Haus als Kapitalanlage: Vorsicht bei hohen Renditeversprechungen

München (ddp.djn). Wer sein Geld in eine Immobilie stecken möchte, sollte dies nicht unüberlegt tun. Versprochene Renditen, Mieteinnahmen oder Steuervorteile müssten stets hinterfragt werden, sagt Robert Haselsteiner von der Münchner Interhyp. Der Experte legt Kapitalanlegern eine Checkliste mit wichtigen Punkten für den Immobilienkauf ans Herz.

Ganz oben steht die Frage nach dem vorhandenen Eigenkapital.«Gerade in Phasen niedriger Guthabenverzinsung wie jetzt sollten Kapitalanleger – zumindest teilweise – ihr Erspartes in die Finanzierung einbringen. Denn damit ist das Sparguthaben nicht nur extrem solide investiert, Banken belohnen einen höheren Eigenkapitalanteil mit günstigeren Konditionen», sagt Haselsteiner. Unabdingbar sei ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Folge-oder Mehrkosten. Haselsteiner empfiehlt, rund 20 Prozent des Gesamtinvestitionsaufwands als Vermögensrückhalt auf der Seite zuhaben.

Zu Vorsicht rät Haselsteiner, wenn die Rendite-Versprechungenallzu vollmundig sind. «Werden Renditen von acht Prozent und mehrversprochen, sollten auch beim Immobilienanleger die Alarmglockenschrillen», warnt er. Hohe Rendite stehe für hohes Risiko. Bei denMieteinnahmen empfiehlt der Experte Kapitalanlegern, sich nicht nur bisherige Mietverträge zeigen, sondern sich auch den regelmäßigen Mieteingang bescheinigen zu lassen.

Um teuren Überraschungen vorzubeugen, sollten sich Kaufinteressenten mindestens die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen aushändigen lassen. Aus diesen gehe hervor, welche Maßnahmen geplant sind oder anstehen und welche Kosten auf den neuen Eigentümer zukommen können, sagt Haselsteiner.

Oft würden auch Steuervorteile angepriesen, die sich bei einer Kapitalanlage in Immobilien ergeben. «Dieses Argument sollte aber niemals kaufentscheidend sein, sondern lediglich als netter Nebeneffekt gewertet werden», so der Experte. Deutlich wichtiger seien ein angemessener Kaufpreis und eine solide Finanzierung.

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