Bei Wespen im Garten Ruhe bewahren – Die meisten Arten sind friedfertig

Münster (ddp). Sie können einem im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse das Frühstück, den Kuchen oder das Eis verleiden: Wespen haben eine Vorliebe für süße und eiweißreiche Leckereien. Doch mit dem richtigen Verhalten seien Stiche vermeidbar, betonen die Experten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig raten sie von Wespenfallen ab.

Nur zwei von acht der bei uns heimischen Wespenarten können wirklich lästig werden, die Deutsche und die Gemeine Wespe. Beide nisten in großen Staaten unter der Erde oder im Dachgebälk. Ihre Nester liegen meist gut versteckt. Kleinere kugelförmige Nester werden dagegen von anderen, friedfertigen Wespenarten in Büschen, Hecken oder unter dem Dachstuhl errichtet. Irrtümlich würden diese Nester häufig ebenfalls vernichtet, kritisieren die Gartenexperten. Das habe dazu geführt, dass gerade die friedfertigen und geschützten Arten in ihrem Bestand gefährdet seien.

So lästig sie manchmal auch sind, haben doch alle Wespen eine wichtige Aufgabe: Sie fressen die Larven von Käfern, Schmetterlingen sowie Fliegen und sogar Aas, das vornehmlich von der Deutschen und Gemeinen Wespe verzehrt wird. Gerade diese beiden Arten sind daher die Gesundheitspolizisten unter den Insekten.

Doch eine besonders attraktive Futterstelle ist die gedeckte Kaffeetafel im Freien. Daher raten die Experten, Marmeladengläser verschlossen zu halten, Wurst, Käse und Kuchen unter eine Glasglocke zu stellen und den Frühstückstisch sofort abzuräumen. Generell sollte man nicht nach den Wespen schlagen. Denn bei schnellen Bewegungen fühlen sie sich angegriffen und verteidigen sich.

Gläser mit süßen oder alkoholischen Getränken müssen abgedeckt werden. Man sollte auch nicht aus einem Glas trinken, ohne vorher hineingeschaut zu haben. Bei Dosen und Flaschen verwendet man am besten einen Strohhalm. Vor allem Kinder dürfen im Freien nicht unkontrolliert gesüßte Säfte trinken oder Süßigkeiten essen. Die süßen Düfte ziehen Wespen an und provozieren Stiche im Mundbereich. Um möglichst wenig Wespen anzulocken, müssen außerdem Mülleimer regelmäßig geleert oder mit einem dichten Verschluss versehen werden.

Wespenfangflaschen lockten dagegen aus der Umgebung nur weitere Wespen an, erklären die Fachleute der Landwirtschaftskammer. Die Zahl der in diesen Gefäßen gefangenen Tiere sei darüber hinaus viel zu gering, um den Völkern, die insbesondere im August weit mehr als tausend Individuen zählten, zu schaden. Stattdessen verstärke man eher das Problem im eigenen Garten.

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