Rechtstipp: Schnarchen kein Grund für Mietminderung und Kündigung

Bonn (ddp.djn). Lautes Schnarchen des Nachbarn ist kein Grund für eine Mietminderung oder gar die Kündigung einer Mietwohnung. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Bonn hervor. In dem Fall hatten sich Mieter einer renovierten Wohnung in einem Gründerzeithaus kurz nach dem Einzug über Schnarchgeräusche aus der darunterliegendenWohnung beschwert und die Miete gemindert. Drei Wochen später erklärten sie sogar die fristlose Kündigung und die Anfechtung desMietvertrags wegen arglistiger Täuschung. Der Vermieter hätte sie ihrer Ansicht nach vor Abschluss des Mietvertrags darauf hinweisen müssen, dass die Wohnung mangelhaft gegen Schall isoliert sei.

Das Amtsgericht wies die Klage ab. Die Mieter seien weder zurMinderung noch zur Kündigung oder Anfechtung berechtigt gewesen, denndie Wohnung verfüge über eine ausreichende Schallisolierung und seidaher nicht mangelhaft. Ein Mieter, der eine «klassischeAltbauwohnung mit Holzböden» anmiete, könne zudem nicht erwarten,dass überhaupt keine Geräusche aus der Nachbarwohnung zu hören sind,so die Richter.

Der Vermieter sei auch nicht verpflichtet gewesen, daraufhinzuweisen, dass zwar ausreichender Schallschutz besteht, abertrotzdem Geräusche aus der Nachbarwohnung zu vernehmen sein können.Das sei für Mieter in einem Mehrfamilienhaus offenkundig.

(AZ: 6 C 598/08)

ddp.djn/kaf/mwo