anrichten.

Berechenbarer, aber auch teurer, sind die Dienste professioneller Umzugshelfer. Der Markt ist heiß umkämpft, die Preise schwanken.Außenstehenden fällt es oft schwer, seriöse Anbieter von schwarzenSchafen zu unterscheiden. «Die Kunden sind auf der sicheren Seite,wenn sie einen Spediteur mit AMÖ-Zertifikat beauftragen», sagt DierkHochgesang, Geschäftsführer des Bundesverbandes Möbelspedition undLogistik (AMÖ). Das stehe für Qualität und Professionalität derFirmen.

Er warnt vor Anbietern, die über Flugblätter oder Kleinanzeigen inAnzeigenblättern mit billigsten Pauschalangeboten werben undlediglich eine Mobil-Telefonnummer angeben. Sehr oft arbeiteten dieseUnternehmen illegal, hätten keine Güterkraftverkehrserlaubnis,setzten ungelerntes oder nicht angemeldetes Personal ein und seien nicht versichert. Meist seien ihre billigen Pauschalpreise nurLockangebote und der endgültige Preis liege deutlich darüber. «Einscheinbares Schnäppchen kann so ganz schnell ziemlich teuer werden»,so Hochgesang.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät generell, Preiseund Konditionen der Spediteure genau zu vergleichen. Nach ihren Erfahrungen locken Anbieter oft mit günstigen Fest- undStundenpreisen. Doch am Ende fallen die Umzugskosten dann höher ausals vorher veranschlagt oder vereinbarte Leistungen werden nichterbracht. Wird die Arbeitsleistung nach Stunden berechnet, ist nichtnur der Stundenpreis wichtig, so die Verbraucherschützer.Entscheidend für die Kosten sei auch, ob die aufzuwendenden Stundenfür die einzelnen Leistungen, zum Beispiel die Anzahl der Packer, richtig angesetzt sind. Denn wenn der Zeitrahmen überschritten wird,drohen Nachforderungen. Mehrkosten zwischen 10 und 15 Prozent seienjedoch noch akzeptabel, so die Verbraucherschützer.

Der Kunde sollte darauf achten, dass im schriftlichenKostenvoranschlag alle vereinbarten Leistungen des Spediteursauftauchen, vom Aufstellen des Halteverbotsschilds vorm Haus über denAußenlift bis hin zu Packmaterial und Montagearbeiten. Neben allenEinzelleistungen sollte im Angebot auch die Mehrwertsteuer enthaltensein.

Wer eine seriöse Firma mit seinem Umzug beauftragt, ist beiSchäden gut abgesichert. Denn das Unternehmen haftet für alleSchäden, die seine Mitarbeiter anrichten. Dazu muss der Kunde dieMängel schriftlich festhalten und an die Spedition melden. Dieschriftliche Form ist unbedingt einzuhalten. Eine telefonische Rügeallein ist nicht ausreichend, urteilte das Amtsgericht Siegen (AZ: 11C 284/00).

Auch bestimmte Fristen sind einzuhalten. Handelt es sich umoffensichtliche Schäden wie eine kaputte Vase oder ein zerbrochenesStuhlbein, so gilt die Frist «spätestens am Tag nach dem Umzug».Vierzehn Tage Zeit hat der Kunde, wenn es sich um verdeckte Schädenhandelt, die nicht ohne weiteres äußerlich sofort erkennbar sind.Eine dritte Form von Schäden sind die, bei denen es sich nicht umvorgenannte Güterschäden sondern um sonstige Schäden handelt. Dazuzählen der beschädigte Treppenaufgang oder das zerkratzte Parkett inder alten oder neuen Wohnung. In derartigen Fällen läuft dieReklamationsfrist einen Monat.

Der Bundesverband Möbelspedition empfiehlt Kunden, alle Belege fürMöbel und Einrichtungsgegenstände aufzubewahren. Denn es komme oft zuDifferenzen über die Höhe des Schadenersatzanspruches zwischen demUmziehenden und der Versicherung, an die der Schaden gemeldet wurde.Mit Hilfe der Kassenbelege könne der Zeitwert ermittelt werden.

ddp.djn/kaf/mwo