Immobilienfinanzierung: Immobilienkredite, Baufinanzierung und Baugeld – Bei Niedrigzinsen möglichst hohe Tilgung vereinbaren

München/Lübeck (dapd). Die Konditionen für Baugeld sind seit Monaten historisch günstig. Zehnjährige Annuitätendarlehen liegen aktuell nur wenig über dem historischen Tiefstwert vom Juni dieses Jahres. Die Treiber hierfür sind Experten zufolge die vergleichsweise gute Konjunktur in Deutschland und die hohe Hemmschwelle der kriselnden Eurostaaten, Hilfe der EZB anzunehmen, da damit strenge Restriktionen verbunden sind.

Allerdings sei zu erwarten, dass die Baufinanzierungszinsen in Deutschland sehr schnell steigen, wenn die Reformen in den Krisenländern fruchten und die Wirtschaft in der Eurozone anzieht, sagt Stephan Gawarecki vom Lübecker Kreditvermittler Dr. Klein. Wer eine Immobilie erwerben oder bauen möchte, sollte sich deshalb frühzeitig nach einer geeigneten Finanzierung umsehen. Oftmals lohne es sich beim aktuell niedrigen Zinsniveau auch bei bestehenden Baufinanzierungen, sich bereits vorzeitig durch ein Forward-Darlehen für eine Anschlussfinanzierung die Konditionen zu sichern.

Allerdings sollten Darlehensnehmer die Risiken späterer Zinserhöhungen nicht unterschätzen, warnt Michiel Goris vom Münchner Vermittler Interhyp. Gerade mit niedrigen Zinsen steige der Tilgungsanteil an der Kreditrate nur langsam. „Wir raten zu mindestens zwei Prozent anfänglicher Tilgung, besser sogar mehr, um später nicht in eine Schuldenfalle zu geraten“, sagt Goris. In den Verträgen vieler Sparkassen oder Banken werde mittlerweile sogar oft eine Mindesttilgung vorgeschrieben.

Laut Interhyp erwarten Experten langfristig steigende Marktzinsen. Eine hohe Tilgung sei daher jetzt besonders sinnvoll, damit Kreditnehmer die Schuldenfreiheit in einem absehbaren Zeitraum erreichen.

dapd.djn/T2012111901772/mwo/mwa