Feine Risse nicht ignorieren – Gründlicher Wintercheck am Eigenheim verhindert größere Frostschäden

Bonn/Berlin (ddp.djn). Für Immobilienbesitzer ist es höchste Zeit für die Winterfestmachung ihres Hauses. Bauexperten raten zu einem ausführlichen Check des gesamten Gebäudes. So erhält man einen Überblick über alle anfallenden Arbeiten. Dabei sollten auch kleine Schäden nicht ignoriert werden, denn die können sich über die kalten Monate zu großen Beschädigungen auswachsen.

Bei der Wintervorbereitung sollten Hausbesitzer besonderes Augenmerk auf das Dach legen, empfiehlt die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Deutschland. Häufig haben Frühjahrsstürme zu Schäden an der Dachdeckung geführt, die im Sommer unentdeckt blieben. Dachziegel können sich verschoben haben.

Defekte Dachziegel, brüchige Isolierungen oder Risse in der Fassade müssen sofort repariert werden, da sie sonst die äußere Schutzhülle der Immobilie auf Dauer angreifbar machen, erläutern die Experten von der BHW Bausparkasse. Feuchtigkeit kann ins Dach oder Mauerwerk eindringen und Schimmel verursachen.

Ein Flachdach kann der handwerklich versierte Hausbesitzer meist selbst untersuchen. An ein Steildach sollte er sich lieber nicht wagen, sondern einen Fachmann hinzuziehen. Unbedingt gereinigt werden müssen Abläufe und Anschlüsse. Alles Herbstlaub ist vom Dach zu entfernen. Denn sind Rinnen oder Fallrohre verstopft, staut sich das Wasser. Dort, wo in jedem Jahr viel Laub auf das Dach fällt, können spezielle Gitter dafür sorgen, dass keine Blätter mehr in die Rinne gelangen. Hauseigentümer müssen auch daran denken, sämtliche Außen-Wasseranschlüsse zu entleeren, um Frostschäden in den Wasserleitungen zu vermeiden. Das Entleerungsventil und die Wasserhähne sollten offen bleiben.

Wichtig ist ein ausführlicher Heizungscheck. Auch private Betreiber sind verpflichtet, Heizölanlagen laufend auf äußerlich sichtbare Schäden zu überprüfen und regelmäßig warten zu lassen, sagt Jürgen Zimmer, Leiter des Bereichs Tankprüfungen bei DEKRA Industrial. „Akuter Handlungsbedarf besteht immer dann, wenn sich an der Anlage feuchte Stellen, Tropfen oder Lachen von Heizöl zeigen. Starker Heizölgeruch ist oft ein untrüglicher Hinweis auf eine Leckage. Darüber hinaus sind die Sicherheitseinrichtungen der Heizölanlage in der Regel einmal pro Jahr von einem anerkannten Fachbetrieb zu warten.

Nicht zu vergessen bei der Wintervorbereitung sind die Fenster und Außentüren. Ob sie dicht schließen, lässt sich am besten bei Wind beobachten. Hausbesitzer sollten die Scharniere prüfen und eventuell nachjustieren. Typische Verschleißprodukte sind die Dichtungslippen aus Gummi am Fenster und unter den Hauseingangstüren. Sie müssen regelmäßig ausgewechselt werden. Auch verzogene Fensterrahmen sollten repariert oder ersetzt werden. Sinnvoll ist es, Fenster- und Türdichtungen einzufetten, damit sie nicht porös werden und weiterhin wasser- und winddicht schließen. Ein Besen und ein Schneeschieber sowie ausreichendes Streugut sollten für den bevorstehenden Winterdienst bereitstehen.

ddp.djn/kaf/mwo